Nach Brandstiftungen im Sportpark Sulingen

Verdächtige wieder auf freiem Fuß

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Clubhaus des TuS Sulingen nach dem ersten Brand.

Sulingen - Donnerstagmittag wurden die beiden mutmaßlichen Täter der Brandstiftungen im Sportpark in den Nächten zum 13. Dezember vergangenen Jahres und 19. Januar am Amtsgericht Sulingen dem Haftrichter vorgestellt. Der hat nach Angaben eines Polizeisprechers am Donnerstagabend keine ausreichenden Haftgründe gesehen – und die beiden Tatverdächtigen zunächst wieder auf freien Fuß gesetzt. Die Ermittlungen und damit das Verfahren laufen weiter, heißt es seitens der Polizei.

Details aus dem Termin am Amtsgericht Sulingen sind nicht bekannt. Am Mittwochnachmittag hatten die Beamten der Polizeiinspektion Diepholz gemeldet, dass sie am Vormittag nach umfangreichen Ermittlungen zwei 17-jährige Tatverdächtige festgenommen hatten. Die Altersangabe korrigierte die Polizei inzwischen: Die beiden Tatverdächtigen sind demnach 18 Jahre alt. Am Mittwoch hieß es, dass einer der Männer die Taten inzwischen gestanden habe. Die Festnahmen waren am Mittwochabend und Donnerstag Gesprächsthema Nummer eins im Mittelzentrum.

Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb erreichte die Mitteilung der Polizei beim Besuch der „Grünen Woche“ in Berlin. „Für uns ist der Ermittlungserfolg beruhigend“, sagt der Bürgermeister mit Blick auf die zwei Brandstiftungen innerhalb eines Zeitraumes von fünf Wochen. „Ich gehe davon aus, dass die beiden Heranwachsenden jetzt einer angemessenen Strafe zugeführt werden. Ohne Details zu kennen, möchte ich mich aber dazu nicht weiter äußern.“

Der Bürgermeister mit Blick auf die Geschädigten, neben der Stadt Sulingen und dem TuS Sulingen als Eigentümer des Sportfunktionsgebäude mit Clubhaus, der Pächter der Gaststätte und die Mieter der Einliegerwohnungen des Gebäudes: „Neben den Schäden, von denen die Pächter und die Mieter betroffen sind und die keine Versicherung übernimmt, haben sich die Täter vor allem sich selbst geschadet und das ganze Leben versaut.“

In den sozialen Netzwerken werden die Ermittlungserfolge der Polizei durchgängig positiv bewertet und die Taten verurteilt: „Das sind keine Dumme-Jungen-Streiche mehr“, „Die beiden können ihre Koffer packen und aus Sulingen auswandern“, aber auch „Bitte nicht gleich mit Steinen werfen und vorschnell verurteilen“. Dirk Rauschkolb warnt vor Vorverurteilungen: „Das ist jetzt einzig und allein Sache der Justiz. Für uns bleibt festzuhalten, dass die Ermittler hervorragende Arbeit geleistet haben.“ Die 3 000 Euro Belohnung, die die Stadt Sulingen für Hinweise, die zur Ergreifung der Täter führen, bleiben unangetastet.

Auf die Finanzierung des Wiederaufbaus des Sportfunktionsgebäudes mit Clubhaus im Sportpark habe eine mögliche Verurteilung der beiden 18-Jährigen keinen Einfluss. „Das wäre dann eine Angelegenheit zwischen der Versicherung und den Tätern. Ich gehe mal davon aus, dass der Versicherer versuchen wird, sich das Geld zurückzuholen.“ Derweil schreiten die Arbeiten der Brandsanierer im Sportpark voran. Der Bürgermeister geht davon aus, dass die Fachfirmen noch sechs bis acht Wochen mit Analysearbeiten beschäftigt sind und dabei die noch vorhandene Gebäudesubstanz untersuchen. „Unmittelbar danach beginnt der Wiederaufbau.
oti

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