„Deine Kleeblattzeit“: Nicole Arends Team bietet Senioren- und Alltagsbegleitung an

Um mitten im Leben zu bleiben

Rainer Arend (Nicole Arends Schwager) absolviert ein Praktikum als Alltagsbegleiter bei „Deine Kleeblattzeit“: Der 58-Jährige ist Bäckermeister, hier zeigt er bei einem Einsatz in Wagenfeld, wie man den Teig für einen traditionellen Butterkuchen herstellt.

Sulingen - „Wir bieten Hilfestellung in jeglicher Art. Im Prinzip alles, wobei Senioren, Menschen mit Handicap, aber zum Beispiel auch Berufstätige mit Kindern Unterstützung benötigen, außer Pflegeleistungen“, definiert Nicole Arend, was unter Senioren- und Alltagsbegleitung zu verstehen ist. Im März 2016 machte sich die 36-jährige Sulingerin selbstständig – aktuell gehören neben ihr zwölf haupt- (auf 450-Euro-Basis) und ehrenamtliche (die eine Aufwandsentschädigung bekommen) Mitarbeiter zum Team von „Deine Kleeblattzeit“.

Das kümmert sich derzeit um 40 Kunden im Sulinger Land und angrenzenden Kommunen – nicht gerechnet die, die nur gelegentlich die Dienste der Senioren- und Alltagsbetreuung in Anspruch nehmen. „Ich habe eine Warteliste, komme auch mit den Bewerbungsgesprächen fast nicht hinterher“, stellt Nicole Arend fest. Mit Zahlen kann sie es nicht untermauern, aber ihr Eindruck ist: „Der Bedarf ist da, Sulingen ist noch nicht ansatzweise versorgt.“ Dies, obwohl in der Stadt noch der Bauverein und der Verein „Nachbarschaftshilfe“ ähnliche Angebote vorhalten, mit dem Ziel, möglichst lange eigenständiges Wohnen zu ermöglichen.

Arend will niemand ins „kalte Wasser“ schmeißen

„50 Prozent von dem, was wir tun, dient der Entlastung von pflegenden Angehörigen, die Angst haben, ihre sozialen Kontakte zu verlieren, die auch mal etwas Zeit für sich brauchen.“ Gerufen würden die „Kleeblätter“ von den Angehörigen, laut Arend verstärkt und immer früher auch von Senioren selbst und manchmal würden ambulante Pflegedienste und Krankenkassen zwischen ihren Kunden und den Senioren- und Alltagsbetreuern den Kontakt herstellen. Deren Leistungen richten sich ganz individuell nach den Wünschen und Bedürfnissen der Personen, die Begleitung brauchen: „Es geht etwa um Fahrten zum Arzt oder zum Einkaufen, gemeinsames Kochen, Spaziergänge. Wir stellen sicher, dass Menschen mit Demenz ihre Mahlzeiten bekommen, ihre Medikamente einnehmen, mal rauskommen aus ihren vier Wänden.“ Unterhaltungen, Gesellschaftsspiele, Malen oder Basteln, Sitztanz, Gymnastik und Gedächtnistraining, Unterstützung bei Schriftverkehr und Formularen, kleineren Hausarbeiten – „wir versuchen, Mobilität und Abwechslung zu schaffen.“

Für das Tagesseminar für ihre Mitarbeiter nutzt Nicole Arend (Mitte) die Räume des Familiengesundheitszentrums Sulinger Land.

Nicole Arend ist gelernte Arzthelferin. Als sie nach der Geburt ihrer Tochter nicht mehr in ihren Beruf zurückkehren konnte, engagierte sie sich selbst ehrenamtlich, erwarb die Qualifikation als „Alltagsbegleiterin für Menschen mit Demenz“, absolvierte ein Fernstudium und ist Betreuungskraft nach Paragraph 87 b Sozialgesetzbuch XI.  Sie schult ihre Mitarbeiter kontinuierlich, in einem jährlichen Tagesseminar, für das sie die Räume des Familiengesundheitszentrums Sulinger Land nutzt, sowie regelmäßig im „Firmensitz“, ihrer Wohnung. Dabei geht es zum Beispiel um die Kommunikation und den Umgang mit Menschen mit Demenz, Basiswissen über das Krankheitsbild und die Pflege der zu betreuenden Menschen, Unfallverhütung sowie aktuelle Informationen zur Pflegegeld- und Betreuungsgeldsituation. Ins „kalte Wasser“ schmeißt sie weder Mitarbeiter noch Kunden, versichert Nicole Arend: Bei den ersten Besuchen ist sie dabei, befragt dann beide „Parteien“ unabhängig voneinander, ob es menschlich passt.

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