4,4 Tonnen schwere Plastik

Skulptur „Mensch“ tritt Reise zum „Kreisel“ in Sulinger Altstadt an

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Die Skulptur „Mensch“ bettet sich auf dem Auflieger zur Ruhe – es wird eine kurze Nacht, der Umzug soll am Donnerstagmorgen um 5.30 Uhr beginnen. Foto: 

Die Skulptur „Mensch“ des Bremer Künstlers Werner Sünkenberg tritt den Umzug an, der ursprünglich für die Osterferien geplant war: Mitarbeiter des städtischen Bauhofs, der Firma Hüffermann Krandienst und der Spedition Schröder und Wortmann machen sie am Mittwochnachmittag im Sulinger Sportpark reisefertig.

Sulingen – Werner Sünkenberg ist dabei, macht Fotos. Und wird auf ein Detail an seinem Werk aufmerksam, das hier seit 1992 die gewollte Rostschicht angesetzt hat: Unter dem Arm der in der Stahlplatte ausgesparten menschlichen Silhouette ist das Metall blank, „hier müssen ja bis zum heutigen Tag viele Leute die Hand aufgelegt haben, um sich damit fotografieren zu lassen, sonst gäbe es da auch Patina“, folgert der Künstler und lächelt bei diesem Gedanken. Er würde sich freuen, solche Fotos per E-Mail zu bekommen (bremeratelier@t-online.de). Die Plastik schuf er in den Neunzigern unter dem Eindruck von Angriffen auf Unterkünfte von Asylbewerbern, als Plädoyer für die friedliche Verbundenheit aller Menschen. „Heute haben wir eine Partei im Bundestag, die versucht, Menschen gegeneinander auszuspielen...“

Auch haptisch mit seinem Werk in Kontakt zu treten, dürfte am neuen Standort schwierig sein. Dennoch: Es in der Mitte des Kreisverkehrs im Zuge der Langen Straße aufzustellen, „ist eine tolle Idee“, findet Sünkenberg. Das soll am Donnerstagmorgen zwischen 5.30 Uhr und 7 Uhr erfolgen, kündigt Claudia Miklis vom Fachbereich Bauen, Ordnung und Verkehr der Stadtverwaltung an: „Es wird Beeinträchtigungen des Verkehrs geben, aber komplett sperren werden wir den Kreisel nicht.“ 5,50 Meter hoch, drei Meter breit und 4,5 Tonnen schwer ist die Plastik laut Werner Sünkenberg – der „Mensch“ hat möglicherweise im Sportpark etwas für die schlanke Linie getan, Kranfahrer Sven Garms bekommt von der integrierten Waage des 100-Tonnen-Autokrans 4,1 Tonnen angezeigt, als er ihn auf den Sattelzugauflieger hievt.

Im Juni 2018 hatten sich 15 von 24 an der Sitzung teilnehmenden Ratsmitgliedern für den Umzug ausgesprochen. Dirk Rauschkolb nicht, als Bürgermeister hatte er haftungsrechtliche Bedenken. „Als Privatperson glaube ich, dass die Skulptur den Verkehr nicht negativ beeinflussen und sich an dem Standort gut machen wird – ich bin gespannt“, stellt er am Mittwoch fest. Ihm sei bewusst, „dass Bürger das kritisch begleiten und sagen: Warum habt ihr uns nicht gefragt? Wobei der Arbeitskreis ,Tapetenwechsel‘, von dem die Idee stammt, ja aus dem Bürgerbeteiligungsprozess hervorgegangen ist.“  

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