Margitta Bopf verlässt Sulinger DRK-Blutspendeteam

„Mission Lebenssaft“ endet nach mehr als 30 Jahren

Margitta Bopf steht in ihrem Garten vor einem blühenden Apfelbaum.
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Mehr Zeit für ihren Garten hat Margitta Bopf nun.

Sulingen – Zu Blutspende-Aktion hatte der DRK-Ortsverein Sulingen Anfang des Monats in die Edensporthalle gebeten – nicht dabei war Margitta Bopf, die langjährige Leiterin des Arbeitskreises Blutspenden: „Die beiden Tage waren komisch – aber auch schön und entspannt.“

Schon seit Längerem habe sie die Leitung des von ihr seit 2009 geführten Arbeitskreises abgeben wollen. Beim Spendentermin im vergangenen November hätten Katrin Meyer und Bettina Ott die Lunchpakete an die Spender ausgegeben und mitbekommen, dass über die Nachfolge gesprochen wurde. Beide hätten sich vorstellen können, die Aufgabe zu übernehmen und gemeinsam habe man den Termin im Februar organisiert. „Zum Abschluss haben wir – mit entsprechend Abstand auf der Treppe – ein Glas Sekt getrunken.“

Ihre Zeit im Blutspendeteam hätte im November 1989 beginnen sollen, doch weil der Termin auf den 70. Geburtstag ihrer Mutter fiel, habe sie abgesagt und sei nur später dazugekommen, um sich die Sache einmal anzusehen. Den Spendenraum habe sie aber nicht betreten, weil sie (damals) kein Blut sehen konnte, sondern stattdessen an der Anmeldung mitgeholfen, berichtet die Sulingerin.

Blutspender schätzen neuen Standort in der Edensporthalle

Über die Jahre habe sich bei den Abläufen der Aktionen gar nicht viel verändert, blickt sie zurück. Die Hauptarbeit beginne etwa eine Woche vor dem eigentlichen Termin, wenn die Banner und Flyer für die Veranstaltung eintreffen und verteilt werden müssen. Später werde besprochen, was es zu essen geben soll, und die Einkäufe dafür würden erledigt. Am Morgen des ersten der beiden Blutspendetage würden die Räume hergerichtet, bevor gegen Mittag das Team des Blutspendedienstes eintreffe. Während der Blutspende kümmerten sich Helfer um die Anmeldung, die Betreuung der Spender und die Verteilung der Lunchpakete, am Abend des zweiten Tages werde abgebaut. Vor allem das Auf- und Abbauen sei im DRK-Haus an der Südstraße „richtige Buckelarbeit“ gewesen, aber seit die Termine wegen der Pandemie in der Edenhalle ausgerichtet werden, sei das einfacher, und es würden auch weniger Helfer benötigt. Zu denen habe auch immer ihr Ehemann Helmut gehört: „Er ist unser ,Eiermann‘ “, denn er habe sich unter anderem auch darum gekümmert, die Eier für das kalt-warme Buffet zu kochen und dafür stundenlang in der Küche gestanden.

Die veränderten Umstände in der Sporthalle seien kein Problem: „Den Spendern gefällt es dort – bis auf die Lunchpakete.“ Es fehle das Gesellige, oft seien Spender noch lange nach der Blutentnahme und der Ruhephase am Buffet sitzen geblieben: „Die mussten wir dann abends rausschmeißen“, erinner sich Margitta Bopf lachend. Überhaupt seien gerade die persönlichen Begegnungen verloren gegangen: „Das Blutspenden war wie eine Familie: Man kannte viele Spender mit Namen, die Kinder sind mitgekommen und viele davon haben später selbst gespendet.“

Zahl der Blutspender geht zurück

Mittlerweile sei die Zahl der Blutspender, wie bei vielen anderen DRK-Ortsvereinen auch, zurückgegangen. Gerade die Älteren seien immer verlässliche Spender gewesen, aber sie könnten nur bis zum Erreichen der Altersgrenze von 72 Jahren spenden. Die beiden Sondertermine – einmal mit Grillbuffet und einmal bei „McDonald’s“ –, die immer viele Teilnehmer angelockt hätten, seien aktuell nicht möglich. Auch die Angst sei unter den Spendern größer geworden, dabei werde in der Halle auf ausreichend Abstand, das Desinfizieren aller Flächen und das Tragen von Masken geachtet, und auch Geimpfte dürften Blut spenden. Das werde auch langfristig ein Problem, befürchtet Margitta Bopf, denn gerade zu den Sonderterminen seien viele Erstspender gekommen. Manche fänden zur Blutspende durch Vorfälle in der eigenen Familie, wenn ein Angehöriger Blutpräparate brauchte.

Wenn sie auch die Leitung des Arbeitskreises abgegeben habe, werde sie das Blutspenden immer verfolgen und stehe bei Fragen zur Verfügung. „Es ist richtig gut so: Es war schön, aber ich bin beruhigt, dass es gut weitergeht.“ Dem Ortsverein bleibe sie auch weiterhin erhalten als Bezirksfrau und als Mitorganisatorin beim Kunsthandwerkermarkt. Darüber hinaus verbringe sie gerne Zeit in ihrem Garten, bei Fahrten auf dem E-Bike („Ich bin eine Schönwetterfahrerin“) und mit ihren drei Enkelkindern: „Das ist nicht langweilig.“

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