Räuberische Erpressung: Sechs Jahre Haft

Mit Messer am Hals Code erzwungen

Verden/Staffhorst - Von Wiebke Bruns. Seine Freundin wollte er nicht mehr, aber ihr Geld. Um sie zur Herausgabe des Pin-Codes ihrer EC-Karte zu zwingen, fesselte der 51 Jahre alte Angeklagte aus Bruchhausen-Vilsen die Frau an ihr Bett und bedrohte sie mit einem Anglermesser. Am Montag wurde der vielfach vorbestrafte Mann am Landgericht Verden wegen besonders schwerer räuberischer Erpressung zu sechs Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

Kennengelernt hatten sich die damals in Scheidung lebende Frau und der Hobbyangler im Juli 2016 auf „Fischkopf“, einer Partnerbörse im Internet. Es entwickelte sich eine zunächst normale Liebesbeziehung, hieß es in der gestrigen Urteilsbegründung. „Er war auch großzügig, aber irgendwann gab es Probleme mit dem Geld“, stellte der Vorsitzende Richter Lars Engelke fest.

Am 19. Oktober 2016 wollte die Frau ausschlafen. Der Angeklagte hatte derweil schon seine Sachen in ihr Auto gepackt und ihre EC-Karte eingesteckt. „Er brauchte nur noch die Pin“, so der Vorsitzende. Dann kam für die Frau das böse Erwachen, im wahrsten Sinne des Wortes.

Alles Schreien nützte nichts

Wenn sie ihm vertraue, solle sie die Augen geschlossen halten, forderte er. Dies tat sie und bekam sogleich das Nylonband um die Hände gezogen. Sie wurde an den oberen Querbalken ihres Bettes gebunden, auch die Füße fesselte er. Alles Schreien nützte nichts. „Dann kam der schlimmste Teil“, betonte der Vorsitzende Richter. „Der Angeklagte nahm das Fischermesser, setzte sich auf die Nebenklägerin und hielt ihr die scharfe Klinge an den Hals. Zum Glück konnte sie sich selbst befreien. Wir wissen nicht, wie es sonst geendet hätte“, merkte der Vorsitzende an.

Sie musste mehrere hundert Meter zu Nachbarn laufen. Von dort alarmierte sie die Polizei und ließ ihre Karte sperren. Geld wurde nicht abgehoben. Der geklaute Schmuck wurde bei der Festnahme des Angeklagten sichergestellt. Das Handy hatte der 51-Jährige in Berlin für 100 Euro verkauft.

Zahlreichen Vorstrafen

„Das Tatgepräge und die Folgen für das Opfer lassen einen gar nicht an einen minderschweren Fall denken“, betonte Engelke. Zu berücksichtigen seien auch die zahlreichen Vorstrafen. „Jedes Jahr ist etwas Neues dazugekommen“, so der Richter. Darunter viele Geldstrafen, auch unbezahlte. Seit seiner Festnahme Anfang November 2016 verbüßte der 51-Jährige deshalb Ersatzfreiheitsstrafen. Auf eine kurze Untersuchungshaft folgt nun die Strafhaft, sofern das Urteil rechtskräftig wird.

Rubriklistenbild: © Symbolbild: dpa-avis

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