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Mediatorin Nicole Feldmann-Paske löst im FGZ in Sulingen Konflikte

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Von: Harald Bartels

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Über das neue Angebot im FGZ von Mediatorin Nicole Feldmann-Paske (links) freut sich Koordinatorin Jennifer Glander.
Über das neue Angebot im FGZ von Mediatorin Nicole Feldmann-Paske (links) freut sich Koordinatorin Jennifer Glander. © Bartels

Sulingen – Das Familiengesundheitszentrum Sulinger Land (FGZ) erweitert sein Angebot: Ab Freitag, 29. April, ist Nicole Feldmann-Paske hier als Mediatorin tätig.

„Wer kümmert sich um pflegebedürftige Angehörige?“ „Meine Partnerschaft ist zerbrochen, wie gelingt es, dass wir dennoch Eltern bleiben?“ „Meine Eltern mögen meinen Partner nicht.“ „Ich kann meinem Vater nicht verzeihen, dass er die Familie verlassen hat!“ „Meine Familie drückt mich in die klassische Frauenrolle.“ Solche Aussagen nennt FGZ-Koordinatorin Jennifer Glander als Beispiele für Konflikte, in denen eine Mediation hilfreich sein kann.

Es gehe um akute Probleme, vor allem aus den Bereichen Familie, Diversity und Interkulturelles, erläutert Nicole Feldmann-Paske, aber auch in jedem anderen Kontext sei sie ansprechbar. Ihre Aufgabe sei, Konfliktparteien wieder miteinander in den Dialog zu bringen. Dafür schaffe sie – als wirklich unparteiliche und zur Verschwiegenheit verpflichtete Person – einen geschützten Raum, in dem sich alle Parteien wohlfühlen können.

Die eigene Sicht darstellen und zuhören

Nachdem Transparenz darüber hergestellt worden ist, wer mit wem worüber spricht, sei es ihre Aufgabe, Ruhe in den Prozess zu bringen. „Ich muss allen Konfliktparteien die Möglichkeit geben, ihre Sicht darstellen zu können. Das ist oft befreiend.“ Gleichzeitig sei wichtig, zu erleben, wie das Gesagte auf der anderen Seite ankommt, um so einen Perspektivwechsel zu ermöglichen. So könne sie die Parteien dabei unterstützen, im Konsens einen Lösungsweg zu finden. „Am Ende wird es für die Menschen oft ganz leicht“, weiß die 45-Jährige. Die Mediation begleite, unterstütze und gestalte den Prozess, aber der Konsens schaffe Tragkraft.

Die Teilnahme an der Mediation ist freiwillig. Und sie könne jederzeit abgebrochen werden – oder auch unterbrochen, um sich über das Gesagte klar zu werden.

Mediation spart langfristig Zeit

„Das Ergebnis ist immer total spannend“, sagt Nicole Feldmann-Paske, weil es für sie nicht vorhersehbar sei. Denn: „Ich habe als Mediatorin ja keine eigenen Ziele, die ich erreichen möchte.“ Das Verfahren lohne sich für die Betroffenen unbedingt, weil Konflikte, die teils über Jahrzehnte unausgesprochen bleiben unterschwellig spürbar seien – „das macht etwas mit einem“, erklärt die Mediatorin, und damit gehe oft viel Zeit verloren. „Man investiert kurzfristig etwas Zeit, um langfristig ganz viel Zeit zu gewinnen.“

Die Sulingerin schloss im vergangenen Jahr an der Universität Bremen die Ausbildung zur zertifizierten Mediatorin ab. Im Austausch über berufliche Kontakte sei gemeinsam mit Jennifer Glander die Idee entstanden, die Mediation im FGZ als kostenpflichtiges Angebot einzurichten.

Vielfältigeres Angebot im FGZ

„Ich finde das Angebot gut“, stellt die FGZ-Koordinatorin Jennifer Glander fest, „so erreichen wir noch einmal eine vielfältige neue Zielgruppe, das war ein großer Wunsch von mir.“

Termine für ein Gespräch sind jeweils freitags im FGZ möglich nach vorheriger Kontaktaufnahme per E-Mail (Adresse: nicole_feldmann@hotmail.com).

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