Lieferfristen bis Mitte 2022

Fahrradhandel im Sulinger Land boomt in der Pandemie

Eine lange Reihe Fahrräder in der Fahrrad-Welt in Sulingen.
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Noch gibt es bei den Fahrradgeschäften im Sulinger Land reichlich Auswahl an E-Bikes.

Sulingen / Borstel – Der Frühling hat begonnen, und mit ihm rückt das Fahrrad wieder stärker ins Bewusstsein – als Transportmittel oder für das Freizeitvergnügen, vor allem E-Bikes sind beliebt. An einen neuen Drahtesel heranzukommen, kann sich aber aktuelle schwierig gestalten, heißt es seitens der Fahrradhändler im Sulinger Land.

„Was wir da haben, ist schnell verfügbar“, sagt Viviane Twietmeyer, Inhaberin des Zweiradhandels „Kappel & Lange“ in Borstel – „alles andere dauert länger: von zwei Monaten bis gar nicht mehr in diesem Jahr.“ Das bestätigt Heiner Buschmann, Geschäftsführer der „Fahrrad-Welt“ in Sulingen: „Deutschlandweit ist die ganze Produktion 2021 schon verkauft, egal, von welchem Hersteller – Neubestellungen sind so gut wie ausgeschlossen.“

Der Hauptgrund dafür liegt in der anhaltenden Pandemie, erläutert er, denn die Betriebe arbeiteten teilweise nur mit 20 Prozent der Belegschaft und es seien keine Teile zu bekommen: „Für Ketten oder Bremsscheiben werden uns zum Teil Lieferzeiten bis Mitte 2022 genannt.“ Hinzugekommen sei vor Kurzem noch die Blockade des Suezkanals, die laufende Lieferungen um bis zu drei Monate verzögere.

Knappheit wirkt sich auch auf Reparaturen aus

Die Knappheit betrifft jedoch nicht nur das Angebot an neuen Fahrrädern, sondern wirkt sich auch auf Reparaturen aus. An Ersatzteile – ob Kassetten, Mäntel oder Schläuche – zu gelangen, ist laut Viviane Twietmeyer schwierig geworden. Dabei sei die Reparaturnachfrage derzeit sehr hoch. „Wenn wir das benötigte Teil da haben oder besorgen können, geht es schnell, ansonsten müssen die Kunden warten, bis es wieder verfügbar ist.“

Wartezeiten von bis zu vier Wochen gebe es bei manchen seiner Kollegen, weiß Heiner Buschmann. „Wir schaffen die Reparaturen aktuell innerhalb einer Woche, aber das geht nur mit viel Manpower – und weil wir mit Vorausschau die Teile bestellt haben.“

Mutig sein bei Vorbestellungen

Voraussicht sei auch nötig gewesen beim Zusammenstellen des Sortiments für die Saison: „Wer richtig mutig war, hat letztes Jahr ganz viel vorbestellt und ist entsprechend finanziell in Vorleistung gegangen“, verrät Heiner Buschmann. Die „Fahrrad-Welt“ habe derzeit mehr als 500 E-Bikes auf Lager, weil man schon im Juli entsprechend geordert habe, während andere, aus Sorge vor Einschränkungen, ihre Bestellungen storniert hätten.

Ähnlich verfuhr Viviane Twietmeyer: „Es war relativ absehbar, dass es so kommt. Man muss jedes Jahr vorordern, und wir haben schon mehr bestellt als sonst.“

Nachfrage nach E-Bikes so hoch wie noch nie

Die Branche erlebt aktuell einen Boom: „Es gibt allgemein eine hohe Nachfrage bei Fahrrädern“, bestätigt Viviane Twietmeyer. Heiner Buschmann: „Die Nachfrage ist so hoch wie noch nie, in diesem Jahr schon stärker als im vergangenen.“ Die Fahrradbranche sei, überspitzt formuliert, ein „Corona-Gewinner“, denn „Fahrradfahren ist ja fast das Einzige, was man ohne Maske draußen machen kann.“

Der Trend zum E-Bike ist dabei eindeutig: „Räder ohne Antrieb werden immer mehr zu ,Deko-Stücken‘ “, sagt Heiner Buschmann. Das Interesse daran sei „sehr, sehr gering“, und auch die Hersteller widmeten sich den herkömmlichen Rädern immer weniger.

Kunden legen Wert auf hochwertige Modelle

„Bestimmt 90 Prozent“ machten E-Bikes im Sortiment von „Kappel & Lange“ aus, unterstreicht Viviane Twietmeyer. Dabei interessierten sich die Älteren eher für das bequeme City-Bike, während die Jüngeren lieber zum Trekking- oder Mountainbike griffen. Bemerkenswert sei, dass die Kundschaft mehr Wert auf hochwertige E-Bikes lege: „Die Kunden sind bereit, auch viel Geld auszugeben.“ Top-Bikes könnten auch bis zu fünfstellige Beträge kosten. „Da liegen allerdings auch Welten dazwischen im Vergleich zu günstigen Rädern, ob bei Qualität, Stabilität oder Fahrsicherheit – das merkt auch der Laie sofort.“ Wer einmal ein Rad mit einem Elektro-Antrieb gefahren sei, wolle auch nicht wieder zurück: „Das wird zu einer gesunden Sucht“, scherzt Heiner Buschmann.

Ein Ende der Lieferschwierigkeiten sei laut Viviane Twietmeyer noch nicht absehbar: „Das wird sich noch ein Weilchen hinziehen.“

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