Nach einem Jahr Förderung: Sulinger Malerin Maleen Linke (27) stellt in Northeim aus / 200 Gäste bei Vernissage

„Ein Jahr, das ich nicht missen möchte“

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Rundgang durch die Ausstellung: Maleen Linke mit Guido Mönnecke, dem Vorstandsvorsitzenden der Kreis-Sparkasse Northeim.

Sulingen - „Das war ein Jahr, das ich nicht missen möchte“, sagt Maleen Linke. Für zwölf Monate hatte die Stiftung der Kreis-Sparkasse Northeim der 27-Jährigen aus Sulingen ein Stipendium zur Verfügung gestellt; mietfreie Unterkunft und mietfreies Atelier, monatliche finanzielle Unterstützung. Die Stiftung gibt jungen Künstlern die Gelegenheit, für ein Jahr in geeigneten Räumlichkeiten ohne wirtschaftlichen Zwang ihre Kunst auszuüben. Mit der Abschlussausstellung in den Räumen der Hauptstelle des Kreditinstitutes endet die Förderung. Das Ziel der 27-Jährigen, sich selbst während der zwölf Monate in Northeim Klarheit über ihren eigenen zukünftigen Werdegang zu verschaffen, sei nur bedingt aufgegangen, sagt sie heute.

Hatte Maleen Linke kurz vor Antritt des Stipendiums und der Abgabe ihrer Masterarbeit bei der Uni Oldenburg noch offen gelassen, ob sie sich zukünftig ganz der Malerei beziehungsweise doch einem Referendariat widmen werde, steht heute fest, „dass es noch kein Referendariat sein wird“, sagt die 27-Jährige. „Alles andere wird sich in den nächsten Monaten ergeben.“ Aktuell habe sie sich entschieden, in Northeim zu bleiben und sich an einer Ateliergemeinschaft zu beteiligen.

Der künstlerische Beirat der Stiftung hatte Maleen Linke unter 20 Bewerbern ausgewählt. „Darunter auch Meisterschüler“, weiß die 27-Jährige. „Insofern fasse ich das Stipendium als Kompliment für meine Arbeit auf.“ Nicht zuletzt wohl auch, weil der Beirat nach eigenen Angaben Jahr für Jahr „gehobene Qualitätskriterien“ anlege.

Beworben um das Stipendium hatte sich die Malerin auf Empfehlung von Professor Wolf Bröll von der Universität Vechta, wo die Abiturientin vor dem Master-Studium in Oldenburg den Bachelor-Studiengang Kunstpädagogik und Germanistik absolviert hatte. Bröll war es auch, der Maleen Linke 2011 als Laudator zu ihrer ersten Ausstellung in der Volksbank Sulingen, „Bilder aus der Produktion“, begleitet hatte.

Die Leidenschaft für Kunst im Allgemeinen habe allerdings eine andere schon viel früher geweckt: „Das war Waltraut Gutmann, meine Kunstlehrerin in der siebten Klasse am Gymnasium”, erinnert sich die Künstlerin. „Zuerst mochte ich nur zeichnen, das Malen war nicht so mein Ding.“

Die 46 Arbeiten umfassende Ausstellung, die Maleen Linke jetzt in der Kreis-Sparkasse Northeim vorstellte, spricht eine andere Sprache: Aus den „Bildern aus der Produktion“ sind zwischenzeitlich „Prozess und Produkt – Leerstellen in der Maschinenmalerei“ geworden; wohl in Anlehnung an den Titel ihrer Masterarbeit, „Die Leerstelle als Kennzeichen des Unvollständigen?“, die an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg mit einer Eins vor dem Komma bewertet wurde.

Für die Ausstellung bei der Kreis-Sparkasse Northeim hatte die 27-Jährige in Firmen der Region, aber auch in Museen wie dem PS-Speicher in Einbeck und der Blankschmiede Neimke in Dassel recherchiert. Zum Teil hätten die Firmen den Kontakt zu der Malerin gesucht, sagt die Künstlerin mit Blick auf Unternehmen wie „Continental“ in Northeim. „Ich habe so viele Motive gefunden, die es wert sind, gemalt zu werden. Deshalb bleibe ich auch erst einmal in der Region.“

Zu ihrer Abschlussausstellung empfing die 27-Jährige über 200 Gäste. Sie nutzte die Gelegenheit, dem Kuratorium der Stiftung der Kreis-Sparkasse Northeim für die Unterstützung zu danken. „Es war wirklich eine angenehme Zeit. Das war ein Jahr, das ich wirklich nicht missen möchte.“

oti

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