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Mehr Präsenz für das Hospiz „Zugvogel“ in Sulingen

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Von: Harald Bartels

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Ein Mann steht neben einem Sessel vor einem großen Foto an der Wand.
Seit dem 1. August leitet Didjwar Kuri das Hospiz „Zugvogel“ in Sulingen. © Bartels

Sulingen – Das stationäre Hospiz „Zugvogel“ in Sulingen hat eine neue Leitung: Seit dem 1. August ist Didjwar Kuri verantwortlich für die Geschicke der Einrichtung.

Der 32-Jährige verfügt über eine abgeschlossene Ausbildung zum Gesundheits- und Krankenpfleger. Die absolvierte er, wie auch die weiteren Fort- und Weiterbildungen, an der Medizinischen Hochschule Hannover. Zuletzt war er in einem Seniorenheim in Garbsen bei Hannover als Wohnbereichsmanager zuständig für die Leitung mehrerer Wohnbereiche der Einrichtung.

Der Wunsch nach Veränderung führte den Nienburger nun in das Hospiz in Sulingen: „Ich wollte mich einer neuen Herausforderung stellen.“ Dafür habe er sich eine Branche gesucht, in der es nicht so viele Anbieter gibt, wie bei den Seniorenheimen. „Ich gehe gerne dahin, wo ich noch Potenzial sehe und mich einbringen kann.“

In Würde sterben können

Für den Sulinger „Zugvogel“ sprach vor allem ein Aspekt: „Die Atmosphäre hat mich beeindruckt. Sowohl von der Architektur als auch von den Mitarbeitern spürte ich viel Wärme.“ Er habe sich hier vom ersten Tag an willkommen gefühlt.

Mit der Palliativarbeit sei er bereits während der Ausbildung in Berührung gekommen: „Das Hospiz ist zum Teil immer noch ein Tabuthema. Ich sehe mich da als Schnittstelle zwischen der Hospizarbeit und den Interessenten, und ich möchte ihnen die Berührungsängste nehmen.“ Bei vielen Gesprächen mit Außenstehenden sei ihm bereits aufgefallen, dass noch zu wenig bekannt sei, was Hospiz eigentlich bedeutet: eine Möglichkeit für schwer Erkrankte, in Würde zu sterben.

Mehr Präsenz in der Öffentlichkeit

Der wichtigste Punkt dabei sei die Präsenz des Hospizes in der Öffentlichkeit: Noch mehr Besucher sei der Wunsch, beispielsweise durch Veranstaltungen im Haus, um mehr Menschen mit der Thematik in Berührung zu bringen. „Hier kann man noch viel bewegen“, ist sich Kuri sicher, und die erste Veranstaltung solle es noch im Verlaufe des Sommers geben.

Die verstärkte Präsenz könne auch helfen, neue Spender für die Arbeit zu gewinnen. Die sind notwendig, weil die Einrichtung durch Zuwendungen den Teil der Betriebskosten aufbringen muss, der nicht von den Krankenkassen gedeckt wird; pro Jahr handelt es sich dabei um eine Summe von etwa 50 000 Euro, laut Internetseite des Hospizes (www.zugvogel-sulingen.de). Gerne sei er auch bereit, das Hospiz Unternehmen und Institutionen vorzustellen, sagt Kuri. Interessierte könnten sich auch gerne im „Zugvogel“ informieren lassen, wobei die ausführliche Beratung über den Palliativstützpunkt im Landkreis Diepholz laufe. Bei dessen Hospiz- und Palliativfachtagung am 17. September in Sulingen (wir berichteten) sei die Einrichtung ebenfalls vertreten.

Darüber hinaus nennt Kuri das Ausweiten der Kapazitäten des Hospizes als weiteres Ziel. Dazu sollen sowohl mehr ehrenamtliche Helfer eingebunden als auch mehr hauptamtliche Kräfte gewonnen werden. Eine palliative Fortbildung sei keine Voraussetzung, sie könne auch im Rahmen der Tätigkeit absolviert werden. Anfragen nimmt Didjwar Kuri gern entgegen (Tel. 0 42 71 / 9 55 33 50, E-Mail: kuri@zugvogel-sulingen.de).

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