Zwei Sulinger Spediteure über die geplante Ausweitung auf alle Bundesstraßen

Lkw-Maut auch im Sulinger Land

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Wird die Ausweitung der Lkw-Maut dazu beitragen, den Schwerlastverkehr auf der B 61 und der B 214 zu reduzieren?

Sulingen - Laut Gesetzentwurf des Bundeskabinetts soll die Lkw-Maut ab 2018 auf allen Bundesstraßen gelten – also auch auf denen im Sulinger Land, der B 61 und der B 214. Was halten Speditionsunternehmer in Sulingen davon? Nachgefragt bei John Henrik Landwehr (Gerdes + Landwehr) und Henri Wortmann (Wilhelm Schröder Speditions- und Transport GmbH/Wortmann e.K.).

„Das wäre sinnvollerweise schon viel eher gekommen“, findet John Henrik Landwehr. Aber es kommen doch Mehrkosten auf die Spediteure zu? „Ja – die Frage ist, ob das positiv oder negativ ist.“ Generell ist er Befürworter der Lkw-Maut, wenn auch nicht des komplizierten Systems, mit dem sie in Deutschland erhoben wird, „hier ist das eine Ingenieursleistung...“ Dennoch: Wenn sich bei Rohstoffen und Produkten ein längerer Transportweg über die Frachtkosten auf den Preis auswirkt, sei das „ökologisch und volkswirtschaftlich gut.“ Die Lkw-Maut sei für Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur gedacht, wobei auch der Transitverkehr zur Kasse gebeten wird, fördere durch unterschiedliche Sätze umweltfreundlichere Fahrzeuge. Was nun die höheren Kosten anbelangt: „In unserem Unternehmen ist die Bilanz in den Jahren seit Einführung der Maut positiv. Der Kunde zahlt diese Gebühr für den Hin- und den Rückweg – es geht also einfach darum, Leerfahrten zu vermeiden.“

Sulingen sei einer der Orte in Deutschland, die am weitesten von der nächsten Autobahn entfernt liegen, räumt Landwehr ein: „Durch die Lkw-Maut auf allen Bundesstraßen verändert sich der Standortfaktor auch für uns leicht negativ. Im Vergleich zu anderen Regionen gibt es hier aber mehr verlässliches Personal.“ „Gerdes + Landwehr“ ist an sechs weiteren Standorten in der Bundesrepublik vertreten, mit insgesamt 110 Lastkraftwagen. Wird sich der Schwerlastverkehr auf den Bundesstraßen verringern, wenn man hier der Maut nicht mehr ausweichen kann? Er sei nicht sicher, ob der nach objektiven Zählungen überhaupt angestiegen war – und wenn ja, ob das nicht auf die allgemeine Verkehrszunahme und die Effekte des wachsenden Online-Handels zurückzuführen wäre, stellt John Henrik Landwehr fest. „Aus meiner Sicht gibt es sowieso nur wenige Einzelfälle, wo das Fahren von Umwegen wirtschaftlich Sinn gemacht hat.“

Henri Wortmann erklärt, er sei von Anfang an dafür gewesen, auch die Bundesstraßen in die Mauterhebung einzubeziehen – und schlicht nach den gefahrenen Kilometern abzurechnen, „wie beim Ablesen der Wasseruhr.“ Die höhere Belastung, wenn auch auch auf den Bundesstraßen kassiert wird, müsse er auf die Auftraggeber umlegen. „Das zahlt der Kunde, nicht der Spediteur. Und damit am Ende, über höhere Preise, der Bürger.“

Wortmann kann sich durchaus vorstellen, dass ab 2018 weniger Lastkraftwagen auf den Bundesstraßen 61 und 214 unterwegs sind: „Ich weiß von Kollegen, die sind bis zu einer Stunde länger unterwegs, um damit 50 Euro an Maut zu sparen – das macht eigentlich gar keinen Sinn. Schon eher bei den vielen Lkw aus dem Osteuropäischen Raum, die durch das Sulinger Land fahren, denn da spielen die geringeren Lohnkosten ein Rolle.“

ab

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