„Es soll nichts im Sande verlaufen“

Zweiter Stadtdialog im Projekt „Tapetenwechsel“

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Ursula Fallapp, Philipp Leymann, Majo Ussat, Stephan Landau, Dirk Rauschkolb und Horst Heinicke (von links).

Sulingen - Initiative Sulingen und Arbeitsgruppe „Wohlfühlstadt“ des Bürgerbeteiligungsprozesses „Wir sind Sulingen 2.029“ haben mit „Stadtdialog 2“ am Donnerstagabend in der Alten Bürgermeisterei den zweiten von zwei Themenabenden des Projektes „Tapetenwechsel“ hinter sich gebracht.

„Wir werden hart dafür arbeiten, die Ideen zu bündeln, zu strukturieren – und auch das eine oder andere umzusetzen“, fasste „Initiative“-Vorsitzender Philipp Leymann am Ende eines langen Abends zusammen. „Krempeln sie die Ärmel hoch – und machen sie einfach“, riet Ursula Fallapp. Fallapp, Marketingleiterin der Samtgemeinde Elbtalaue, gehört zu der Gruppe der Experten, von denen drei Ende April und drei am Donnerstag „Initiative“ und Stadt ganze Körbe unterschiedlicher Tapeten mit auf den Weg gaben. 

Nach welchen Leymann und Co. tatsächlich greifen, zeigt sich frühestens im zweiten Halbjahr 2017. „Es soll nichts im Sande verlaufen“, versprach der Vorsitzende der Initiative Sulingen. „Aber jetzt muss man uns erst einmal Zeit lassen.“ Leymann in Richtung von Bürgermeister Dirk Rauschkolb und der Ratsmitglieder unter den Zuhörern: „Finanziell müssen Unternehmer und Stadt gemeinsam in die Bresche springen.“

Schauspieler Peter Henze sprach das Schlusswort.

Die Organisationsfäden des Projektes „Tapetenwechsel“ hatte schon in der Vorbereitung Horst Heinicke, Produktmanager Städtebau der Planungsgesellschaft Sweco, in die Hände genommen. „Sulingen hat nicht das Problem, dass die Bagger anrücken müssen. Aber punktuell kann man schon mehr Leben in die Stadt bringen.“

Ende April hatten Bettina Remmert, Fachgebietsleiterin Wirtschaftsförderung der Stadt Bückeburg, Thorsten Kreikenbaum, Architekt für Stadt-, Landschafts- und Freiraumplanung, und der Diepholzer Lichtplaner Oliver Christen Vorschläge für eine Erneuerung von Hardware (Gestaltung), Software (Bespielung) und eine Optimierung der Organisation (Vernetzung der Akteure) plädiert, Donnerstag legten Ursula Fallapp, Majo Ussat, Geschäftsführer des Projektionsunternehmens Urbanscreen (Bremen) und Stephan Landau, Ressortleiter Städtebau und Regionalentwicklung bei der Sweco, nach.

Ussat stellte Urbanscreen und das Projekt „Lumentektur“ vor, bei dem Künstler Objekte nicht nur illuminieren, sondern durch Projektionen quasi zum Leben erwecken; den Innenraum des Gasometers in Oberhausen, anlässlich des 100-jährigen Bestehens die Fassade der Rice University in Houston, Texas, das Dach der Oper in Sydney – oder auch ein Geschäftshaus in der Innenstadt von Neustadt in der Region Hannover. „Wir legen die virtuelle und die reale Welt übereinander“, erläuterte der Geschäftsführer. „Unsere Arbeiten sind Lösungen, die entstehen, wenn man sich überlegt, was man machen will.“

Leerstandsmanagement kann helfen

Eckpfeiler eines – in Dannenberg funktionierenden – Leerstandsmanagements stellte Ursula Fallapp auf; angefangen bei der Vermietung von Leerständen an Start-up-Unternehmen zu einem zeitlich befristeten Mietzins von einem Euro pro Quadratmeter über gezielte Quartiersentwicklung, die einem Flurbereinigungsverfahren ähnelt, und die Begleitung von Nachfolgeregelungen in Gastronomie und Einzelhandel bis hin zu Projekten wie „Kaufhaus des Wendlandes“ (Zusammenschluss von Hobbyhandwerkern) und Markthalle (Zusammenschluss von Direktvermarktern der Region). „Nur Festivitäten reichen nicht“, sagte die Marketingleiterin. „Man braucht ein Herz, Durchhaltevermögen und Unterstützung.“

Wie diese Stadt und Initiative Sulingen akquirieren könnten, verdeutlichte Stephan Landau unter anderem am Beispiel von „Next Hamburg“. Er sprach von Stadtlaboren als Ideenwerkstätten und möglichst barrierefreien Veranstaltungsräumen. „Holen sie die Menschen da ab, wo sie sind. Tragen sie die Diskussionen auf die Straße.“ Partizipation müsse dem Beteiligten Spaß machen. „Eine Stadt muss Räume und Gelegenheit schaffen, die es den Menschen ermöglichen, die Zukunft ihrer Stadt gemeinsam zu entwerfen.

Das Schlusswort sprach am Donnerstagabend Schauspieler Peter Henze. Er forderte die Beteiligten auf, zu hinterfragen, was eine Stadt tatsächlich ausmacht. „Auch jeder Baum, jede Bank kann eine Geschichte erzählen. Holen sie die Menschen ab. Das schafft Identität.“ - oti

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