Versorgungsdefizit in Sulingen?

Ambulante Pflege: Expertin sieht mehr Bedarf als Kräfte

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Beim Gespräch in den Räumen von „Melanies Hauskrankenpflege“: Birgit Dullin, Dirk Rauschkolb, Melanie Vogt, Ralf Timmermann und Jürgen Vogt (von links).

Sulingen - Die Anfragen nähmen zu, zusätzliches Personal sei nicht zu bekommen, es gebe nur noch zwei Anbieter vor Ort: Ein Versorgungsdefizit im Bereich der ambulanten Pflege in Sulingen sieht Melanie Vogt, die hier „Melanies Haus-Kranken-Pflege“ betreibt.

Bürgermeister Dirk Rauschkolb und Birgit Dullin, Leiterin des Fachbereiches Allgemeines und Soziales der Stadtverwaltung, folgten am Dienstag ihrer Einladung zum Gespräch, an dem auch Ehemann Jürgen Vogt und Krankenpfleger Ralf Timmermann aus dem Team des Pflegedienstes teilnahmen.

Melanie Vogt gründete ihr Unternehmen vor 18 Jahren in Sulingen – „in diesem Jahr habe ich zum ersten Mal Anfragen ablehnen müssen“, sie spricht von rund einem Dutzend Absagen. Unter den Interessenten seien laut Ralf Timmermann solche gewesen, die von den Mitarbeitern der Sozialstation Sulinger Land an den Pflegedienst verwiesen wurden, da es auch dort an den personellen Kapazitäten fehle. Melanie Vogt bedauerte, es versäumt zu haben, auch den Leiter der Sozialstation, Viktor Geweiler, zu dem Gespräch einzuladen. Birgit Dullin kündigte an, sich mit ihm in Verbindung zu setzen, er ist für einige Tage nicht erreichar, wie ein Anruf der Redaktion nach dem Treffen ergab.

Der Ambulante Pflegedienst Beneke stellte Ende März seinen Betrieb ein, Geschäftsführer Jörn Beneke hatten den Fachkräftemangel als Ursache genannt (wir berichteten), der Pflegedienst Silke Stecker (Bassum) arbeitet in Sulingen laut Melanie Vogt lediglich noch im Bereich der Palliativpflege. Ihre Vermutung, dass so examanierte Altenpflegekräfte in Sulingen verfügbar sein müssten, um ihr Team zu verstärken, habe sich nicht bestätigt.

„Finde niemanden“ für Pflegedienst

Derzeit hat Melanie Vogt 20 Mitarbeiter, davon 15 examinierte Altenpflegekräfte und Krankenschwestern, hinzu kommen Pflegehilfskräfte und Hauswirtschafterinnen. Einsatzgebiet ist vor allem die Stadt Sulingen, hinzu kommen die Samtgemeinden Kirchdorf und Schwaförden. Ihre Angestellten können stundenweise, halbtags oder länger arbeiten, Melanie Vogt bemüht sich um Flexibilität. „Ich bin bereit zu investieren, in Personal, in Fahrzeuge – aber es findet sich niemand“, stellt sie fest. Sie hat eine Auszubildende im Bereich der Altenpflege – in Spitzenzeiten seien es fünf gewesen.

Auf Nachfrage von Dirk Rauschkolb erklärte Melanie Vogt, dass die Ambulanten Pflegedienste des DRK im Sulinger Land sich vor allem auf die Samtgemeinden konzentrieren, in denen sie ansässig sind. Obwohl es einen Anspruch auf ambulante Pflege gebe, existiere keine übergeordnete Stelle, die für ein ausreichendes Angebot verantwortlich zeichnet.

Zuschüsse zu Ausbildungskosten, Hilfe bei der Suche nach bezahlbarem Wohnraum – Ideen, wie die Stadt Sulingen vielleicht helfen könnte. Dirk Rauschkolb und Birgit Dullin konnten Melanie Vogt da kaum Hoffnung machen. Ihr sei es allerdings ohnehin vor allem darauf angekommen, die Situation in der ambulanten Pflege bekannt zu machen. 

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