Infrastruktur auf dem Land

ArL in Sulingen bearbeitet Förderung für rund 250 Projekte

Dezernatsleiterin Ursula Nietfeld, Landesbeauftragte Dinah Stollwerck-Bauer und Volker Klüche (von links) stehen im Besprechungsraum des ArL in Sulingen.
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Für die Strukturförderung im ländlichen Raum zuständig sind (von links) Dezernatsleiterin Ursula Nietfeld, Landesbeauftragte Dinah Stollwerck-Bauer und Volker Klüche, verantwortlich für den Landkreis Diepholz.

Sulingen – „Wir haben erfreulicherweise einen guten Zuspruch von Anträgen, trotz der Umstände“, sagt Dinah Stollwerck-Bauer, Landesbeauftragte des Amtes für regionale Landentwicklung Leine-Weser (ArL): Zum Stichtag 15. Oktober 2020 seien Zuschüsse in Höhe von 29,2 Millionen Euro beantragt worden – und davon alleine 15,9 Millionen Euro von der Geschäftsstelle Sulingen für die Landkreise Diepholz und Nienburg.

„Das ist ein positives Signal“, so die Behördenleiterin, „an der guten Nachfrage ist die Bereitschaft zu Investitionen zu erkennen.“ Mit jedem einzelnen Projekt hole man zudem über die Fördermittel Europa, den Bund und das Land her: „Hier passiert etwas, das kann man gar nicht laut genug sagen.“

Auf insgesamt rund 250 Projekte verteilen sich die Anträge, untergliedert in die Förderbereiche Dorfentwicklung, Basisdienstleistungen, Tourismus und Kleinstunternehmen. Während Aktionen der Dorfentwicklung meist von einem eigens dafür gegründeten Arbeitskreis begleitet werden, finden sich in den drei weiteren Bereichen vor allem Einzelvorhaben. Dabei bestehe zumeist mehr Redebedarf, weil eine verstärkte Beratung erforderlich sei, erläutert Ursula Nietfeld, Leiterin des Dezernats Strukturförderung ländlicher Raum in Sulingen. Der Vorteil im ländlichen Raum sei, dass die Antragsteller die Mitarbeiter des ArL oft kennen: „Wir legen – auch in Zeiten, in denen die Digitalisierung immer mehr um sich greift – großen Wert darauf, dass es ein persönliches Gespräch gibt und einen Termin vor Ort, und dabei versuchen wir hinzubekommen, dass das Projekt auch umgesetzt werden kann.“

Projekte der Grundversorgung werden gefördert

Die Antragsteller sind auch offen für Empfehlungen, weiß Volker Klüche, in der Geschäftsstelle Sulingen zuständig für den Landkreis Diepholz. Manche hätten eine gewisse Grunderfahrung, andere seien zu einem Gebäude gekommen und wollten nun wissen, was sie damit machen können. „Wir können aus früheren Projekten schon Vorschläge machen.“

Relativ gut liefen Projekte aus dem Bereich Basisdienstleistungen, mit 15 Anträgen zum Stichtag und einem Volumen von 3,1 Millionen Euro. Dabei gehe es um Maßnahmen, um die Grundversorgung (Arzt, Bäcker, Tagespflege zum Beispiel) im Ort für die ländliche Bevölkerung sicherzustellen. Vorhaben, die nicht nur einer Person zugutekämen, sondern einem ganzen Ort, zum Teil noch weiteren Orten, ergänzt Ursula Nietfeld: „Wir können damit ein Umfeld fördern.“

Kommunen schätzen Förderung für Tourismusprojekte

Förderung für Tourismusprojekte wird laut Volker Klüche gerade von Kommunen gerne in Anspruch genommen, vermehrt für den Tagestourismus. Hier lägen Anträge für 22 Projekte (zusammen 2,4 Millionen Euro) vor.

Sechs Projekte gibt es im Bereich Kleinstunternehmen mit zusammen 805 000 Euro Antragssumme. Hier geht es um Betriebe mit maximal zehn Beschäftigten (inklusive Inhaber) und höchstens zwei Millionen Euro Jahresumsatz. Förderfähig sind die Unternehmensgründung, aber auch Konzepte zur Erweiterung oder Modernisierung.

Projekte der Dorferneuerung machen den Großteil aus

Den Großteil macht mit mehr als 200 Projekten und 9,5 Millionen Euro die Dorferneuerung aus. Aktuell seien 23 Einzeldörfer und Regionen im Programm, mit dessen Fortschreibung zum 30. März 2021 seien auch Hüde, Lembruch, Marl und Stemshorn als Region neu aufgenommen worden. „Wir sind froh, dass es mit der Dorferneuerung weitergeht und sie weiter nachgefragt wird, denn sie bleibt attraktiv, weil immer neue Schwerpunkte gesetzt werden“, sagt Ursula Nietfeld. „Das ist eine Riesenchance, weil sich auch die Bedarfe ändern“, fügt Dinah Stollwerck-Bauer hinzu. Beim Überlegen gemeinschaftlicher Maßnahmen im Arbeitskreis entstehe Gemeinschaft und Verantwortung für die eigene Gemeinde – „das macht richtig Spaß!“

Die Förderung im Rahmen der Dorferneuerung laufe meist über acht bis zehn Jahre, ergänzt Volker Klüche, aber oft gründeten sich in den Orten auch Vereine, die die Maßnahmen weiterverfolgen.

Keine Angst vor leeren Fördertöpfen

Um leere Fördertöpfe müssen sich Interessenten aktuell keine Gedanken machen. In den vergangenen beiden Jahren habe es eine hohe Antragsflut gegeben, räumt Ursula Nietfeld ein, deswegen habe man nicht alles bewilligen können – obwohl so viele Mittel zur Verfügung gestanden hätten wie zuvor. Für 2021 gebe es aber eine gute Tendenz, und „man muss bewundern, dass sich die Antragsteller nicht von Corona abschrecken lassen.“

„Das Bewusstsein für das Eigenheim und die eigene Umgebung gewinnt in diesen Zeiten an Fahrt“, nennt Dinah Stollwerck-Bauer einen möglichen Grund dafür. Die Anträge seien ein Bekenntnis zum ländlichen Raum, und das ArL könne dabei Partner sein: „Wir sind eine Behörde, die entwickeln und anschieben soll.“ Die Geschäftsstelle Sulingen sei dabei ein etablierter Standort mit engagierten Mitarbeitern. „Wichtig ist, verschiedene Programme zu haben, denn nicht jedes passt zu jedem Projekt. So können wir bedarfsgerecht fördern.“

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