Grünanlage an der Ostpreußenstraße

Sulingen: Nachbarn übernehmen die Patenschaft für ehemaligen Spielplatz

Die beteiligten stehen auf dem ehemaligen Spielplatz mit zwei Fledermauskästen in der Hand.
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Zwei Fledermauskästen übergibt Johanna Pinkas (zweite von rechts), Vorsitzende des Nabu-Ortsverbandes Sulingen, an Andreas Rochner (rechts), Melanie Kautz und Thomas Baier aus dem Kreis der Nachbarn.

Sulingen – Die Spielgeräte sind abgebaut, aber trotzdem wird das Gelände an der Ostpreußenstraße in Sulingen weiter genutzt: Dank des Einsatzes der Nachbarschaft ist aus dem ehemaligen Spielplatz eine kleine Grünanlage geworden.

Es ist eine von acht Flächen, auf denen sich schon geraume Zeit keine Kinder mehr mit Schaukeln, Wippen und Co. vergnügen und die daher von der Stadt nicht länger unterhalten werden – zugunsten einer besseren Ausstattung der verbleibenden 23, gemäß des von einem Arbeitskreis entwickelten und vom Stadtrat beschlossenen Spielplatzkonzeptes. „Im Herbst hat die Stadt hier einen Kahlschlag gemacht, das hat uns nicht gefallen“, berichtet Anwohner Andreas Rochner. In der Nachbarschaft sei die Idee entstanden, das Areal zu erhalten.

Über Thomas Baier, Mitglied des Sulinger Stadtrats (Gruppe Die Grünen / Die Partei), wurde der Kontakt zur Stadtverwaltung hergestellt: „Wir haben mit der Stadt eine Patenschaftsvereinbarung aufgesetzt“, erläutert Baier. So könne das Gelände als „grüner Punkt in der Mitte zum Nutzen aller“ gestaltet werden von der „sehr aktiven Nachbarschaft“ im Bereich der früheren Siedlung Labbus, von manchen liebevoll-spöttisch auch „Ziegenbockshausen“ genannt.

Siedlungsgemeinschaft besteht seit 1959

Dafür hätten sich laut Andreas Rochner anfangs vier Haushalte zusammengetan, schließlich sei der Kreis auf zehn angewachsen. „Die Siedlungsgemeinschaft gibt es hier schon seit 1959, und wir führen das weiter fort.“ Auch neu Zugezogene würden sich schnell daran beteiligen.

Bezüglich der Gestaltung der Fläche habe man Kontakt aufgenommen zum Nabu-Ortsverband Sulingen, dessen Mitglied Bernhard Köstermenke einen Bepflanzungsplan mit heimischen Arten erstellt habe, darunter Hundsrose, Holunder, Sanddorn, Hartriegel und Vogelbeere. Die Gewächse habe man auf eigene Kosten in der Siedenburger Baumschule Husmann „zu einem günstigen Preis“ erworben.

Heimische Gehölze und Wildblumen

An drei Samstagen hätten sich die Helfer – coronakonform aufgeteilt in feste Teams – dann an die Umsetzung der Pläne gemacht, und die Nachbarn, die nicht aktiv mithelfen konnten, hätten sich um die Verpflegung gekümmert, betont Rochner. Zunächst seien an der Ostpreußenstraße die alten Baumstümpfe und Büsche mit Radlader und Traktor beseitigt worden, bevor das Erdreich gefräst wurde. Hier erhielten die angeschafften Pflanzen ihre neue Heimat. In einem Bereich an der nördlichen Seite der Fläche soll zudem eine Wildblumenwiese entstehen. Die vorhandenen Bänke seien neu angeordnet worden, um eine Sitzgruppe zu bilden und hier solle in Zukunft noch ein Tisch hinzukommen. Schließlich sammelten die Helfer noch Feldsteine und legten daraus eine Fläche an, die künftig eine sichere Unterlage für einen mobilen Feuerkorb bilden könne.

Johanna Pinkas, Vorsitzende des Nabu-Ortsverbandes, überreichte jetzt zwei Fledermauskästen an Rochner, Baier und Melanie Kautz als Vertreter der Nachbarschaft: Sie sollen in den Bäumen auf dem Gelände angebracht werden. Bereits bei der Auswahl sei darauf geachtet worden, dass diese Blüten bilden, die Insekten anlocken, fügt Rochner hinzu, und auch der Bau eines Insektenhotels sei denkbar.

Das ist vielleicht ein Leuchtturmprojekt für die anderen ehemaligen Spielplätze.

Thomas Baier

Die Fläche gehört weiterhin der Stadt Sulingen, stellt Thomas Baier klar. Daher werde das Team des städtischen Bauhofes auch das Rasenmähen übernehmen, während sich die Nachbarn um den Unterhalt und die Pflege der übrigen Bereiche kümmern. „Das ist vielleicht ein Leuchtturmprojekt für die anderen ehemaligen Spielplätze.“

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