Photovoltaikanlage produziert ohne Förderung weiter

Volksbank Sulingen: Nach 20 Jahren versiegt der Stromfluss nicht

Volksbank-Vorstand Jürgen Düver steht auf dem Dach der Volksbank vor der Photovoltaik-Anlage.
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Die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Volksbank in Sulingen soll künftig den Eigenverbrauch des Gebäudes decken, sagt Volksbank-Vorstand Jürgen Düver.

Sulingen – „Er läuft und läuft und läuft...“ Mit diesem Spruch pries der Hersteller Volkswagen vor vielen Jahren die Zuverlässigkeit seines Erfolgsmodells, des Käfers. Ähnliches ließe sich über die Photovoltaikanlage auf dem Dach der Volksbank-Hauptstelle in Sulingen sagen: Auch nach mehr als 20 Jahren produziert sie Strom – und das soll sie weiterhin tun.

Das Setzen auf Strom aus erneuerbaren Energiequellen hat in der Region durchaus Tradition, weiß Friedhelm Magers, einer der Initiatoren der Anlage: „Bereits Ende der 1980er Jahre haben Sulinger Bürgerinnen und Bürger erkannt, dass Klimaschutz für das Überleben auf unserem schönen Planeten unumgänglich ist.“ Allen voran sei in der Region dafür Hartmut Wagner ein Pionier gewesen, er habe bereits 1989 in Sulingen die erste Windkraftanlage errichtet. Zudem gründete er den Arbeitskreis Solarenergie, in dem auch Friedhelm Magers und der spätere Sulinger Bürgermeister Harald Knoop mitwirkten. Mit vielen Informationsveranstaltungen, beispielsweise den Sulinger Solarwochen, habe man dafür gesorgt, dass die Stadt über die Kreisgrenzen hinaus als Kompetenzzentrum für erneuerbare Energien galt. Für ihr großes Engagement sei die Stadt 1997 mit dem Deutschen Solarpreis ausgezeichnet worden und habe Platz drei in der Solarbundesliga belegt.

Als die Volksbank Ende der 1990er Jahre mit der Planung ihres neuen Bankgebäudes auf dem Karl-Gieseking-Platz begann, sei für Harald Knoop und ihn klar gewesen, dass auf diesem innovativen Gebäude eine Photovoltaikanlage nicht fehlen darf, erinnert sich Friedhelm Magers. Mit dem damaligen Vorstand der Volksbank sei darüber rasch Einigkeit erzielt worden, und man habe die „Sulinger Sonnen-Bank GbR“, eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts, gegründet. Als Geschäftsführer waren Harald Knoop, Lothar Sickert und Friedhelm Magers tätig, 37 weitere Gesellschafter beteiligten sich, sodass die „Sonnen-Bank“ im Jahr 2000 auf dem Dach des Geldinstituts die erste Bürgersolaranlage im Landkreis Diepholz errichten konnte.

Fast 400 000 Kilowattstunden Strom bisher produziert

Seither habe sie mit ihren 252 Modulen problemlos fast 400 000 Kilowattstunden Strom produziert, der in das öffentliche Netz eingespeist wurde. „Die prognostizierten Erträge wurden weit übertroffen“, bilanziert Friedhelm Magers. Das Engagement der „Sonnen-Bank“ sei eine sehr gute Entscheidung gewesen, und auch gesamtwirtschaftlich könne gesagt werden, dass sich die Förderung der Energieerzeugung aus regenerativen Quellen bewährt hat, „denn die erneuerbaren Energien tragen heute zunehmend zur nachhaltigen Energieversorgung in Deutschland bei.“

Nach 20 Jahren lief im vergangenen Jahr die Förderung durch das „Erneuerbare-Energien-Gesetz“ (EEG) aus. Das bedeutet jedoch nicht das Ende der Anlage, denn per 1. Januar habe die Volksbank sie von der „Sonnen-Bank“ übernommen, sagt Vorstandsmitglied Jürgen Düver. „Die Produktionszeiten passen hervorragend zu unseren Arbeitszeiten.“ Im Sommer, wenn mehr Strom durch die Photovoltaik produziert werde, gebe es aufgrund der immer mehr zunehmenden Kühlung auch einen höheren Bedarf: „Wir verbrauchen den Strom nahezu komplett.“

Anlage soll künftig komplett den Eigenverbrauch decken

Nach auslaufender Förderung hätte die Anlage – ohne Eigenverbrauch des Stroms – bei rein wirtschaftlicher Betrachtung abgebaut werden müssen, aber „das ist nicht nachhaltig.“ Anfangs sei prognostiziert worden, dass die Module pro Jahr 0,5 Prozent oder mehr an Leistung verlieren, aber seine Wahrnehmung sei, dass die Leistung kaum schlechter geworden sei. Eventuell müssten die Wechselrichter noch einmal ausgetauscht werden, aber er gehe davon aus, dass die Anlage noch mindestens zehn bis 15 Jahre Lebensdauer hat. „Wir sind allgemein gehalten, uns mehr in Richtung Nachhaltigkeit zu bewegen, auch beim Thema Energieversorgung.“ Das gelte für die Volksbank selbst, etwa bei den neuen Filialen wie aktuell in Borstel, wo auch eine Photovoltaikanlage mit installiert werde, aber auch bei privaten Neu- und Umbauten. Zudem sei die Bank auch schon sehr intensiv in der Finanzierung von regenerativen Energien tätig.

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