Rechtsstreit: Zivilsenat schlägt Vergleich auf Widerruf vor

4,3 Millionen Euro für Landvolk

Sulingen/Celle - Von Anke Seidel. Im Rechtsstreit zwischen dem Landvolk Grafschaft Diepholz und seinem ehemaligen Vorsitzenden Lothar Lampe sowie der Firma Westwind mit ihrem Geschäftsführer Gerard Meindertsma zeichnet sich eine Lösung ab: Die Verhandlung vor dem neunten Zivilsenat des Oberlandesgerichts Celle endete Mittwoch mit einem Vergleich auf Widerruf. Demnach würde das Landvolk insgesamt 4,3 Millionen Euro Schadensersatz (plus Zinsen für einen begrenzten Zeitraum) von Lampe und Meindertsma zurückerhalten – wenn alle Beteiligten den Vergleich akzeptieren.

Das Unternehmen Westwind und Gerard Meindertsma haben das bereits getan. Das geht aus einer Pressemitteilung hervor. Darin heißt es wörtlich: „Das Unternehmen Westwind und dessen Gründer und Geschäftsführer Gerard Meindertsma haben vor dem Oberlandesgericht Celle ihre Bereitschaft bekundet, die laufende rechtliche Auseinandersetzung mit dem Landvolk Diepholz durch einen Vergleich zu beenden.“

Dieser Schritt sei zwar nicht ideal, wird Gerard Meindertsma in dieser Mitteilung zitiert, denn man sei unverändert überzeugt davon, „dass die Berufungsinstanz unsere Sicht bestätigt hätte“. Mit der Entscheidung wolle man aber weiteren jahrelangen Rechtsstreit vermeiden, der alle Beteiligten inzwischen viel Zeit und Energie koste.

Entscheidung bis zum 31. Dezember

Im Klartext: Westwind zahlt dem Landvolk 1,67 Millionen Euro zurück, Lampe 2,63 Millionen Euro. Für eine Stellungnahme war der ehemalige Landvolk-Vorsitzende Mittwoch nicht zu erreichen. Aber die genannten Summen ordnete Jessica Laß als Pressesprecherin des Oberlandesgerichts Celle auf Nachfrage den jeweiligen „Beklagten“ zu. Sie bestätigte den Vergleich auf Widerruf, den der neunte Zivilsenat mit der Vorsitzenden Richterin Dr. Anette Wiegand-Schneider vorgeschlagen hatte. Bis zum 31. Dezember hat das Landvolk demnach Zeit, über die Annahme des Vergleichs zu entscheiden.

Landvolk-Vorsitzender Theo Runge erklärte auf Anfrage, dass diese Entscheidung den Mitgliedern der Kreisverbandsversammlung obliege – auf einer Sitzung möglichst noch im November.

Ein Déjà-Vu: Schon im vergangenen Jahr hatte die Kreisverbandsversammlung über einen Vergleich auf Widerruf entscheiden müssen – auch damals nach einer Verhandlung unter dem Vorsitz von Anette Wiegand-Schneider. Beklagte waren damals der ehemalige Landvolk-Geschäftsführer Wilhelm Bergmann sowie die Mitarbeiter Johann Lüken Gerdes und Algrid Hagen-Gerdes gewesen. Damals hatten 130 von 184 Landvolk-Vertretern in geheimer Abstimmung dafür votiert, eine Rückzahlung von 1,375 Millionen Euro anzunehmen und auf ein Urteil zu verzichten. Damals waren die Beklagten selbst vor das Oberlandesgericht gezogen.

So wie im aktuellen Fall auch: Die zehnte Zivilkammer des Landgerichts Verden mit Vorsitzender Richterin Michaela Brunssen hatte auf Rückzahlung von 7,5 Millionen Euro entschieden. Dieses Urteil war nicht akzeptiert und die nächste Instanz angerufen worden: Das OLG Celle.

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