27. Hilfstransport aus Groß Lessen

Neues Projekt für Mütter und Kinder in Litauen als Ziel

Ein Lkw-Auflieger wird beladen.
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Der erste Lkw-Auflieger ist mit Hilfsgütern für Litauen fertig beladen.

Groß Lessen – Der erste Auflieger ist seit vergangener Woche bereit zur Abfahrt, der zweite wird gerade noch mit Hilfsgütern bis unter das Dach beladen: In der Nacht von Sonntag auf Montag machen sich Organisator Friedhelm Hartkamp und fünf Mitstreiter auf den Weg nach Litauen.

Bereits zum 27. Mal werden Hilfsgüter unterschiedlichster Art in den Ostseestaat gebracht. Dazu zählen unter anderem 800 Quadratmeter Teppichboden aus der Wagenfelder Spinnerei, gut 25 Holzöfen aus dem Ofenhaus Colnrade, fünf Krankenbetten, 15 Fahrräder, diverse Möbel sowie rund 500 Kartons gebrauchter Bekleidung aus dem DRK-Shop in Sulingen und dem Diakonissen-Mutterhaus Lemförde, ergänzt um Neuware vom Kaufhaus Ranck und von Lloyd Shoes.

Der Großteil der Güter ist bestimmt für drei bekannte Projekte, alle betreut von Pastor Mindaugas Kairys: die Rehabilitationsreinrichtung des Gabrielius-Projektes für Drogenabhängige in Silute, eine Seniorenwohnanlage in Smalininkai und das Kinderheim in Sakiai, für dessen Renovierung unter anderem Farbe vom Malerbetrieb Sielke aus Barenburg auf die Reise geht, außerdem habe man diverse Spenden für die Küche des Kinderheims. Ein Posten von 200 Stühlen aus dem früheren Standort der Sulinger Carl-Prüter-Schule findet nun, nach längerer Suche, ebenfalls einen Abnehmer – in einer Armee-Einrichtung in Klaipeda.

Organisator Friedhelm Hartkamp vor einem der Auflieger.

Neu auf der Liste der Spendenempfänger findet sich ein Familienkrisenzentrum im ehemaligen Kantorat der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde von Jurbarkas. Die 2018 eröffnete Einrichtung beherbergt aktuell sechs Mütter und 23 Kinder aus sozial gefährdeten Familien. Damit ist das Gebäude voll belegt, und um mehr Raum, vor allem auch für Freizeitmöglichkeiten für die Kinder zu schaffen, soll ein früherer Stall auf dem Gelände, der derzeit als Lager genutzt wird, umgebaut werden. Für dieses Vorhaben habe beispielsweise das Bauunternehmen Andreas Keller aus Stuhr 600 Quadratmeter Gipskartonplatten gestiftet, und aus einem Umbau habe man neuwertige Fenster erhalten, die dort ebenso zum Einsatz kommen sollen, berichtet Friedhelm Hartkamp.

Alle diese Projekte in Litauen seien auf die Unterstützung durch Spenden angewiesen, noch mehr als hier, weiß er. Deswegen seien die Hilfstransporte auch weiterhin nötig. „Wir brauchen die Sponsoren, ohne sie würde es nicht gehen.“ Die Lage im Land sei auch sehr unterschiedlich: Die großen Städte verfügten, auch durch die Unterstützung durch die EU, mittlerweile über eine moderne Infrastruktur, aber auf dem Land gebe es immer noch Häuser mit offenen Feuerstellen, ohne Strom und fließendes Wasser.

Die „Chefs“ fahren selbst

Starten soll die Tour in der Nacht zu Montag. Einer der beiden Lkw werde seinen Standort am Kinderheim in Sakiai bei Pastor Virginijus Kelertas haben, der zweite stehe wieder bei der Diakoniestation „Sandora“ in Klaipeda. Neben der Auslieferung werde man die Gelegenheit nutzen, um sich ein zweites Kinderheim in Sakiai anzusehen, das von einer Organisation aus Visbek unterstützt werde. Am Samstagabend wird der Konvoi dann zurück in Sulingen erwartet – nach einer Reise von 3 200 bis 3 400 Kilometern.

Einen Lkw stellt, wie gewohnt, die Sulinger Spedition „Gerdes + Landwehr“ zur Verfügung, ihn fahren die bewährten Kräfte Torsten Breiter und Jens Buscher. Das zweite Fahrzeug kommt von „inTime Express Logistik“ aus Isernhagen bei Hannover. Das Unternehmen sei bereits häufiger an den Transporten beteiligt gewesen, dessen Geschäftsführer, Gerd Röttger, sei mit John Henrik Landwehr befreundet. „Wir freuen uns, dass beide Chefs mitfahren“, so Friedhelm Hartkamp. Die Gruppe werde komplettiert durch Jule Landwehr.

Hilfe wird weiter benötigt

Für Jens Buscher wird es die achte Tour nach Litauen sein. „Das ist interessant, weil es etwas anderes ist – da wird gerne Gas gegeben“, berichtet er. Zwar werde in Polen viel „geblitzt“, aber dort gelte – wie in Litauen auch – für Lkw eine Höchstgeschwindigkeit von 70 Kilometern pro Stunde statt der hier vorgeschriebenen 60; gefahren werde aber meist mehr: „Man muss sich anpassen und im Verkehr mitschwimmen.“

Für die Teilnehmer sei das aber unproblematisch, ist sich Friedhelm Hartkamp sicher: „Die Tour ist immer ein Highlight, und wer dabei war, fährt gerne wieder mit.“ Die Helfer nähmen sich für den Transport extra Urlaub, und sie machten es für die gute Sache, denn „die Hilfe wird gebraucht, und man sieht, dass sie auch direkt ankommt.“

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