Lebenshilfe investiert 1,8 Millionen Euro in Neubau für Kita „Am Nordsee“

Ziel: Inklusion in Vollendung

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Eine Entwurfsperspektive für den eingeschossigen (voraussichtlich rot-weißen) Anbau im Norden des Gebäudekomplexes.

Sulingen - Inklusion in Vollendung – so scheinbar überheblich würden der Geschäftsführer der gemeinnützigen Gesellschaft, Michael Lensing, Vereinsvorsitzender Claus Wilhelm Vocke und Margret Herzog, Bereichsleiterin Kinder und Familie, das Ziel der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz am Standort Sulingen sicher nicht formulieren. Doch genau das scheint im Bereich der Kindertagesstätten mit dem rund 1,8 Millionen Euro schweren Bauprojekt an der Lindenstraße 1a erreichbar zu sein, das sie vorstellen. Lensing betont: „Wir investieren in die Kinder, weit mehr als in Steine.“

Vor Zeichnungen der Räumlichkeiten der Lebenshilfe an der Lindenstraße 1a, inklusive des geplanten Anbaus: Geschäftsführer Michael Lensing, Bereichsleiterin Kinder und Familie Margret Herzog und Vorsitzender Claus Wilhelm Vocke (von links).

Der Verein stemme die Investition – „nicht aus der Portokasse, wir brauchen schon die Bank dazu“, erläutert Claus Wilhelm Vocke. „Wir als zweitgrößter sozialer Arbeitgeber in der Stadt, neben dem Krankenhaus, stellen den Standort Sulingen nicht in Frage, sind verlässlicher Anlaufpunkt in Sachen Inklusion.“ Entstehen soll ein eingeschossiger Anbau im Norden des bestehenden Gebäudekomplexes, mit dem fast 650 Quadratmeter neuer Raum gewonnen wird – die künftige Heimat der Kindertagesstätte „Am Nordsee“: „Damit wird unser neuer konzeptioneller Grundansatz für die Inklusion jetzt auch baulich vollzogen“, sagt Margret Herzog. „Der Bau ist wichtig, wir sind räumlich längst an unsere Grenzen gestoßen, haben ja auch Gruppen ausgelagert.“ Die gemeinsame Erziehung im inklusiven Sinne ist bei der Lebenshilfe in Sulingen mittlerweile fast zum Regelangebot geworden. Heute werden alle Kinder, unabhängig von Art und Schwere ihrer Behinderung beziehungsweise ihres Förderbedarfs, in die Sulinger Lebenshilfe-Kitas aufgenommen, mit ihren Sprachheilgruppen, Integrationsgruppen, Krippen – Michael Lensing versäumt nicht, die entsprechende Kooperation mit der Stadt zu loben. Der stete Kontakt zwischen Kindern mit und ohne Beeinträchtigung, zu beider Vorteil, ist Programm. „Ohne die notwendige Förderung zu vernachlässigen“, betont Margret Herzog, eine Binnendifferenzierung finde in der inhaltlichen Arbeit der Gruppen statt. Es gebe auch gemeinsame Projekte, um die Kinder zusammen zu bringen, „jedes Kind kann mitwirken, macht, was es kann.“

Doch die Lebenshilfe will mehr, und das ist im Altbau aus den 70er Jahren mit mangelnder Beleuchtung und Wärmedämmung des Fußbodens, in dem sich unter anderem auch die Tagesbildungsstätte Paul-Moor-Schule und die Verwaltung befinden, nicht zu verwirklichen – „etwa das Eineinhalb-Raum-Prinzip und das gemeinsame Spielen auf dem Flur“, nennt Michael Lensing Beispiele. Das Raumprogramm des Erweiterungsbaus sieht dort dann alle sechs Gruppenräume mit Sanitär- und Nebenräumen vor, einen Bewegungsraum, der bisher nicht zur Verfügung stand, die Flure sind als Spiel- und Begegnungsräume ausgelegt und verbinden die jeweils zwei heilpädagogischen Gruppen, Sprachheilgruppen und Integrationsgruppen miteinander. Alle Funktionsräume, Therapie- und Förderräume sowie Personal- und Besprechungsräume verbleiben im Bestandsgebäude.

Wann sollen die Bauarbeiten beginnen? „Sobald die Baugenehmigung eintrifft, voraussichtlich in den nächsten Tagen“, kündigt Michael Lensing an. Allerdings gelte es auf dem jetzigen Spielplatzgelände zunächst den Bauplatz vorzubereiten, aufgrund des anmoorigen Bodens auch per Pfahlgründung. Der „erste Spatenstich“ erfolge wohl im März. Der Spielplatz wird verlegt: „Wir haben eine Arbeitsgruppe gebildet, die sich mit der Gestaltung beschäftigt“, sagt Margret Herzog.

Der Geschäftsführer geht davon aus, dass der Anbau für die Kita „Am Nordsee“ im Frühjahr 2016 bezugsfertig wird.

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