Mehr als „nur“ Brunnenbau

„Lions“ Sulinger Land unterstützen Entwicklungshilfeprojekt in Benin

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Torsten Blietschau, Marc Steen, Henning Löhmann, Arne Thies und Ralf Röhr (von links) im Gespräch in den Räumen des Bücherbasars der Lions im Begegnungszentrum „Taff“.

Sulingen - „Die Versorgung mit sauberem Trinkwasser ist ein Thema der Lions – und Arne Thies kümmert sich um den Brunnenbau in Afrika“, stellt Ralf Röhr den Gast vor, den er und seine Vorstandskollgen Torsten Blietschau, Marc Steen und Henning Löhmann am Montag in den Räumen des Bücherbasars des Lions Clubs Sulinger Land im Begegungszentrum „Taff“ begrüßen: Thies nimmt eine Spende in Höhe von 5.000 Euro aus der Benefizveranstaltung der Lions im Oktober für den von ihm 2011 gegründeten Verein „Bonagera“ entgegen.

Drei Jahrzehnte habe er Entwicklungshilfeprojekte evaluiert – „und dann festgestellt, dass ich auf der falschen Seite stehe“, sagt der Agrarwissenschaftler, nur zwei von hundert würden sich als nachhaltig erweisen. Bei „Bonagera“ gehe es darum, Strategien als Grundlage für Projekte zu entwickeln, die die Menschen vor Ort selbst umsetzen, „der Grundgedanke: Afrikaner helfen Afrikanern.“ 

Thies berichtet von erfolgreichen Bemühungen im Kongo, den eigenständigen Bau von Bohrwerkzeug und Pumpen für die Brunnenbohrung zu initiieren. Es geht um Geräte, die per Handkraft funktionieren und „die ganz einfach fachlich und lokal repariert werden könnnen.“ Für den Bohrkopfbau würden beispielsweise Lkw-Blattfedern verwendet, wesentlicher Bestandteil der Pumpen sind Fahrrad-Räder für den Antrieb.

Ausbilden und informieren

Zwei der besten Techniker unter den Kongolesen, die auf diese Weise zu Brunnenbauspezialisten wurden, habe er dann ausgesucht, um im westafrikanischen Benin Brunnen und die erforderliche Technik zu bauen, vor allem aber, ihr erworbenes Know-how weiterzugeben, erläutert Arne Thies. In Benin ging aus „Bonagera“ eine Art Genossenschaft namens „Mifon“ hervor, an die sich Dorfgemeinschaften wenden können, die ein Brunnenbauprojekt realisieren wollen – zu den Aufgaben von Mifon gehört es aber auch, die Bevölkerung über die Gefahren mit Krankheitserregern belasteter Wasserquellen zu informieren und darzustellen, was in anderen Dörfer, die sich in derselben Situation befanden, durch den Brunnenbau bereits erreicht wurde. 

An dem beteiligen sich, so das Prinzip, unentgeltlich zehn der Einwohner, die dann später selbst in genossenschaftlicher Form die Brunnen betreiben, um so eigenständige Wartung sicherzustellen – „und vielleicht gibt es in jedem Dorf zwei, die sich selbst zum Brunnenbauer qualifizieren und ihr Wissen weitergeben können.“ Bislang enstanden laut Thies rund 30 Brunnen, von denen jeder 500 Personen mit sauberem Wasser versorgen kann. - ab

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