Höner und Neumann übernehmen Leitung

Neuenkirchener Open Air erhält neues Führungsduo

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Klaus Bochow legt die Festivalleitung in die Hände von Marten Höner und Dominik Neumann (von links).

Neuenkirchen - Nein, grundlegend verändern will das neue Führungstandem nichts. „Das Neuenkirchener Open Air ist gut, wie es ist, wir werden höchstens ein paar kleine Schrauben drehen“, erklären Marten Höner (26) und Dominik Neumann (25). Sie übernehmen ab sofort das Gros der Aufgaben von Klaus Bochow, der sich peu à peu zurückzieht. Schon vor zwei Jahren hatte der 68-Jährige beschlossen, langsam kürzerzutreten: „Die Jungs gehen mit den stressigen Vorbereitungen cooler um als ich“, sagt er und setzt hinzu: „Das bin ich vor 20 Jahren auch gewesen.“

Das Nachwuchsteam ist eingearbeitet, die Aufgabenverteilung klar: Marten Höner übernimmt die musikalische, Dominik Neumann die organisatorische Leitung. Zu ihrem Team gehören Laura Rohlfs, Mathias Bochow, Thomas Höner, Oliver Kramme und Marcel Neumann. Abgesprochen haben sie das Konzept im Vorfeld mit den Verantwortlichen des TV Neuenkirchen, der als Veranstalter auftritt. Der Verein möchte die Veranstaltung unbedingt erhalten. Einzige Auflage: Klaus Bochow macht einen „Haken“ hinter die Kalkulation.

Bochow übernimmt auch weiterhin die Sponsoren-Akquise. Und die Vorsortierung der Bewerbungen. Jahr für Jahr erhält das NOA rund 300 Anfragen von Bands und 100 bis 200 von Booking-Agenturen. Die sieben Team-Mitglieder hören sich 60 Demos der engeren Wahl an und filtern sechs bis sieben heraus, die den Zuschlag bekommen. Natürlich gibt es immer auch „Plan B“.

Früher wurden Tüten mit CDs von einem zum anderen gereicht, heute liegen die Bewerbungen als Online-Audio-Demo vor. Dem Team, dessen Mitglieder zwischen Hamburg, Berlin und Worms wohnen, kommt das entgegen. Das Auswahlkriterium: „Wir präsentieren im Prinzip alles, was ,rockt‘: Rock’n’Roll, Indie-Rock, Blues, Metal, Punk, Ska, Crossover, aktuellen Gitarrenpop.“ Marten Höner, Dominik Neumann und Klaus Bochow sind sich einig: „Wir verdienen nichts an dem Festival, deshalb suchen wir aus, was uns selbst gefällt.“ Rave, Techno und Jazz gehören nicht dazu.

Hurricane und des Deichbrand schränken Bandauswahl ein

Orientiert an ihren Präferenzen haben die Organisatoren in den letzten Jahren vermehrt eigeninitiativ Bands eingeladen. Stolz sind sie, dass sie Musiker unter Vertrag nehmen konnten, die kurz vor oder nach ihrem Auftritt beim NOA den Durchbruch schafften. Ein Ärgernis: Bands, die bereits einen Namen haben, müssen sich bei Veranstaltern des Hurricane- und des Deichbrand-Festivals vertraglich festlegen, dass sie einen Monat vor und nach dem Termin im Umkreis von 100 Kilometern Entfernung nicht auftreten dürfen. „Das schränkt uns sehr in der Auswahl ein.“

Die junge Generation, die ab sofort Verantwortung für das Mitte der 1990er Jahre von Klaus Bochow und seinem Sohn Mathias ins Leben gerufene Neuenkirchener Open Air übernimmt, ist seit 2010 in die Vorbereitungen eingebunden. „Wir wissen, was an Arbeit auf uns zukommt“, betonen Dominik Neumann und Marten Höner.

Seit September läuft die Suche nach passenden Bands für 2018, das Line-up muss spätestens bis Weihnachten stehen. Personelle Verstärkung benötigt das Team in der „heißen Phase“ vor dem NOA, das traditionell am zweiten Juliwochenende steigt. 20 Helfer stehen dann schon in den Startlöchern, weitere sind stets willkommen. Den Ausschank sowie das Band-Catering übernimmt der TV Neuenkirchen.

Die Herausforderung, den Neuenkirchener Sportplatz einmal jährlich zum „rockigsten der Republik“ zu machen, ist gleichermaßen Pflicht und Kür: „Das NOA gehört einfach zu Neuenkirchen. Also machen wir weiter.“ Klaus Bochow geht davon aus, dass er in ein paar Jahren „überflüssig“ ist. Über seine Vision, dass er irgendwann ganz entspannt im Rollstuhl vor der Bühne rockt, müssen alle drei schmunzeln.

mks

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