Ein Netz, das verknüpft

Helfer und Partner feiern das zehnjährige Bestehen der Sulinger Tafel

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Beate Kiehl (rechts) vom Landesverband der Tafeln mit Anneliese Siemering, Michael Klamt und Helga Becker.

Sulingen - An die 60 Helfer zählt die Sulinger Tafel aktuell. Mittwochabend verwöhnten Christian Detert („Witten Deel“) und Christian Kenneweg („Hotel zur Börse“) die, die sonst Woche für Woche dafür sorgen, dass auch Mitmenschen vor gefüllten Tellern sitzen können, die nicht auf der Sonnenseite des Lebens stehen.

Die Koordinatoren rückten während der Veranstaltung „Zehn Jahre Sulinger Tafel“ ihre Helfer in das Scheinwerferlicht – und ihre Partner aus Handel und Wirtschaft, die zum Teil seit über zehn Jahren das Projekt unterstützen.

Am 31. Januar 2008 hatte die „Tafel“ erstmals ihre Räume für eine Lebensmittelausgabe geöffnet; damals noch im Gebäude Schwafördener Weg Nummer 58. Heute öffnen die Helfer immer wieder donnerstags im Gebäude Schwafördener Weg Nummer 52 die Türen. Hatten Hannelore Michaelis und Christien Tempel bis zum Ende des Jahres 2017 515 Ausgaben registriert, während der 55.955 Haushalte mit Lebensmitteln versorgt wurden, sprach Michael Klamt am Mittwochabend von „über 100.000 Personen“, die man seit der Gründung der Tafel erreicht habe. Klamt ist neben Helga Becker und Anneliese Siemering einer der drei Koordinatoren der Sulinger Tafel. Er rechnete eine Wertschöpfung in Höhe von zwei Millionen Euro in zehn Jahren vor.

Nette Geste: Während der Feierstunde „Zehn Jahre Sulinger Tafel“ wurden die Frauen und Männer der ersten Stunde geehrt.

Jörg Schafmeyer, Pastor der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sulingen, moderierte die Veranstaltung, die Kantor Kai Kupschus am Klavier und Jan Bockhop mit der Geige musikalisch umrahmten. „Wenn es die Tafeln nicht gebe, müsste man sie erfinden“, sagte der Pastor im großen Saal der Gemeindezentrums an der Edenstraße. „Ich bin sehr froh und dankbar, dass diese Arbeit hier so kontinuierlich geleistet wurde und wird.“ Allein im Januar dieses Jahres hätten die Helfer 630 Personen versorgt. 

Der Pastor weiß um die Kritik, in der die Tafeln bundesweit stehen; mal mehr, mal weniger: „Wir können doch nicht sagen: Wir helfen nicht und warten, bis die politischen Verhältnisse sich ändern. Das würde bedeuten, an den Armen vorbei zu gucken und sie zu missachten.“

Laut Hans-Rudolf Kalus, Vorsitzender des Vorstandes der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Sulingen, stehe die Kirchengemeinde auch heute noch hinter dem Beschluss aus dem Jahr 2007, die Trägerschaft für die Einrichtung zu übernehmen. „Die Entwicklung der Inanspruchnahme der Angebote der Tafel spricht für sich.“ Wurden 2008 insgesamt 10.000 Begünstigte registriert, waren es acht Jahre später schon 16.000.

„Enorme Leistung“ der Ehrenamtlichen

Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb: „Wir sind uns des Wertes der Einrichtung und des Wertes der Arbeit, die hier geleistet wird, durchaus bewusst.“ Rauschkolb bescheinigte den Ehrenamtlichen eine „enorme Leistung“, die sie in den vergangenen zehn Jahren erbracht hätten.

Der Bürgermeister wählte aber auch kritische Worte: „Ich stelle mir schon die Frage, ob in einem so hoch entwickelten Staat wie der Bundesrepublik Deutschland Armut und Hunger herrschen müssen.“

Superintendent Klaus Priesmeier: „Zehn Jahre ist die Tafel in Sulingen gewachsen. Ihr Stamm ist stark, ihre Äste sind viele.“ Der Superintendent verglich die Einrichtung mit einem Netz: „Einem Netz, das Menschen trägt, das aber auch Menschen verknüpft.“ Mit der Tafelarbeit verschaffe man keine soziale Gerechtigkeit, „aber wir schaffen einen Ausgleich. Wir machen uns auf den Weg.“

In die Gruppe der Gratulanten reihte sich Mittwochabend die Nienburgerin Beate Kiehl ein.

Kiehl ist Mitglied im Vorstand des Landesverbandes der Tafeln in Niedersachsen und Bremen und überbrachte auch Grüße des Bundesvorstandes. - oti

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