Neue Produkte und Märkte im Blick

Lloyd Shoes: Neue Unternehmensstrategie für verbliebene Mitarbeiter

Das Gelände der Firma Lloyd Shoes an der Hans-Hermann-Meyer-Straße.
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Das Gelände der Firma Lloyd Shoes an der Hans-Hermann-Meyer-Straße.

Sulingen – Wie geht es weiter mit Lloyd Shoes, nachdem das Unternehmen seine Schuhproduktion in Sulingen eingestellt hat? Dazu hat die Geschäftsführung um die Geschäftsführer Andreas Schaller und Jörg Wetzel eine Strategie erarbeitet.

Diese neue Ausrichtung war noch im Dezember Thema auf drei Informationsveranstaltungen für die Beschäftigten in Sulingen, und per Videokonferenz wurden auch die informiert, die nicht vor Ort sein konnten, wie das Unternehmen nun mitteilt.

Der Hauptschwerpunkt der zukünftigen Ausrichtung werde die Konsumentenorientierung sein, wobei es insbesondere um die Öffnung für neue Produktgruppen gehe. „Dabei spielt neben den Herrenschuhen – für die das Unternehmen über viele Jahrzehnte stand – insbesondere die Entwicklung der Damenschuhe eine wichtige Rolle.“ Bei diesem Vorhaben komme den eigenen Ladengeschäften große Bedeutung zu, nachdem das in der Vergangenheit oft an der „Schubladendenke“ der Handelspartner gescheitert sei. Vor allem in den eigenen Verkaufsstellen solle das „umfassende Accessoires-Angebot die Gesamtaussage unterstützen.“

Diese Aussage werde deutlich stärker von Produkten der sogenannten Smart-Casual-Ausrichtung geprägt sein, heißt es weiter. Die hohe Bekanntheit für den Bereich der klassischen Herrenschuhe, welche die Außenwirkung zurzeit präge, werde genutzt, „um die zahlreichen Stammkunden in die neue Lloyd-Produktwelt mitzunehmen beziehungsweise sie wieder dafür zu gewinnen.“

Schuhhersteller will im Online- und Concept-Store-Geschäft zulegen

Neben dem Fachhandel, der auch in Zukunft einen wichtigen Vertriebsweg darstellen solle, plane das Unternehmen insbesondere im Online- und Concept-Store-Geschäft deutlich zu wachsen.

Der seit 2018 in Eigenregie geführte Onlineshop habe sowohl vor als auch in der Corona-Krise eine sehr positive Entwicklung aufgezeigt, die in Zukunft noch forciert werden solle. Zudem habe sich das Unternehmen zum Ziel gesetzt, bis 2025 an allen kundenrelevanten Standorten in den Kernmärkten mit Lloyd Concept Stores vertreten zu sein. Zurzeit verfüge Lloyd Shoes in Deutschland über 28 eigene und zwei Partner-Concept-Stores. Zudem gebe es im Ausland 18 weitere Lloyd Concept Stores. Im März werde ein weiterer eigener Concept Store in Wien eröffnet. Ferner sei für die Zukunft geplant, die zurzeit aus elf Fabrikverkäufen bestehende eigene Vermarktungsstruktur in Europa auszuweiten.

Der Vertrieb über den Fachhandel werde künftig durch die Entwicklung selektiver Vertriebskonzepte geprägt sein. Damit wolle man den Premiumanspruch der Marke stärken und sich besser auf die künftigen Marktveränderungen einstellen.

Dazu gehöre auch, das schon im Aufbau befindliche Vertriebsnetz in China zu forcieren. „Die derzeitig gemeinsam mit einem Partner geführten sechs Lloyd Concept Stores zeigen in dem auch durch Corona getroffenen Markt schon wieder positive Umsatzzahlen auf“, heißt es.

„Auch wenn uns, nicht zuletzt bedingt durch den zweiten, immer noch anhaltenden Lockdown, sicher noch einige schwierige Monate bevorstehen, so wollen wir uns, gemeinsam mit unseren Mitarbeitenden auf den Weg in die Zukunft machen“, kommentiert Andreas Schaller die Vorhaben. „Die Reaktionen unserer Kollegen haben uns gezeigt, dass wir sie an unserer Seite haben und alle gewillt sind, nach vorne zu denken und dieses in aktives Handeln umzusetzen“, ergänzt Jörg Wetzel laut der Mitteilung.

Was aber bedeutet die neue Strategie für die Beschäftigten in Sulingen? „Wir haben bereits in der Vergangenheit eine Entwicklungsabteilung für die angesprochenen Produktgruppen in Sulingen installiert“, erklärt Andreas Schaller auf Nachfrage der Redaktion. „Diese werden von den zuständigen Produktmanagern verantwortet, die alle mit ihren Teams in Sulingen verortet sind und es auch weiterhin sein werden.“

Anpassungen für den Chinesischen Markt

Bei der Entwicklung würden gewisse Anpassungen für China berücksichtigt, ohne die Lloyd-Markenaussage zu verwässern. „So werden in China bei Herrenschuhen beispielsweise deutlich mehr Slipper verkauft, als dies in unseren bisherigen europäischen Kernmärkten der Fall ist“, erläutert der Geschäftsführer. „Damentaschen zum Beispiel dürfen nicht so groß sein, weil die Kundinnen, aufgrund der geringeren durchschnittlichen Körpergröße im Vergleich zu Nordeuropäerinnen, diese nicht so gerne kaufen. Diese Erkenntnisse aus dem chinesischen Markt fließen selbstverständlich in die Produktentwicklung ein, dies aber immer noch mit der Lloyd-Marken- und Produktaussage im Fokus.“

Verbindet sich mit dem stärkeren Blick auf die Kundschaft in China auch die Hoffnung, zukünftig wieder mehr Arbeitsplätze als aktuell in Sulingen anbieten zu können? „Aufgrund der derzeitigen Situation fällt es natürlich sehr schwer, hier Aussagen zu treffen. Unser Ziel ist es, über die neue Strategie die Marke zu entwickeln und wieder zu wachsen. Dann ist auch eine positive Entwicklung der Mitarbeitendenanzahl wieder möglich.“

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