Zwischen 18 und 22 Prozent

Die Mieten steigen im Landkreis: Weyhe besonders teuer

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Julia Feußahrens hat 900 Mietverträge im Landkreis Diepholz ausgewertet.

Seit acht Jahren steigen die Mieten im Landkreis Diepholz. In Wagenfeld ist der Quadratmeter schon für 2,81 Euro zu haben, in Weyhe jedoch sind dafür mehr als zehn Euro fällig.

Landkreis  Diepholz – Zwischen 22 und 18 Prozent sind die Mieten im Landkreis Diepholz innerhalb von acht Jahren gestiegen. Das geht aus einer Analyse hervor, die Julia Feußahrens, Studentin des Wirtschaftsingenieurwesen

Geoinformation, in ihren Semesterferien für die Regionaldirektion Sulingen-Verden im Landesamt für Geoinformation und Landesvermessung Niedersachsen (LGLN) erarbeitet hat.

„Die Gemeinden im Landkreis Diepholz stellen aufgrund des hohen Aufwandes keinen Mietpreisspiegel mit den Vergleichsmieten zur Verfügung“, heißt es in einer Pressemitteilung der Regionaldirektion. „ Die wichtigste Quelle bildet in unserer Region die Mietübersicht des Gutachterausschusses.“

Nord-Süd-Kreis-Gefälle erkennbar

Rund 900 Vergleichsmieten bildeten die Basis für die Arbeit von Julia Feußahrens. Demnach sind die Mieten im Nordkreis seit dem Jahr 2010 bis 2018 um 22 Prozent und die im Südkreis um etwa 18 Prozent gestiegen. Es ist also ein klares Nord-Süd-Kreis-Gefälle erkennbar. „Betrachtet man dies in Relation zu den Preisentwicklungen von zum Beispiel Eigentumswohnungen“, heißt es in einer Pressemitteilung der Regionaldirektion, „so steigen die Preise für Erstverkäufe zwischen 50 und 55 Prozent, während die Preise der Weiterverkäufe um 47 bis 62 Prozent zunehmen.“

Marktübliche Mieten im Landkreis Diepholz Grafik: LGLN

Das Fazit zieht als Vorsitzender des Gutachterausschusses Gerd Ruzyzka-Schwob: „Trotz der Mietpreissteigerungen bleiben diese hinter der Entwicklung der Immobilienpreise zurück, da die Immobilienbesitzer auch mit geringeren Renditen zufrieden sind.“

Die niedrigste registrierte Miete liegt der Untersuchung zufolge bei 2,81 Euro je Quadratmeter für eine Altbauwohnung in Wagenfeld, die höchsten bei über zehn Euro für Neubauten in Weyhe. Einfluss auf die Miete haben das Baujahr der Wohnung, die Wohnfläche und vor allem die Lage, symbolisiert durch Lageklassen – sprich Bodenrichtwerte in Euro.

„Bei Wohnungen des Baujahres 2015 im Nordkreis liegen die mittleren Nettokaltmieten bei 8,70 Euro je Quadratmeter“, heißt es im Fachbericht zu den Mieten, die in der Region Stuhr/Weyhe am höchsten sind. Denn hier betragen die Bodenrichtwerte – ein wichtiges Kriterium für den Grundstücksmarkt – mehr als 240 Euro pro Quadratmeter.

Andererseits liegen die Mieten im Mittel bei Altbauten des Südkreises bei 4,45 Euro je Quadratmeter im Bereich Schwaförden, Siedenburg und Kirchdorf. Diese Region hat die niedrigsten Bodenrichtwerte (bis zu 40 Euro pro Quadratmeter).

Schwaförden relativ preiswert

Die höchsten marktüblichen Mieten – normiert auf eine typische Wohnung des Baujahres 1980 – zahlen Bürger in Stuhr mit 7,50 Euro pro Quadratmeter und in Weyhe mit 7,80 Euro je Quadratmeter.

Danach folgt Syke mit etwa 6,80 Euro und Bassum mit 6,20 Euro pro Quadratmeter. Die meisten übrigen Gemeinden liegen zwischen fünf und sechs Euro, so ein Ergebnis der Analyse.

Relativ preiswert sind demnach mit unter fünf Euro je Quadratmeter die Mieten in Schwaförden, Wagenfeld und Kirchdorf. Allerdings: „Aus diesem ländlichen Bereich liegen auch die wenigsten Vergleichsmieten vor. Für die Samtgemeinde Siedenburg gibt es keine aussagefähige Anzahl von Vergleichsmieten.“

Als Vorsitzender des Gutachtersausschusses betont Gerd Ruzyzka-Schwob die Wichtigkeit der regelmäßigen Datenanalyse und Präsentation der Ergebnisse für die Öffentlichkeit. Die betriebliche Unterstützung durch Studenten und wissenschaftlichen Institute sei sehr willkommen.

Weitere Infos

Julia Feußahrens, Telefon: 04271/801 505, E-Mail: julia.feussahrens@lgln.niedersachsen.de

Angelika Stradtmann, Telefon: 04242/166 52, E-Mail: angelika.stradtmann@lgln.niedersachsen.de

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