Aufgabe des Amtes des Vorsitzenden

Lebenshilfe: Vocke tritt zurück

Claus Wilhelm Vocke, ehemaliger Vorsitzender des Vereins Lebenshilfe Grafschaft Diepholz, und Ehrenvorsitzende Hannelore Krause.

Sulingen - Claus Wilhelm Vocke hat die Mitglieder des Vorstandes des Vereins Lebenshilfe Grafschaft Diepholz am Donnerstag über seinen Rücktritt informiert. Er, der im Oktober 2013 von Hannelore Krause den Vorsitz über den Trägerverein der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz gGmbH übernommen hatte, war am Freitag für eine Stellungnahme zu den Hintergründen seiner Entscheidung nicht zu erreichen.

Annette Lüneburg, als Geschäftsführerin der gemeinnützigen Gesellschaft beratendes Mitglied im Vorstand des Vereins Lebenshilfe, teilte auf Anfrage mit, dass die verbleibenden Vorstandsmitglieder vor der Jahreshauptversammlung im Dezember keine Stellungnahme abgeben werden. „Wir werden zu der Versammlung für den 7. Dezember einladen.“ Geplant seien für die Versammlung Neuwahlen zum Vorstand. Weitere Details verriet die Geschäftsführerin nicht.

Vorstandsmitglied Torsten Freyer bestätigte die Haltung der Geschäftsführerin. „Wir werden unsere Stellungnahme zu den Vorgängen erst während der Mitgliederversammlung veröffentlichen.“ Auch die Mitglieder selbst werde man bis zu dem für die zweite Dezemberwoche geplanten Termin in Unkenntnis lassen. Freyer, auf die Frage, wer den Vorstand nach dem Rücktritt Vockes, dem der der stellvertretenden Vorsitzenden Jurina Freye vorausgegangen war, führt: „Darüber haben wir noch nicht gesprochen.“

Nicht ausgeschlossen ist, dass der Rücktritt Vockes im direkten Zusammenhang mit dem Scheitern der angedachten Fusion der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz und der Lebenshilfe Syke mit den Delme-Werkstätten mit Sitz in Bassum steht. Beide Lebenshilfen gehören zu den Gesellschaftern der Delme-Werkstätten; die Lebenshilfe Grafschaft Diepholz hält 50 Prozent der Gesellschafteranteile. Erst am Dienstag war das Scheitern bekannt geworden. Der Vorstand des Vereins Lebenshilfe Grafschaft Diepholz als Träger der gleichnamigen gGmbH hatte mehrheitliche gegen das Vorhaben gestimmt (wir berichteten). Vocke gilt als Befürworter der Fusion.

Die Planung der Verschmelzung selbst waren Ende Oktober im Nachgang einer Mitarbeiterversammlung öffentlich geworden.

Der Betriebsrat der gGmbH solle die Versammlung ohne Beteiligung des Vorstandes des Trägervereins anberaumt haben.

Claus Wilhelm Vocke hatte daraufhin mitgeteilt, dass die Diskussionen im Vorstand auf bloßen Überlegungen beruht hätten. 

oti

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