In Maasen zapfen Kunden Rohmilch direkt aus dem Automaten

„Ganz besonders lecker“

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Melanie Griffel stellt den Milch-Automaten vor.

Maasen - Mit der Kanne zum Bauernhof gehen und frische Landmilch kaufen? Die Vorstellung mag nostalgisch klingen, ist sie aber nicht: Familie Griffel in Maasen setzt mit einem technisch ausgereiften Konzept der Rohmilch-Vermarktung die Zeichen auf Zukunft. Als eine der ersten Milcherzeuger im Landkreis Diepholz hat sie in einen Milchautomaten investiert. Für die Kunden heißt das: Geld einwerfen, Milch zapfen, fertig. „Wir sind überzeugt, dass das der richtige Schritt ist“, sagt Melanie Griffel. Der Verkauf von landwirtschaftlichen Erzeugnissen ab Hof ist ein wichtiges Standbein in der Landwirtschaft, in der „Milchtankstelle“ sieht die 29-Jährige den ersten Baustein in Richtung Selbstvermarktung.

Das Konzept der Milchtankstellen setzt sich durch. Mittlerweile sind deutschlandweit 121 Automaten in Betrieb – durchweg mit guten Erfahrungen. „Die Tankstelle fasst 150 Liter Rohmilch, die auf 4,5 Grad gekühlt und gerührt wird, damit sich kein Rahm absetzt“, erklärt Melanie Griffel. Die Kunden „tanken“ in eigene Milchkannen oder in Flaschen aus PET oder Glas, die sie im Hofladen käuflich erwerben können.

„Die Landwirtschaft und insbesondere die Milchwirtschaft ist zur Zeit ein schwieriges Pflaster“, sagt Melanie Griffel. Dennoch ist der Beruf, den sie von der „Pike“ auf gelernt hat, für sie ein Traumberuf mit Zukunft. Den elterlichen Betrieb mit 130 Milchkühen führt sie seit dem vergangenen Jahr zusammen mit ihrem Vater Wilhelm als GbR. Froh ist sie, dass ihre Eltern neuen Konzepten gegenüber aufgeschlossen sind.

Während der Wintermonate hat die Familie eine Scheune grundsaniert und unter anderem einen 15 Quadratmeter großen Hofladen ausgebaut.

Melanie Griffel: „Üblicherweise sind Milchtankstellen in Holzhütten untergebracht. Wir haben uns bewusst für eine größere Lösung entschieden.“ Der helle Verkaufsraum bietet Platz für mehr.

Aktuell werden hier neben der hofeigenen Milch Eier, Marmelade und Kartoffeln aus Hofläden der Region im Selbstbedienungs-Modus vermarktet. Ab Herbst sollen auch Produkte vom eigenen Feld wie Kürbisse oder Tomaten die Regale füllen.

„Unsere Milchtankstelle ist seit Anfang März in Betrieb. Sie wird schon jetzt gut angenommen und ich hoffe, dass sich unser Angebot weiter herumspricht“, sagt Melanie Griffel. Die bisherige Erfahrung zeige Nicht nur die Stammkunden wissen die Möglichkeit zu schätzen, frische Landmilch direkt vom Erzeuger zu beziehen. Einige neue Abnehmer haben den Weg zur Milchtankstelle gefunden. Ein Plus ist die verkehrsgünstige Lage des Hofes (Berkeler Weidenweg 6) an der Bundesstraße 214.

Melanie Griffel setzt auf den Trend zu Naturprodukten. Und darauf, dass Qualität überzeugt: „Man schmeckt den Unterschied zur Milch aus dem Supermarkt-Regal. Rohmilch ist schon ganz besonders lecker.“

mks

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