Mehr als drei Jahre Arbeit

Maxime Datenschutz: Nick Flechtner erfindet Cloud-System nach deutschem Recht

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Nick Flechtner präsentiert nach drei Jahren seine fertiggestellte Cloud.

Ein Cloud-System auf deutscher Rechtsgrundlage, das ist die Neuheit, an der Nick Flechtner über drei Jahre lang gearbeitet hat. Nun ist seine Arbeit vollbracht, auch wenn der Weg dahin nicht einfach war.

Sulingen - 2016 gründete der gelernte IT-System-Elektroniker das Unternehmen Flerexx. Flechtners Idee: „Ich wollte ein Social-Media-Netzwerk auf deutschen Servern aufbauen.“ Für den Unternehmer war klar: „Die großen Anbieter wie Facebook standen aufgrund ihrer Datenschutzpraktiken immer wieder in der Kritik.“ 

Damit hat der 24-Jährige nicht unrecht. Die Verbraucherzentralen in Deutschland raten sogar davon ab, das Social-Media-Angebot wahrzunehmen. Für Flechtner war das ein Grund zum Handeln: „Die Idee hinter Social Media ist außerordentlich gut, der Umgang mit den Daten auf den amerikanischen Servern ist dagegen oft katastrophal.“

Doch schnell wurde dem Hoyaer klar, dass es fast unmöglich sei, ein neues Produkt zu etablieren. Das erforderte eine Planänderung bei Flechtner: „Das gleiche Problem existiert bei der Speicherung in einem Cloud-System, da habe ich mehr Potenzial gesehen, ein erfolgreiches Konzept aufzustellen.“

Cloud-Speicher mit Servern in Frankfurt

„Rapidflexx Easy-File-Hosting“ ist der Name seines Produkts. Ein Datenspeichersystem, das funktioniert wie jedes andere. Der entscheidende Unterschied: Die Speicherung und Verwaltung der Daten erfolgt auf deutscher Rechtsgrundlage. Die Server stehen in Frankfurt am Main. „So gelangen die Daten des Nutzers nicht an Dritte. Die Privatsphäre ist mir enorm wichtig, der Kunde ist auf unseren Servern sicher. Die Überwachung erfolgt selbstständig, so ist es nicht mal mir als Erfinder möglich, die Passwörter oder Daten anderer einzusehen. Wir bewegen uns auf den höchsten Sicherheitsstandards.“

Um seine Qualitätsansprüche Realität werden zu lassen, führte Flechtner viele Gespräche mit Rechtsanwälten und Experten. „Ich musste mir viel Know-how aneignen und meine Rechte und Pflichten kennenlernen. Ich habe natürlich auch viel Lehrgeld bezahlt.“ Sein Motto ist: „Überzeugen durch Transparenz.“ Seine Arbeitsabläufe seien kein Geheimnis. Flechtners Kunden sollen wissen, was mit ihren Daten passiert.

Jung-Unternehmer ringt ums Überleben

Heute klingt der 24-Jährige äußerst gelassen, wenn es um Rapidflexx geht. Doch während der Projektphase, musste er einen schweren Schicksalsschlag hinnehmen. Kurz nach der Gründung seines Unternehmens kollabierte Flechtners Lunge. Diagnose Pneumothorax. Der Jungunternehmer unterzog sich 2016 und 2017 insgesamt vier Operationen – ein langes Ringen ums Überleben. Nachdem er diesen Kampf gewonnen hat, veränderte sich Flechtners Einstellung: „Seitdem denke ich anders über das Leben, ich versuche, die Zeit intensiver zu genießen.“

Neben seiner hauptberuflichen Tätigkeit bei der Sulinger Autoverwertung im Bereich EDV, Vertrieb und Verkauf, wendete der 24-Jährige seine Freizeit auf, um sein Ziel zu erreichen. Nun ist sein Produkt in vier verschiedenen Versionen erhältlich: „Das Angebot ist vor allem für Geschäftskunden interessant, da man das Speichersystem auch lokal integrieren kann“ wirbt er.

Und dabei verlor Flechtner seine anfängliche Idee nie aus den Augen: „Auch eine E-Mail-Funktion ist vorhanden, bald könnten weitere Funktionen folgen, die neben dem Cloud-System, auch eine Alternative zu Social Media bieten.“

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