Sondereinsatz im Schnee

Mitglieder des THW-Ortsverbandes Sulingen räumen für Deutsche Bahn Wege im Harz frei

Im Harz befinden sich derzeit Einsatzkräfte des THW-Ortsverbandes Sulingen – ein Sondereinsatz für die Deutsche Bahn: Es gilt, die Zuwegungen zu den Tunneln und festgelegten Rettungsarealen wieder passierbar zu machen.
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Im Harz befinden sich derzeit Einsatzkräfte des THW-Ortsverbandes Sulingen – ein Sondereinsatz für die Deutsche Bahn: Es gilt, die Zuwegungen zu den Tunneln und festgelegten Rettungsarealen wieder passierbar zu machen.

Sulingen – Der Anruf kommt am Mittwoch um 11.30 Uhr: Zugführer Bastian Beich aus Sulingen, Dominik Neumann aus Kirchdorf und Rainer Meyer aus Stolzenau verlassen ihre Arbeitsstätten, fahren nach Hause, schnappen sich die Tasche mit den persönlichen Sachen, schmeißen sich in die THW-Einsatzkleidung und ab geht es. Um 18 Uhr ist das Trio bereits in Elze im Harz.

Fertig für den Nachteinsatz, die drei lösen eine Einsatzgruppe aus Hoya ab.

Was ist denn in Elze? „Wir sind im Auftrag der Deutschen Bahn vor Ort“, erklärt Volker Schweers, der den Ortsverband Sulingen des Technischen Hilfswerks seit über 20 Jahren als Ortsbeauftragter leitet. Er sagt zwar „wir“, tatsächlich aber „sitze ich zuhause in Sulingen im Warmen.“ Und berichtet am Donnerstag für die Kollegen von der ersten Einsatznacht, die Beich, Neumann und Meyer in Elze bei minus 21 Grad Celsius durchgearbeitet haben.

Schneeverwehungen machen Rettungsgassen unpassierbar

Nicht jedes Mitglied rückt zu jedem Einsatz aus. Der Auftrag durch die Deutsche Bahn resultiert nicht aus einem Unglück. Die Planungen rund um die Hochgeschwindigkeitsstrecke (Linie 26 zwischen Hamburg und Karlsruhe) der Bahn umfassen auch Zuwegungen zu Tunneln sowie Areale, die als Sammelstellen dienen, sollte auf freier Strecke etwas passieren. Schnee und besonders Schneeverwehungen haben die Rettungsgassen unpassierbar gemacht. Und hier setzt die Arbeit des THW an, das diese Rettungswege passierbar macht, damit, sollte eine Evakuierung eines Zuges notwendig werden, aus einem der Tunnel heraus oder von der freien Strecke, nicht erst dann mit den Räumungsarbeiten begonnen werden muss. Sondern dann Rettungskräfte schnell vor Ort sein können.

Mitglieder des THW-Ortsverbandes Sulingen seien als Zugtrupp eingesetzt, sagt Volker Schweers. Vor Ort zusammengezogen worden seien Räumungsgeräte wie Radlader, Bagger oder Unimogs mit Schneeschilden. „Zusammenziehen“ heißt in dem Fall, dass die Geräte aus Hannover, Rotenburg an der Wümme, Emden, Lüchow-Dannenberg oder Oldenburg zum Einsatzort geschafft werden.

Sulinger Team gehört zur Einsatzleitung

Das Team Sulingen gehört zur Einsatzleitung und koordiniert die komplette Logistik rund um die insgesamt 48 Einsatzkräfte aus unterschiedlichen Ortsverbänden, die in 24-Stunden-Schichten arbeiten. Zu klären ist dann: Wer ist wo im Einsatz? Seit wann? Getränke? Aufwärmen! Genug geschlafen? Pausen! Hat der Radlader noch genug Treibstoff im Tank? Wenn nicht, wo kann getankt werden? Wer macht das? Die Karte mit dem Einsatzbereich sowie den im Einsatz befindlichen Menschen und ihrem Gerät wird immer wieder aktualisiert. Immer wieder muss darauf geachtet werden, dass alle Voraussetzung erfüllt sind, dass Arbeiten laufen können. Es sei für alle eine Herausforderung, sagt Schweers. Die Maschinen sind, ebenso wie die Menschen, die sie bedienen, rund um die Uhr im Einsatz. Die Herausforderung: die hohe Menge an Schnee und die Schneeverwehungen. „Naja, es ist halt Winter“, sagt Volker Schweers.

Eine zusätzliche Schwierigkeit sind die coronabedingten Auflagen. Alle arbeiten mit FFP2-Maske, was zwar im ersten Augenblick bei zweistelligen Minustemperaturen wärmt, aber schnell sei die Maske feucht, müsse spätestens nach 70 Minuten gewechselt werden. Waren die Helfer beim Elbe-Hochwasser damals noch zu 100 Personen in der Turnhalle untergebracht, gibt es jetzt Einzelzimmer in einem der freien Hotels, das noch Personal vor Ort hat.

Fünf Tage sollte der Einsatz dauern, nicht länger, sagt Schweers. Man müsse auch an die Arbeitgeber denken, die ihre Mitarbeiter für den THW-Dienst freistellen. Da müsse man fair bleiben. Kein THW-Mitglied müsse ausrücken, besonders nicht, wenn berufliche oder auch familiäre Gründe dagegen sprechen.

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