Detlef Kestermann

Neu-Sulinger mit Kerosin im Blut

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Detlef Kestermann (2.v.l.) hat Kerosin im Blut: Das Bild zeigt den Wahl- Sulinger gemeinsam mit Ernst Stöver, Eckhart Koch, Gerhard „Hacki“ Leichsenring und Marietta Koch (v.l.). 

Sulingen – Kontra, Re, Bock – Begrifflichkeiten, die immer wieder im  „Zum schwarzen Ross“ durch den Raum hallen. Seit Juni 2018 verstärkt der Wahl-Sulinger Detlef Kestermann die Skat-Runde. Wenn er über seine Leidenschaft spricht, wird es still im Clubzimmer. Der 70-Jährige hat Kerosin im Blut.

Seinen 70. Geburtstag feierte der „Pilot aus Leidenschaft“ erst Ende Mai. Das Jahr 2019 sei für ihn ein ganz besonderes, sagt er. Die Feierlichkeiten der Goldhochzeit mit Ehefrau Renate stehen noch aus, Sohn Oliver wird 50 Jahre alt – und Josef Kestermann, Vater von Detlef Kestermann, 1973 verstorben, hätte in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag gefeiert. „Die Leidenschaft für das Fliegen und Flugzeuge habe ich von meinem Vater geerbt – und an meine Söhne weitergegeben“, erklärt der 70-jährige Neu-Sulinger.

Detlef Kestermann habe viel von der Welt gesehen, sagt er. Bevor er das Mittelzentrum Sulingen zu seiner Wahlheimat machte, lebte er in Kuala Lumpur, Malaysia. Sein Sohn Oliver lebt mit seiner Familie in Syke. „Wir haben etwas in der Nähe der Familie sucht“, erklärt der 70-Jährige. „Auf unserer Suche sind wir auf Sulingen gestoßen. Die Stadt hat uns von Anfang an gut gefallen.“

Detlef Kestermann während seiner Zeit bei der Luftwaffe an Bord eines Starfighters.

Gebürtig stammt der Oberstleutnant außer Dienst aus Nottuln (bei Münster in Westfalen). Von 1967 bis zum Jahr 1990 stand er in Diensten der Luftwaffe; war zunächst zum Starfighter-Piloten ausgebildet worden. Nach zwölf Jahren auf der F-104G half er maßgeblich als Staffelkapitän, Flug- und Waffenlehrer, die damals neue Tornado-Waffenausbildung in Deutschland zu etablieren. In der Summe absolvierte der heute 70-Jährige 3 700 Flugstunden auf unterschiedlichsten Flugzeugtypen der Bundeswehr, bevor der „BO41“ 1990 aus dem Dienst ausschied; Einweisungsflüge auf verschiedenen Flugzeugtypen befreundeter Nato-Partner inklusive. Nach der Pensionierung von der Luftwaffe verkaufte er in Asien 22 Jahre lang Schulflugzeuge eines Herstellers aus der Schweiz.

Sohn Oliver schlug die Laufbahn eines Zivilpiloten ein und wurde 1990 bei der Lufthansa zum Verkehrspiloten ausgebildet. Flugzeugtypen wie die Boeing 737 und Boeing 747 sind Oliver Kestermann nicht fremd. Aktuell ist er Kapitän auf einem Airbus 320 und verweist auf bislang 17 000 Flugstunden.

Josef Kestermann wäre in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden.

Mike Kestermann, zweiter Sohn des Ehepaars Kestermann, entschied sich für die Vermarktung der Ersatzteilversorgung und von Instandhaltungs-Leistungen für Boeing- und Airbus-Flugzeuge in Asien. Er lebt in Singapur.

Den Lebenslauf des Begründers der Leidenschaft der Familie Kestermann für die Luftfahrt, seines Vaters Josef, kennt Detlef Kestermann aus dem Effeff. „1938 wurde mein Vater zur Wehrmacht einberufen – und nach der Grundausbildung zum Flugzeugführer ausgebildet.“ Während des II. Weltkrieges war Josef Kestermann als Aufklärungspilot auf den Flugzeugtypen Junkers JU 52, JU 88 sowie Heinkel HE 111 eingesetzt.

Insgesamt verbuchte er von 1938 bis 1945 über 5 500 Flugstunden. Nach der Kriegsgefangenschaft bewarb er sich bei der neugegründeten Luftwaffe und wurde 1957 zum Fluglehrer ausgebildet.

Bei seiner Pensionierung 1972 hatte er mehr als 4 500 Flugstunden für die Luftwaffe absolviert. Danach flog er noch ein Jahr auf einer zivilen Noratlas Zieldarstellungen für die Marine, die von Cuxhaven aus startete. Josef Kestermann hätte am 4. Oktober dieses Jahres seinen 100. Geburtstag gefeiert. 

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