Benefizveranstaltung des Lions Clubs

„Maybebop“ in Sulingen: Tiefe Gefühle und ausgelassene Blödelei

„Maybebop“: Oliver Gies, Jan Malte Bürger, Lukas Teske und Christoph Hiller überzeugten mit Charme, tiefgründigem Humor, klugen Texten, originellen Arrangements und gesanglicher Brillanz. Foto: Kurth-Schumacher

Sulingen – „Einen tollen Abend erleben und Gutes tun: Heute können Sie beides verbinden“, sagte Lars Jantzon, Präsident des Lions Clubs Sulinger Land, bei der Begrüßung der Gäste im voll besetzten Stadttheater zum elften Benefizkonzert.

Mit der Verpflichtung des Vokalensembles „Maybebop“ war dem Organisationsteam um Konrad Leymann und Karin Michaelis-Hatje ein Glücksgriff gelungen: Oliver Gies, Jan Malte Bürger, Lukas Teske und Christoph Hiller überzeugten mit Charme, tiefgründigem Humor, klugen Texten, originellen Arrangements und gesanglicher Brillanz. Mit ansteckender guter Laune präsentierten sie vorwiegend Eigenkompositionen.

Neben emotionalen Balladen wie „In deiner Tür“ über eine Vater-Tochter-Beziehung oder dem ergreifenden Song „Verinnerung“, Thema: Demenzerkrankung, hatte der Aufruf „Lass uns laut sein“ an die „Zu-spät-Geborenen“ seinen Platz in ihrem Repertoire. Das Quartett hat seine Wurzeln im Jazzgesang „Bebop“, am praktischen Beispiel erklärt mit dem Song „Es tanzt ein Bebop-Butzemann“. Die Sänger gewannen ihre Zuhörer mit Humor, Stimm- und Wortspielkunst. Publikumsnähe war Programm. Mit Marie-Luise und Anne-Marie konnte „Maybebop“ zwei Fans aus der ersten Reihe zum Mitspielen gewinnen. Sie mussten auf der Bühne ihr musikalisches Geschichtswissen unter Beweis stellten, indem sie gesungene „Schnipsel“ dem passenden Jahrzehnt zuordneten. Ihr Preis: die aktuelle CD „ziel:los“.

Tiefe Gefühle und ausgelassene Blödelei lagen dicht beieinander. Für die improvisierte Hommage an „Schuhlingen“ (Wortschöpfung Oliver Gies in Anlehnung an „das“ Sulinger Ding) im Hiphop-Format gaben die Zuhörer mit den Stichwörtern „Bullenschluck, Pampers, Schwellschweiß, Pferdeschwanz und Fridays for Future“ eine Steilvorlage. Das Publikum erklatschte sich mit „Standing Ovations“ mehrere Zugaben; krönender Abschluss war das Meisterwerk „Bohemian Rhapsody“ (Queen).

Der Erlös der Veranstaltung sei in diesem Jahr für die Ortsgruppe des NABU bestimmt, erklärte Lars Jantzon. In einer Zeit, in der die Themen Klimawandel und Umweltschutz in aller Munde seien, unterstütze man einen Verein, dessen Mitglieder nicht viel reden, sondern handeln: „Der NABU hat sich auf die Fahnen geschrieben, Lebensräume zu schützen und Menschen aller Altersstufen mit der Natur vertraut zu machen.“ Aktuell liege der Fokus auf der Renaturierung des Sulinger Moores.

Im Foyer verkauften die „Löwen“ Apfelsaft aus Obst unter anderem von der vom Nabu betreuten Streuobstwiese in Sulingen.

Damit schloss sich der Kreis. Die „Maybebops“, die sich für die entwicklungspolitische Non-Profit-Organisation „Viva con Agua de St. Pauli“ engagieren – zwei Euro pro verkaufter CD fließen in Wasserprojekte in Afrika – waren mit dem Benefiz-Ziel mehr als einverstanden: „Es war schön, für euch zu singen, besonders mit dem Zweck dahinter“, sagte Jan Malte Bürger.

Mit dem umgetexteten Lied „Kein schöner Land“ („Es gibt am Ende weit und breit

neben dem einen Planeten keinen, der uns noch bleibt, um uns zu finden wohl unter Linden …“) und dem Appell „Passt auf euch und auf die Welt auf“ schickte das Quartett die Zuhörer in den Abend.

Er klang in der Mensa aus: Die Lions hatten zu Klönschnack und Häppchen geladen.  mks

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