Storchennest auf Hof Nuttelmann in Nordsulingen bleibt seit 1999 kein Jahr ungenutzt

Meister Adebars Kinderstube ist besetzt

Mit dem Brüten begann das Storchenpaar vor ungefähr zehn Tagen. Foto: Behling

Nordsulingen – Eigentlich macht das traute Paar, das sich am Montagnachmittag im Storchennest auf dem Hof Nuttelmann in Nordsulingen zu sonnen scheint, einen ausgesprochen friedlichen Eindruck. Aber: „Heute Vormittag waren vier Störche hier und haben sich ,bekriegt‘ “, berichtet Wilhelm Nuttelmann. Kräftig mit den Flügeln schlagend und mit dem Schnabel pickend haben Meister Adebar und Gemahlin verhindert, dass neue Nachbarn einziehen. Und das, laut des Landwirts, nicht zu ersten Mal. Dabei hatte er doch für Entspannung auf dem Wohnungsmarkt sorgen wollen.

Seit 1999 steht die Nisthilfe auf dem rund zwölf Meter hohen Mast bereit, die Familie Nuttelmann mithilfe des Nabu-Ortsvereins Sulingen eingerichtet hat. „Wir hatten im Vorjahr Störche beobachtet, die anscheinend vergeblich versuchten, auf den Bäumen zu nisten“, erinnert Wilhelm Nuttelmann an den Auslöser für das Erfolgsprojekt. „Das Nest ist seitdem kein Jahr unbesetzt geblieben.“ Auch nicht im 20. Jahr, Anfang März kam der erste Storch, kurz darauf der zweite „und seit etwa zehn Tagen wird gebrütet.“ Im Winter 2017/2018 kam eine zweite Nisthilfe auf einer oben gekappten Eiche hinzu, aber die wird anscheinend ungenutzt bleiben: „Wenn das Paar andere Störche kreisen sieht, fliegt einer der Vögel zum zweiten Nest und signalisiert, dass es besetzt ist. Und wenn er das nicht rechtzeitig schafft, gibt es Ärger...“ Andernorts teilen sich sogar mehrere Storchenpaare ein Dach – die Theorie beim Nabu laute: „Die haben Angst, dass es hier nicht genug Futter gibt.“ Dabei sei die Konstellation von intensiv und extensiv bewirtschafteten Fläche sowie mehreren Teichen im Nördlichen Suletal sehr günstig für die Nahrungssuche der Tiere.

Männlein und Weiblein aus der Ferne zu unterscheiden ist für den Laien aussichtslos. Wilhelm Nuttelmann weiß auch nicht zu sagen, ob das aktuelle Paar schon einmal da war. Hohen Wiedererkennungswert hatte der erste Vogel, der die Nisthilfe genutzt und die storchenfreie Zeit in Nordsulingen (laut Nuttelmann nistete seines Wissens in der Ortschaft zuletzt in den 50er Jahren ein Paar, auf einem anderen Hof) beendet hat: „Knickebein“. Für den war ein schief verheilter Beinbruch offenbar kaum ein Handicap, mehrere Jahre nutzte er die Kinderstube in Nordsulingen, zog später nach Ströhen um.

Seit 2004 gibt es die Biogasanlage unter der Nisthilfe, „die hat die Störche aber nie gestört, ebenso wenig der Betrieb, der auf dem Hof eigentlich den ganzen Tag herrscht.“ Nicht immer kommen die Jungvögel durch, „wenn es drei, vier Tage stark regnet und kalt ist, nachdem sie geschlüpft sind, haben die Kleinen keine Chance“, hat Wilhelm Nuttelmann erfahren. Die anhaltende Hitze im Sommer 2018 war offenbar kein Problem: „Zum ersten Mal kamen drei Jungvögel durch.“ Alljährlich säubern Nuttelmann und Sohn Jens die Nisthilfe, statten sie neu mit Hackschnitzeln und Heu aus. Die Störche gehören mittlerweile zur Familie, bekennt Wilhelm Nuttelmann schmunzelnd: „Wir schicken uns gegenseitig Fotos von ihnen per WhatsApp.“   ab

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