Stärkere Einbindung von Ehrenamtlichen

Mehr Selbstbestimmung ist das Ziel bei der Lebenshilfe

Einen neuen Flyer zeigt Ina Matthes.
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Mit neuen Flyern wirbt Ina Matthes für das ehrenamtliche Engagement bei der Lebenshilfe.

Sulingen / Diepholz – „Wir sind an allen Ecken am Aufbau“, sagt Anja Mundt von der Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz – und Mitglied der jüngst gegründeten Arbeitsgruppe zur Förderung des ehrenamtlichen Engagements in den Einrichtungen der Lebenshilfe.

In dieser Arbeitsgruppe seien alle Bereiche vertreten, fügt Ina Matthes hinzu, Leiterin des familienunterstützenden Dienstes (FuD) und Ansprechpartnerin für das Thema Ehrenamt. „Die erste Aufgabe ist: Abklären, wo kann ein Einsatz von Ehrenamtlichen erfolgen und welche Vorqualifikationen sind dort nötig.“ Bis jetzt seien noch kaum Menschen ehrenamtlich bei der Lebenshilfe tätig, und jede Einrichtung stehe dabei für sich. Künftig solle aber ein Pool aufgebaut werden, aus dem die Ehrenamtlichen jeweils zugeordnet werden könnten. Die Hilfe solle so auch besser koordiniert und wertgeschätzt werden, denn „das Engagement soll nicht verpuffen.“

Beim FuD gebe es für Unterstützung bei den Gruppenangeboten oder für die Einzelbetreuung immer um die 50 Ehrenamtliche, erklärt Ina Matthes. „Wir öffnen gerade den Blick dafür, wo das Ehrenamt möglich ist und rufen uns ins Gedächtnis, dass Unterstützung möglich ist.“

Ehrenamtliche sollen Hauptamtliche nicht ersetzen

Ganz wichtig dabei sei, „dass es nicht darum gehen soll, an Hauptamtlichen zu sparen“, betont Ina Matthes. Vielmehr solle durch das Ehrenamt die Selbstbestimmung der Kunden ausgebaut werden. Beispielsweise sei es aktuell so, dass es oft Gruppenangebote gebe, etwa in einer Wohnanlage. Wenn aber ein Bewohner keine Lust habe, an diesem Gruppenangebot teilzunehmen, könne für ihn aufgrund des Betreuungsschlüssels kein Einzelangebot bereitgestellt werden. „Wenn er aber lieber in die Stadt gehen möchte, um ein Eis zu essen oder einen Kaffee zu trinken, könnte ihn ein Ehrenamtlicher dabei begleiten.“ Solch eine Einzelbetreuung gebe es beim FuD schon, aber sie solle künftig auch in anderen Bereichen möglich sein. Denkbar sei auch die Begleitung bei Ausflügen, sobald die wieder möglich seien.

„Es geht aber nicht nur um die klassischen Beispiele“, so Anja Mundt, „sondern wir wollen uns breiter aufstellen, und mit den Ehrenamtlichen kommen neue Ideen hinzu – Lebenshilfe ist Vielfalt, und wir nehmen Menschen mit ihren Hobbys mehr als gerne an.“

Ehrenamt bei der Lebenshilfe ist in vielen Bereichen möglich.

Interessierte sollten offen sein für Menschen mit Beeinträchtigungen, Lebenslust besitzen und kreativ sein. „Für Menschen, die Zeit haben und sich bei uns engagieren möchten, haben wir bestimmt die passende Tätigkeit.“ Egal, ob Rentner, Schüler oder Studenten: „Jedes Alter ist für uns eine Bereicherung, weil es seine eigene Energie und Lebenserfahrung mitbringt.“

Man wisse auch von den schon aktiven Ehrenamtlichen, dass sie die Tätigkeit mit Freude erfülle, weil sie nicht nur den Kunden Teilhabe ermöglichten, sondern von ihnen auch viel zurückbekämen.

Unterstützung in den unterschiedlichsten Bereichen

Die Unterstützung der täglichen Arbeit sei auch nicht der einzige Effekt, den sich die Lebenshilfe von den Ehrenamtlichen erhoffe: „Wir können so zeigen, wie wichtig unsere Berufe sind, ob Pfleger, Heilerziehungspädagogen oder andere, und sie können unsere ganze Vielfalt, von den Krippen über Kitas, Schulen und offene Hilfe bis zu den Wohnanlagen, nach außen tragen.“

Interessierte könnten sich bereits bei ihr melden, wirbt Ina Matthes. Die Daten würden aufgenommen, und die Lebenshilfe komme darauf zurück, wenn die Lage es wieder zulasse. „Wir sind über jeden dankbar,“

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