Azubi bei Bauking Ranck

„Nach wochenlangem Bangen“: Moumouni Sangare darf bleiben

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Moumouni Sangare, auf dem Bild im Kreis seiner Kollegen von Bauking Ranck in Sulingen (3.v.l.), darf seine Ausbildung fortführen.

„Nach wochenlangem Bangen“ spricht Gerd Meyer, Angehöriger der Geschäftsleitung von Bauking Ranck in Sulingen, von „einer freudigen Nachricht“: „Moumouni Sangare darf seine Ausbildung weiterführen.“ Was lange drohte, war die Abschiebung in das Erst-Einreiseland Italien.

Sulingen – Der heute 27-Jährige war vor zwei Jahren von der Elfenbeinküste über Italien nach Deutschland gekommen.

Im September hatte er eine Ausbildung bei BVG Ranck zur Fachkraft für Lagerlogistik begonnen.

Die Frist einer möglichen Überführung in das Erst-Einreiseland Sangares ist Ende vergangenen Jahres verstrichen. Laut Dublin II-Verordnung hätte noch 2018 dort das Asylverfahren abgewickelt werden müssen. Gerd Meyer: „Also dort, wo er sich nach seiner Flucht zuerst hat registrieren lassen müssen. Da die Abschiebung in der Verordnung zu dem Zeitpunkt vorrangig gegenüber einer Ausbildung oder gar Festeinstellung ist, hatten wir seitens der Belegschaft alle Hebel in Bewegung gesetzt, damit Moumouni in Deutschland bleiben kann.“ Nach Verstreichen der Frist gelte deutsches Recht. Moumouni Sangare könne in der Bundesrepublik bleiben – und seine Ausbildung fortführen. Der Auszubildende selbst: „Ich bin dankbar.“

Seit Anfang 2018 geht Moumouni Sangare bei Bauking Ranck am Hasseler Weg ein und aus. „Zunächst als Praktikant“, erklärt Gerd Meyer. „Schnell haben wir gemerkt, wie wissbegierig der junge Mann ist und wie gewissenhaft er arbeitet. Er verfügt über großes Potenzial.“

Dass sich Mitarbeiter und Kollegen für den heute 27-Jährigen eingesetzt haben, „lag nahe“, erinnert Meyer. „Dass wir ihm einen Ausbildungsplatz anboten, auch.“ Umso größer sei jetzt die Freude bei allen Beteiligten, dass der 27-Jährige zunächst in Deutschland bleiben darf.

Stammgast bei Willkommensfesten von Bethel

Eine der Beteiligten ist „Patin“ Astrid Ellmers, ehrenamtliche Mitarbeiterin der Flüchtlingsinitiative Sulingen. Die Sulingerin schätzt vor allem die Bereitschaft des 27-Jährigen, sich in die Gesellschaft zu integrieren. Moumouni Sangare gehöre zu den Stammgästen der Willkommensfeste von Bethel im Norden, evangelisch-lutherischer Kirchengemeinde Sulingen und Flüchtlingsinitiative Sulingen, die die Gastgeber im halbjährlichen Rhythmus anbieten; genauso zu den geführten Fahrradtouren, zu denen die Stadt Sulingen in regelmäßigen Abständen in den Sommermonaten einlädt. Moumouni Sangare ist seit April 2017 Mitglied im Gesangsverein Schmalförden und wurde dort erst kürzlich für seine regelmäßige Beteiligung an den Chorproben ausgezeichnet. Astrid Ellmers bezeichnet den 27-Jährigen als „an allem interessiert und kontaktfreudig; nicht nur gegenüber seinen Landsleuten.“

Kontaktfreude, die sich auch im ehrenamtlichen Engagement des 27-Jährigen widerspiegelt; etwa für den Senioren- und Behindertenbeirat der Stadt Sulingen. „Moumouni war uns schon oft eine große Hilfe“, sagt Sprecherin Eva Kurth. Genauso tritt der Auszubildende für andere Flüchtlinge ein. Schon 2017 absolvierte er einen Sprachmittlerlehrgang. Seitdem hilft er anderen Gästen der Stadt, sich im Mittelzentrum einzuleben, und tritt als Mittler etwa bei Arzt- oder auch Behördenbesuchen auf.

Was laut Gerd Meyer von Bauking Ranck am Ende auch dazu geführt hat, dass man sich für den 27-Jährigen einsetzte. „Wir arbeiten unheimlich gerne mit ihm zusammen.“ 

oti

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