Neujahrsempfang: MdL Tonne hält Festrede

„Mehr auf die Mutbürger schauen“

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Grant Hendrik Tonne plädierte dafür, Werte wie Demokratie, Toleranz, Menschlichkeit und Nächstenliebe zu leben und sie energisch zu verteidigen.

Sulingen - Das Buffet für den Neujahrsempfang der Stadt Sulingen, zu dem sich am Freitagabend 120 Gäste aus den Reihen von Politik, Vereinen und Institutionen in der Alten Bürgermeisterei einfanden, lieferten die Delme Werkstätten – ein kleiner „Vorgeschmack“ auf das, was kommt: Ab dem 1. August wird das Unternehmen im Bürgerhaus das „Café DelSul“ eröffnen und damit zwölf Arbeitsplätze für Menschen mit Beeinträchtigungen schaffen.

Bürgermeister Dirk Rauschkolb bezeichnete die „Inklusion in allen Bereichen des städtischen Zusammenlebens“ als Vision. Weitere Wunschvorstellungen seien die Reaktivierung der Bahnstrecke Bassum-Bünde, die Schaffung einer optimalen ÖPNV-Anbindung Sulingens an die Oberzentren, der Erhalt der Sulinger Klinik und die zukunftsfähige Ausgestaltung der Kinderbetreuungs- und Bildungseinrichtungen. Die Stadt Sulingen habe diese Visionen im Zuge des Bürgerbeteiligungsprozesses herausgearbeitet und als Grundlage der strategischen Ausrichtung im Leitbild „Sulingen 2.029“ schriftlich festgehalten.

Visionen für Sulingen nannte Dirk Rauschkolb – finanziellen Hürden gelte es nicht mit Resignation, sondern mit Kreativität zu begegnen.

Rauschkolb: „Kommunen tun gut daran, nach glaubwürdigen, realistischen und motivierenden Kriterien Ziele zu formulieren, allerdings scheitern 67 Prozent auf dem Weg zur ‚Stadt der Zukunft‘ an der Finanzierung. Es fehlen oft detaillierte Pläne zur Umsetzung mit Zeitvorgaben, Verantwortlichkeiten und Risiko-Indikatoren.“ Einwohner, Gewerbetreibende, Zukunftswerkstatt, Politik und Verwaltung der Sulestadt hätten eine Strategie entwickelt, wie sich die Visionen in die Realität umsetzen ließen. Besonders stolz sei man auf die Erfolge in puncto Flüchtlingsintegration.

In anderen Bereichen gelte es, „am Ball“ zu bleiben. Resignation wäre die falsche Antwort auf die knappen finanziellen Mittel, sagte Rauschkolb. Er rief die Beteiligten auf, sich der Situation mit Kreativität zu stellen. Sein Versprechen: „Wir werden an unserem Leitbild, unserer Vision, feilen und eine Planung erstellen, wie wir unsere Ziele erreichen.“ Am Ende des Prozesses werde das Profil geschärft sein, sagte Rauschkolb: „Vielleicht beleben wir den Slogan ‚Stadt voller Energie‘ wieder. Oder wir nennen uns ‚Sulingen – Stadt inklusive‘.“

Es gibt Neujahrsempfänge an vielen Orten. Muss das sein? Landtagsabgeordneter Grant Hendrik Tonne, der den Festvortrag hielt, beantwortete diese Frage mit einem klaren „Ja“: „Sie bieten jenseits des Tagesgeschäfts einen Rahmen für einen entspannten Gedankenaustausch darüber, wohin die Reise gehen soll. Anstatt seine Meinungen per Twitter in die Welt zu pusten, sollte man direkt miteinander kommunizieren. Das ist wichtiger denn je.“

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Fraktion erklärte, die Einladung seitens der Stadt habe ihn „überrascht und erfreut“. Er habe angenehme Erinnerungen an die Sulestadt, wo er als Referendar am Amtsgericht die „ersten Schritte in die Juristerei“ gemacht habe. 

Sulingen spiele eine wichtige Funktion als Behördenstandort, Vorbildcharakter habe darüber hinaus die Bereitschaft ihrer Einwohner zu ehrenamtlichem Engagement: „Das Ausmaß der Unterstützung im Bereich der Flüchtlingsarbeit begeistert mich.“ Die Zuwanderung von Menschen aus Krisengebieten stelle eine Herausforderung dar, mache aber auch den Wert unserer demokratischen Gesellschaft immer wieder bewusst: „Uns geht es gut – trotz aller Handlungsnotwendigkeiten.“

Nicht dulden werde man Straftaten, Gewalt und Terror: „Wer sich nicht an die Maßstäbe des Grundgesetzes hält, muss das Land verlassen.“ Er sei sicher, dass die Situation in den Griff zu bekommen sei: „Ich habe Vertrauen in die Menschen, in die Behörden und in den Rechtstaat.“ Eine Absage erteilte er denjenigen, die Angst schüren und Hass säen und damit die Gesellschaft spalten: „Wohin diese gezielte Brunnenvergiftung führt, kann man in jedem Geschichtsbuch nachlesen.“ Es gehe darum, Werte wie Demokratie, Toleranz, Menschlichkeit und Nächstenliebe zu leben und energisch zu verteidigen.

Grant Hendrik Tonne plädierte dafür, sich von Mut und Zuversicht tragen zu lassen: „Wir sollten mehr auf Mutbürger als auf die Wutbürger schauen.“ Die Stadt Sulingen weise in dieser Beziehung viele Positivbeispiele vor, auf die sie stolz sein könne.

mks

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