Stadt Sulingen beschäftigt sich mit Schotter-Vorgärten

„Mini-Frischluftzonen“ sind das Ziel

Ein sogenannter Schottergarten, wie er mehrfach in Sulinger Wohngebieten zu finden ist. Fotos (4): Bartels

Sulingen – Sogar zu einer eigenen Seite bei Facebook haben sie es mittlerweile gebracht: Unter dem Titel „Gärten des Grauens“ lassen sich dort Fotos finden von Gartenliebhabern mit einem besonderen Sinn für Geschmack und einer Vorliebe für die Gartengestaltung mit reichlich Steinen. Auch die Stadt Sulingen beschäftigt sich mit diesem Gartentrend – allerdings nicht aus Geschmacksgründen, sondern mit Blick auf den Umweltschutz.

„Das ist ein sehr komplexes Thema“, sagt Wiebke Blohm, Teamleiterin Bauplanung und Bauordnung der Stadtverwaltung. Oftmals würden diese Gärten angelegt, weil sie als weniger aufwendig gelten, aber „sie sind gar nicht pflegeleichter, weil sich in dem groben Kies Laub und andere Stoffe festsetzen.“ Vor allem müsse man hier aus Gründen der Biodiversität und des Klimaschutzes ansetzen: „Es geht nicht darum, die Bürger zu knebeln, aber Vorgärten sind auch Mini-Frischluftzonen – sie dienen der Durchgrünung der Straßenzüge, sie sorgen für ein anderes Mikroklima und helfen den Insekten.“

Dieser Form der Gartengestaltung Einhalt zu gebieten, ist jedoch nicht so einfach: „Das Land Bremen hat eine Satzung erlassen, dass solche Gärten zukünftig verboten sind, und auch das Niedersächsische Umweltministerium befasst sich damit.“

In Sulingen gibt es bislang keine Handhabe, was an unterschiedlichen Zuständigkeiten liegt: „In Baugebieten mit einem Bebauungsplan können wir eventuell dagegen vorgehen, aber sonst nicht.“ In Mischgebieten sowie in den Innenstadtbereichen ohne Bebauungsplan sei zudem der Landkreis zuständig, und der befasse sich mit diesem Thema derzeit nicht. Das mache die Angelegenheit schwierig, weil es Bereiche gebe wie beispielsweise im Schwafördener Weg, wo Grundstücke in der Zuständigkeit der Stadt direkt an solche grenzen, für die der Kreis zuständig sei: „Da können wir niemandem erklären, warum er etwas nicht tun darf, was dem Nachbarn erlaubt ist.“

Abhilfe könnte dagegen eine entsprechende Satzung schaffen, die einheitlich für Sulingen gilt, und bis zum Sommer wolle sie den Entwurf einer solchen Satzung in die Gremien einbringen. Eigentümer eines bestehenden Schottergartens müssten sich jedoch keine Sorgen machen, denn rückwirkend sei ein Verbot nicht möglich. Vorzuziehen wäre ohnehin die Einsicht bei den Gartenfreunden: „Es gibt sehr gute Gestaltungsbeispiele für pflegeleichte und insektenfreundliche Gärten mit der richtigen Bepflanzung, und dazu bietet unter anderem der Nabu eine eigene Broschüre mit Tipps.“  hab

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