„Altarm“ am Kuhbach entsteht mit Unterstützung der Gewässerallianz

Neue Heimat für Forelle und Eisvogel

Zufrieden mit dem neuen „Altarm“ sind (von links) Cord Schumacher, Wilfried Vallan und Vanessa Held.
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Zufrieden mit dem neuen „Altarm“ sind (von links) Cord Schumacher, Wilfried Vallan und Vanessa Held.

Groß Lessen – „Die Libellen gucken schon, was nächstes Jahr geht“, freut sich Cord Schumacher über die ersten Besucher am neuen „Altarm“ – ein zusätzlicher Flussarm, der nicht Hauptlauf ist – des Kuhbachs in Nähe des Groß Lessener Ortsteils Melloh.

Schumacher ist Vorarbeiter des Unterhaltungs- und Landschaftspflegeverbands (ULV) Große Aue und damit zuständig für die Ausführung der Maßnahme, die getragen wird vom Wasser- und Bodenverband (WBV) Kleine Aue. Beteiligt sind aber auch die landwirtschaftlichen Anlieger links und rechts des Kuhbachs sowie die Angelpächter, und gefördert wird das Projekt im Rahmen der „Gewässerallianz Niedersachsen“ durch das Land.

Am Dienstag begannen die Erdarbeiten für den Arm am südlichen Ufer des Bachs – „zwischen 800 und 1 000 Kubikmeter Boden wurden dafür bewegt“, schätzt Vanessa Held, Gewässerkoordinatorin des ULV, und Anlieger Heinz Tönjes habe tatkräftig mitgeholfen.

Dabei entstand ein Bereich, in dem ständig Wasser steht, der aber nur bei höheren Wasserständen auch durchflossen wird; den Zufluss regelt eine sogenannte Flutmulde aus Kies. „Damit haben wir hoffentlich einen Rückzugsort für Forellen geschaffen, und wir haben ein Steilufer angelegt, das Nistmöglichkeiten für den Eisvogel bietet“, erläutert die Koordinatorin.

Zwei Weiden seien ebenfalls gesetzt worden, weitere würden sich rasch ansiedeln, prognostiziert sie. An fünf weiteren Stellen flussabwärts bis zur Vereinigung mit der Kleinen Aue würden noch fünf Böschungsanrisse angelegt, in denen sich ebenfalls Weiden, aber vor allem Erlen ansiedeln sollen, und schließlich kämen noch Totholzelemente in den Lauf.

Etwa zwei bis drei Vegetationsperioden brauche es, bis alles grün sei, aber „nächstes Jahr kann hier schon alles ganz anders aussehen.“ Der Bereich werde im Rahmen der Gewässerunterhaltung kontrolliert, damit sich keine Neophyten – Pflanzen, die hier nicht heimisch sind – ansiedeln, aber eine komplette Unterhaltung werde es hier nicht geben.

„Bypass“ folgt wohl historischem Flusslauf

Ob der neue Altarm dem historischen Verlauf des Kuhbachs folgt, sei anhand alter Luftbilder nicht zu erkennen gewesen. Dieser Ort sei für das Projekt günstig gewesen, weil die Anlieger zugestimmt hätten, aber „wir haben hier so viele Quellen gefunden, dass wir wahrscheinlich die richtige Stelle getroffen haben.“

Die Zusammenarbeit mit dem WBV, den Anliegern und Angelpächtern, aber auch dem Niedersächsischen Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) sei sehr gut gewesen, lobt Vanessa Held. Dieses Projekt müsse aber kein Einzelfall bleiben, stellt der WBV-Vorsitzende Wilfried Vallan in Aussicht: „Wenn sich noch mehr Grundbesitzer beteiligen, können wir das noch häufiger machen.“

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