Landkreis erweitert digitale Ausstattung

Mehr Laptops und schnelles Internet für die Sulinger Carl-Prüter-Schule

Ein Schüler blickt auf die Aufgabe auf dem Bildschirm seines Laptops.
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Am Laptop bearbeiten die Schüler ihre Aufgaben, die Lehrerin Stefanie Buschhorn zuvor erstellt hat.

Sulingen – Kilometerweise Kabel werden aktuell von Elektrikern in der Carl-Prüter-Schule in Sulingen verlegt. Der Hintergrund: Im Rahmen des Digitalpakts wird die Ausstattung der Oberschule verbessert.

Die Kabel schaffen die Grundlage für eine optimierte WLan-Versorgung. Zwar gebe es bereits ein WLan-Netzwerk, das über das ganze Gebäude „gespannt“ sei, erklärt Schulleiter Christopher Axmann, aber das sei nicht leistungsfähig genug. Nun werde die gesamte Schule verkabelt, und in den Räumen würden entsprechende Zugangspunkte installiert, damit die Schüler in der Lage sind, sich schnell im Internet zu bewegen. Zugleich sei durch einen Wechsel des Internetanbieters auch die Breitbandanbindung der Schule verbessert worden.

Die Bauarbeiten erfolgen im laufenden Betrieb: „Wir planen das tageweise, weil eine Konzentration der Arbeiten auf die Ferien nicht möglich gewesen wäre“, erläutert der Schulleiter.

Landkreis setzt den Digitalpakt um

Hintergrund der Maßnahme ist die Umsetzung des Digitalpaktes durch den Landkreis Diepholz: „In diesem Jahr sind wir glücklicherweise dran.“ Daher werden für die 14 Klassen der Jahrgänge 5 bis 7 noch weitere Laptops beschafft, sodass jede Klasse künftig über zehn verfügt. Diese Geräte müssten nicht von den Klassen „gebucht“ werden, sondern verblieben in den Klassenräumen, und die Klassen seien selbst dafür verantwortlich. Darüber hinaus würden bis Schuljahresende die Geräte der drei mit jeweils 20 Exemplaren ausgestatteten Notebook-Wagen erneuert. Sie stehen den Jahrgängen 8 bis 10 zur Verfügung, aber „wir hoffen, dass wir sechs mal zehn Geräte bekommen, die wir den einzelnen Klassen fest zuordnen können.“

Im Zuge der Maßnahme, die bis Ende des Kalenderjahres abgeschlossen sein soll, werden zudem elf der vorhandenen Digitaltafeln ausgetauscht. Die neuen Geräte kämen ohne Beamer aus und seien „wie große Tablets an der Wand“, so Axmann. In allen Klassen- und Fachräumen gebe es inzwischen Digitaltafeln, nur in Kunst- und Bioräumen seien als Ergänzung noch alte Kreidetafeln zu finden. Für den Notfall seien aber alle Räume auch mit Whiteboards ausgestattet.

Elf weitere dieser digitalen Tafeln erhält die Schule bis Jahresende.

Obwohl sie die Digitalisierung befördern, seien nicht alle dieser Maßnahmen durch den Digitalpakt gedeckt, sagt Thorsten Abeling, Leiter des Fachdienstes „Bildung und Liegenschaften“ des Landkreises Diepholz. So würden die Tafeln nicht darüber gedeckt, weil es sich um eine Ersatzbeschaffung handele; die Kosten von rund 66 500 Euro trage der Kreis aus seinem Haushalt.

Über den Pakt finanziert werde dagegen die WLan-Ausstattung mit rund 110 000 Euro, und aus dem „Sofortausstattungsprogramm mobile Endgeräte“ würden die Schüler-Laptops für etwa 68 000 Euro beschafft. Der Kauf der Endgeräte für die Lehrkräfte mit gut 20 000 Euro zähle ebenfalls zum Digitalpakt.

Unterricht digital möglichst gut abbilden

Die Ausstattung ist das eine, wie sieht es mit dem Gebrauch aus? Die Schule habe sich für die Nutzung der Lernplattform „Moodle“ entschieden: „Damit können wir nicht nur Dateien austauschen, sondern versuchen, den Unterricht digital möglichst gut abzubilden.“

Lehrerin Stefanie Buschhorn nutzt die Plattform gerade, um für die Klasse 6b das Gelernte über die Eigenschaften von Vierecken zu vertiefen. Dafür hat sie an der „Lerntheke“ eigens Aufgaben erstellt, die von den Kindern eigenständig am Laptop bearbeitet werden. Sie ist begeistert von den Möglichkeiten: Der Kopieraufwand entfalle, weil sie Arbeitsblätter digital einstellt und sie könne die Aufgaben besser nach den individuellen Fähigkeiten der Schüler differenzieren.

Neue Kompetenzen sind erforderlich

Auch Tests können über die Plattform generiert werden. Solch ein Test brauche zwar in der Vorbereitung länger als eine herkömmliche Lernkontrolle, erklärt Christopher Axmann, dafür könne aber schon zwei Minuten nach Abgabe der Tests ein Klassenspiegel erstellt werden. „Für Mathematik ist das gut geeignet, aber es geht nicht beim Deutschaufsatz, da müssen wir einen ,goldenen Mittelweg‘ finden.“

Für jeden Schüler sei schulintern inzwischen eine eigene, datenschutzkonforme E-Mail-Adresse eingerichtet worden, über die sie untereinander oder mit den Lehrkräften kommunizieren können. Dabei sei darauf geachtet worden, keine Systeme zu nutzen, die nach Corona, wenn die Lockerung der Bestimmungen wieder aufgehoben werde, nicht mehr zulässig sind. Darüber hinaus läuft die Stundenplanung samt Vertretungen digital, inklusive eines entsprechenden Klassenbuchs. Sobald darin ein Unterricht angelegt wird, werde dafür automatisch eine Lerngruppe erstellt.

Digitalisierung ist ein laufender Prozess

Während der Pandemie hat das sogenannte „E-Learning“ enorm an Bedeutung gewonnen, aber wie geht es damit weiter? „Es ist grundsätzlich die Frage: Was nehmen wir mit hinüber in die Zeit nach Corona? Das wird spannend“, sagt der Schulleiter. Der digitale Unterricht erfordere auch von den Lehrkräften andere Kompetenzen, das sei ein Prozess, der sich entwickeln muss. Für die Schüler sei auch von Vorteil, dass sie digital zusammenarbeiten könnten und lernten, Informationen zu organisieren, zu strukturieren und zu bewerten. „Es ist schön, die Digitalisierung voranzutreiben, aber das, was da ist, muss hundertprozentig verlässlich und stabil sein.“ Es sei schon eine ganze Menge passiert und viel Geld investiert worden: „Ich hoffe, dass wir vieles dauerhaft in den Unterricht integrieren können.“

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