Jugendliche halten sich am Gymnasium auf / Polizei kontrolliert regelmäßig

Nächtliche Treffen stören Anwohner

Kein schöner Anblick: ein vermüllter Lichtschacht am Gymnasium Sulingen, Getränke- und Essensverpackungen bilden den Großteil der Hinterlassenschaften.
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Kein schöner Anblick: ein vermüllter Lichtschacht am Gymnasium Sulingen, Getränke- und Essensverpackungen bilden den Großteil der Hinterlassenschaften.
  • Harald Bartels
    vonHarald Bartels
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Sulingen – Für die Anwohner – und die Schulleitung – ist es ein wiederkehrendes Ärgernis: Immer wieder treffen sich zu später Stunde Jugendliche in Gruppen am Sulinger Gymnasium und verbringen dort ihre Zeit. Während die Nachbarn sich eher durch die Geräuschkulisse gestört fühlen, haben die Mitarbeiter des Gymnasiums mit dem Müll zu kämpfen, den die Besucher zurücklassen.

„Wir haben es die ganze Zeit im Fokus“, sagt Frank Hennig, Dienstschichtleiter der Polizei in Sulingen. Die Kontrolle des Schulhofs gehöre, ebenso wie die des Stadttheatervorplatzes, zur Streifentätigkeit, aber die Polizei reagiere auch auf jeden Anruf eines Anwohners. „Unsere Hauptaufgabe ist, Präsenz zu zeigen.“ Es komme dort häufiger zu Ruhestörungen wegen der Unterhaltungen und weil dabei Musik gehört werde, aber „es wird nicht großartig Alkohol getrunken“, und es gebe auch kaum Schmierereien. Dass dort Drogen konsumiert oder gehandelt würden, werde von den Anwohnern vermutet, aber dafür gebe es keine Erkenntnisse.

Angesichts der Umstände bleibe für die Polizei auch nicht mehr zu tun, denn es sei ein öffentlich zugänglicher Platz, so Frank Hennig. Solange der Landkreis Diepholz den Jugendlichen dort kein Hausverbot erteile, bleibe nur die Ansprache.

Auf dem Schulhof des Gymnasiums träfen sich eigentlich immer zur Sommerzeit, vor allem in den Ferien und am Wochenende, vermehrt junge Leute – dass deren Zahl infolge der Corona-Pandemie weiter zugenommen hätte, lasse sich nicht feststellen. Die Jugendlichen hätten grundsätzlich sonst keine Möglichkeit, sich zu treffen, äußert Hennig Verständnis – „sie sollten aber ihren Müll mitnehmen.“

„Das Problem ist bekannt“, sagt dazu Mischa Flaspöhler, als Leiter des Fachdienstes 65 Liegenschaften des Landkreises Diepholz zuständig für die Schulgebäude. Das Gymnasium sei öffentlich zugänglich und habe viele Nischen, aber bisher seien keine größeren Schäden entstanden. Der Landkreis stehe in regelmäßigem Kontakt mit der Polizei, und die Hausmeister seien vor Ort. Weitergehende Maßnahmen seien nicht geplant: „Wir wollen die Schule nicht einzäunen.“ Auch eine Kameraüberwachung sei nicht angedacht, denn damit würde öffentlicher Raum überwacht, und das sei aus Datenschutzgründen schwierig.

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