KKF löscht das Licht, zunächst

KulturForum in Kirchdorf lässt Vereinstätigkeit ruhen

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Friedrich Orth, zweiter Vorsitzender des KunstKulturForums Kirchdorf.

Kirchdorf - Das Kunst- und Kulturforum (KKF) Kirchdorf stellt zum Jahresende seine Arbeit ein. Das Konzert von Marina Baranova am 30. Dezember in der Kirche wird die letzte Veranstaltung sein. Der Vorstand zieht einen – vorläufigen – Schlussstrich unter die Arbeit in Sachen „Kultur in Kirchdorf“. Es werden keine Veranstaltungen mehr geplant, aber der Verein solle weiterhin bestehen bleiben, erklärt Friedrich Orth.

Der 76-jährige Kirchdorfer ist als zweiter Vorsitzender mit mehreren Funktionen im KKF betraut. Künstler buchen, Künstler betreuen, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsräume herrichten – und das obligatorische Usambaraveilchen aus heimischer Zucht überreichen, das jeder Künstler erhält, der als Gast des KKF auftritt.

Orth ist einerseits erleichtert über diesen Schritt, die Vereinstätigkeit ruhen zu lassen. Zu sehr hat mangelndes Zuschauerinteresse genagt: „Es ist mir ein Rätsel, dass Leute nicht sagen können, da gehe ich einfach mal hin und sich überraschen lassen.“ Klassikkonzerte sind für Orth ein purer Genuss, er schwelgt im Können der Musiker. Denen aber zu erklären, warum sie weltweit vor großem Publikum, in Kirchdorf aber mitunter nur vor zwölf Besuchern gespielt haben, fiel schwer.

Kultur bedarf einer Förderung

„Mancher Künstler hat da an seinem Können gezweifelt“, berichtet Orth. Kommen keine Gäste, gibt es keine Einnahmen. Die leere Kasse ist ein Grund, warum nun die Reißleine gezogen wurde. Für die Samtgemeinde und die Gemeinde haben deren Bürgermeister erklärt, dass Politik keine jährlichen Zuwendungen an das KKF zahlen könne. Was war denn als Summe genannt worden? „Wir müssten um die 2 000 Euro jährlich haben, um regelmäßig Veranstaltungen bieten zu können“, sagt Friedrich Orth. Er weiß auch: „Kultur bedarf einer Förderung, die trägt sich nicht selber.“ Sponsoren zu finden sei leicht gesagt, aber „die stehen nicht an jeder Ecke“, sagt Orth.

Das Finanzielle ist nur die eine Seite. Das KunstKulturForum hat kein eigenes Haus. Bei der Gründung des Vereins im Jahr 2008 geisterte noch die Idee, die Alte Molkerei an der Steyerberger Straße zu sanieren, durch die Köpfe der Kulturfreunde. Als Verein mit stets knapp 20 Mitgliedern, die jährlich 60 Euro zahlen, verfügte das KKF nie über den Batzen Geld, der für diese Arbeiten notwendig gewesen wäre. Nach einigen Veranstaltungen in dem Gebäude unterblieben weitere.

Mitgliederzahl zu gering

Das jährliche Konzert im Pfarrgarten war von Anfang an die Veranstaltung, die die Gäste anzog. Aber auch sie brachte letztlich nicht mehr ausreichend Einnahmen, um alle Kosten zu decken.

Der Vorschlag der Bürgermeister, sich künftig vielleicht nur auf zwei Veranstaltungen zu konzentrieren, habe der KKF-Vorsitzende Herbert Huth ausgeschlagen, berichtet Orth aus dem Gespräch. Angesichts von leer stehenden Gaststätten, auch in Kirchdorf: Wäre es nicht möglich, hier neue Spielstätten zu installieren? „Ja, wenn man deutlich mehr Mitglieder hätte – und die auch bereit wären, sich tatkräftig einzubringen“, sagt Orth. Aber als Fast-Einzelkämpfer sei das nicht zu leisten.

Immer wieder kassierte das KKF Lob der Künstler: „Toll, wie ihr das hier macht.“ Allein, das Publikum blieb meist aus. „Kultur hat es überall schwer“, sagt Orth. Das KKF-Angebot sollte auch ein gewisses Niveau halten, erklärt Orth im Hinblick auf eine Änderung des Programmes.

Auch wenn die KKF-Aktivitäten jetzt „auf Null“ heruntergefahren seien: „Sollte jemand ein Konzert geben wollen, dann sind wir gerne bereit, das Licht wieder anzuzünden.“

sis

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