Autor Andreas Winkelmann stellt seinen Thriller in Sulingen vor

Menschenjagd in der Wildnis

Autor Andreas Winkelmann bringt Anschauungsmaterial zur Lesung im Bistro des Kaufhauses Ranck mit. - Foto: Kropf

Sulingen - Von Gerhard Kropf. Mit Gruselheftchen fing sie an, seine Liebe zur Literatur, berichtet der Thriller-Autor Andreas Winkelmann zu Beginn seiner Lesung im Bistro des Kaufhauses Ranck in Sulingen. Gelesen hat er sie auch unter dem Tisch der Schule an der Edenstraße, denn die ersten Schuljahre hat Winkelmann in Sulingen verbracht. Da er hier nach eigenen Angaben ein „ziemliches Unwesen“ getrieben hat, hoffe er, dass ihn von den Anwesenden keiner kennt.

Mit „Killgame“ ist im März sein zehntes Buch erschienen: Es spielt in der kanadischen Wildnis, wo eine vierköpfige Reisegruppe zwei Millionen Euro dafür bezahlt hat, mit Pfeil und Bogen auf Menschenjagd gehen zu können. Pfeil und Bogen hat Winkelmann zur Lesung mitgebracht.

Er berichtet, dass er vier Wochen in den Wäldern von Nova Scotia recherchiert und dort von dem 80-jährigen Werner das Überleben in der Wildnis und das Schießen mit dieser Waffe lernte. Der Autor kündigt den Beweis seiner Treffsicherheit an – unterlässt den Schuss aber, angesichts der vielen Menschen im ausverkauften Bistro war die Gefahr denn doch zu groß. Einige Fotos zeigen dem Publikum Originalschauplätze des Romans, aus dem der Autor natürlich auch liest. Häppchenweise, aus zwei verschiedenen Handlungssträngen. In einem wird ein Mädchen zuerst in einem Verlies gefangen gehalten und anschließend von den „Touristen“ gejagt, im anderen sucht Dries Torwellen seine in Kanada verschollene Nichte. Winkelmann hört immer an einer spannenden Stelle auf zu lesen – wer wissen wolle, wie die Geschichte ausgeht, solle sich das Buch kaufen.

Doch dass das gejagte Mädchen schließlich von Pfeilen getroffen wird, gibt der Schriftsteller noch preis, nicht aber, ob Dries seine Nichte findet, ob das Jagdopfer überlebt und ob es sich dabei um die besagte Nichte handelt. So bleiben noch genug spannende Fragen übrig, viele Bücher werden gekauft und vor dem Signiertisch bildet sich eine lange Schlange fast ausschließlich weiblicher Thrillerfans, die geduldig auf die Autorenwidmung im Buch warteten.

Auf ein neues Buch von Andreas Winkelmann werden sie wahrscheinlich nicht lange warten müssen, denn dieser outete sich als Vielschreiber. Ein Buch pro Jahr will der Wunderlich-Verlag herausbringen, aber Autor Winkelmann schreibt jährlich zwei Romane. So soll ein weiteres unter Pseudonym bei einem anderen Verlag erscheinen. Welcher Name das sein wird, stehe noch nicht fest, sagt Winkelmann.

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