Bündnis „Städte Sicherer Häfen“

Sulingen, Syke und Weyhe erklären sich bereit, Moria-Flüchtlinge aufzunehmen

Im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos waren 12 000 Menschen untergebracht. Konzipiert war das Lager für etwa 2 500 Personen. Beide Zahlen treten, nachdem das Lager niedergebrannt ist, in den Hintergrund, denn nun gilt es nur, die Menschen unterzubringen.

  • Im Flüchtlingslager Moria auf der Insel Lesbos gab es ein verheerendes Feuer.
  • Sulingen, Syke und Weyhe haben sich dem Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ angeschlossen.
  • Städte und Gemeinden sind bereit, Moria-Flüchtlinge aufzunehmen.

Sulingen/Syke/Weyhe – Nicht nur einige oder manche, denn kein Leben ist mehr wert als ein anderes, sondern alle. Die Bereitschaft gibt es – auch im Landkreis Diepholz und auch über Zuteilquoten hinaus. Zumindest in den Städten Sulingen und Syke sowie der Gemeinde Weyhe, die sich zu sogenannten Sicheren Häfen erklärt haben.

InselLesbos
LandGriechenland
Gewässer Mittelmeer
HauptortMytilini

Bürgermeister von Sulingen spricht von „Katastrophe für die Menschlichkeit“

Von einer „Katastrophe für die Menschlichkeit“ spricht Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb. Niemand könne, glaubt er, beim Anblick der Bilder vom Lager nicht schockiert sein, doch dieser Schock dürfte keine Prozesse stoppen. „Es besteht Handlungsdruck, das Schicksal der Menschen steht im Vordergrund“, sagt er. „Es ist zu spät für Erklärungen – wir brauchen Taten“ hatte das Bündnis „Städte Sicherer Häfen“ gefordert und Rauschkolb ist da ganz deutlich: Sulingen hat sich dem Bündnis angeschlossen und damit steht er auch vollkommen hinter dieser Forderung. Wenn nun jemand der Stadt mitteilt, dass sie Menschen aufnehmen muss, „sind wir bereit, das steht außer Frage“.

Moria: Migranten fliehen vor neu ausgebrochenen Feuern mit ihren Habseligkeiten aus dem Flüchtlingslager Moria, nachdem zuvor bereits mehrere Brände das Lager nahezu vollständig zerstört hatten.

Stadt Syke will Menschen aus Moria aufnehmen

Die Stadt Syke hat am Donnerstag und Freitag bei den für Zuteilungen zuständigen Behörden nachgefragt, wie die Situation sich darstelle, berichtet Bürgermeisterin Suse Laue. Ohne Ergebnis, denn auch diese warten auf Entscheidungen. „Das, was da passiert, ist ganz entsetzlich für die Menschen. Die Zustände in Moria waren es vorher schon“, kommentiert Laue und betont die Dringlichkeit, die seit Jahren herrsche. „Man sollte sich die menschlichen Schicksale vor Augen halten“, erklärt sie. „Die Stadt Syke hat freie Plätze. Wir wären selbstverständlich bereit, Menschen aus Moria aufzunehmen.“ Allein ihre Hoffnung, dass auf den Entscheidungsebenen der EU und im Bund eine verantwortungsvolle Lösung gefunden wird, ist nicht sehr groß. „Es sollte aufrütteln, aber ich habe den Eindruck, es wird weiterhin keine Lösung gefunden.“

Flüchtlinge aus Moria: Lässt der Bund die Aufnahme zu?

Statt Hilfe für alle Menschen also nur bürokratisches Geschachere, in dem Leben zur Verhandlungsmasse werden? „Das ist letztendlich davon abhängig, ob der Bund, sprich der Innenminister, zulässt, dass Menschen, die in Not sind, hierher kommen können“, erklärte Frank Seidel, Bürgermeister der Gemeinde Weyhe am Donnerstag in einem NDR-Interview. Wenn am Ende eine Zahl X nicht nach den üblichen Schlüsseln verteilt werden könnte, erklärt Laue, sollte man schauen, dass eine Verteilung auf die Sicheren Häfen möglich wird und sie über Zuteilungsquoten hinweg ihre Kapazitäten nutzen dürfen, um zu helfen. Eine Katastrophe oder unmöglich wäre das sicher nicht, betonte Seidel im NDR: „Es ist erst mal keine Frage der Anzahl, sondern der Stand, dass wenn man wollte, wir alle gemeinsam helfen könnten.“

Rubriklistenbild: © Socrates Baltagiannis/dpa

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