Kappe des Galerieholländers in Labbus ist fast vollständig restauriert

Mühlenverein sucht Festalternative

Nahezu vollständig restauriert ist mittlerweile die Kappe der Mühle in Labbus. Fotos: Mühlenverein Labbus

Sulingen – Die Deutsche Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) hat den für den 1. Juni geplanten 27. Deutschen Mühlentag vor dem Hintergrund der Corona-Krise abgesagt. Damit entfällt auch das Mühlenfest, zu dem der Mühlenverein Labbus sonst im Rahmen der bundesweiten Veranstaltung für Pfingstmontag einlud. Dabei hätte das Fest in diesem Jahr eine besondere Attraktion haben sollen – mit der Präsentation der frisch restaurierten Mühlenkappe: „Das ist jetzt die schönste Kappe, die wir kennen“, schwärmt Aileen Hansing, Schriftführerin des Mühlenvereins.

Anfang Februar war die Kappe vom Mühlenbau-Unternehmen Pätzmann aus Winsen  an der  Luhe wieder nach Labbus gebracht worden (wir berichteten). Nachdem die groben Arbeiten mit dem Zusammensetzen der einzelnen Bauteile rasch erledigt waren, benötigten die Feinarbeiten viel Zeit: „Bis Dienstag vergangener Woche waren die Mühlenbauer durchgehend hier“, berichtet Aileen Hansing.

Inzwischen ist die Kappe verschalt und gedeckt. Es sei dem Verein wichtig gewesen, mit Gerbes Dächer einen örtlichen Dachdecker damit zu beauftragen, damit im Fall eines Schadens auch rasch jemand vor Ort sein kann.

Ebenfalls an der Kappe montiert ist der Windbock, der die Windrose trägt. Bei der farblichen Gestaltung – das Dach in Grün und der Windbock in Rot – habe man sich an den historischen Farben orientiert. „Wir wollen den letzten Betriebszustand der Mühle wiederherstellen“, erläutert Hansing. Dazu gehört auch, dass am kommenden Wochenende die umlaufende Kappengalerie fertiggestellt werde. Das seien die letzten Eigenarbeiten, die der Verein an der Kappe erledigen kann. „Corona macht uns das nicht einfacher, das war teilweise eine Herausforderung.“ Man habe nur in Kleinstgruppen arbeiten können, und oft hätten nur Paare gearbeitet, die auch zusammen leben.

Damit die Kappe wieder ihren eigentlichen Platz einnehmen kann, musste in den vergangenen Wochen der hölzerne Achtkant, der auf dem Mauerwerk aufsitzt, wieder in Position gebracht werden. Hier hatte es vor vielen Jahren an der Westseite einen Schaden gegeben, durch den Wasser eindrang. Infolgedessen waren an mehreren Eckständern die Füße verfault, sodass der Drehkranz stellenweise um bis zu sieben Zentimeter aus der Waage geraten war. Die Kappe habe sich deswegen nicht mehr vollständig drehen können – über die Vertiefung habe man die Kappe mit einem Kuhfuß drücken müssen, sagt Hansing. Irgendwann habe man daher die Kappe befestigt, weswegen mit Windkraft nur noch gemahlen werden konnte, wenn der Wind aus Südwesten kam. Dieser Schaden ist nun behoben: Mit hydraulischen Pressen hoben die Fachleute des Mühlenbauers die betroffenen Eckständer Millimeter für Millimeter an, um die schadhaften Füße ausbessern und unterfüttern zu können.

Damit sind die Voraussetzungen dafür geschaffen, dass in Kürze die Kappe per Kran wieder auf den Achtkant gesetzt werden kann. Das muss aber ohne Publikum geschehen, um den Anordnungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie zu genügen. Man überlege daher, den Vorgang zu filmen und das Video auf der Internetseite des Mühlenvereins (www.labbusmuehle.de) zu veröffentlichen, kündigt Hansing an. Auch für das entfallende Mühlenfest suche man nach einer Alternative, um den Fortschritt der Restaurierung zu feiern.

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