Stelle für Sozialraummanagement in Sulingen

Lebenshilfe Grafschaft Diepholz sucht Türöffner und Netzwerker für Teilhabe

Zwei Männer stehen vor einer Wohnanlage.
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Das inklusive Wohnprojekt im Hintergrund gab den Anstoß für das Sozialraummanagement, für das Karsten Bonke (links) und Jörn Frese werben.

Sulingen – Seit etwas mehr als einem Jahr besteht das inklusive Wohnprojekt der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz: Menschen mit und ohne Beeinträchtigung leben hier Tür an Tür. „Jetzt wollen wir den nächsten Schritt gehen“, sagt der pädagogische Geschäftsführer Karsten Bonke: Zum nächstmöglichen Zeitpunkt soll die neu geschaffene Stelle eines Sozialraummanagers besetzt werden.

Das Thema Inklusion sei für die Lebenshilfe ein ganz wichtiges Anliegen, und dabei sei das Wohnprojekt ein Meilenstein. Alle Wohnungen seien vermietet und es finde schon Gemeinschaft statt, aber an der Stelle dürfe es nicht aufhören: „Wir wollen den inklusiven Gedanken auch in die erweiterte Nachbarschaft tragen.“

Im Projekt hätten sich schon viele Gemeinschaften gebildet, berichtet Jörn Frese, Leiter des ambulant betreuten Wohnens. Die Betreuten hätten ein großes Interesse daran, dass sie sozial eingebunden sind, aber in ihren vorigen Wohnungen seien sie isolierter gewesen. „Sie wollen vernetzt werden in der Stadt und im Sozialraum Sulingen, und hier hat die Integration deutlich Vorschub bekommen.“

Sich öffnen für die Bevölkerung

Dabei könne auch der Gemeinschaftsraum im Erdgeschoss helfen. Corona sei nach wie vor ein großes Hindernis, aber intern gebe es schon die ersten Kochgruppen, und auch von außen erhalte man bereits erste Anfragen zur Nutzung des Raumes. „Wir wollen uns öffnen, damit die Sulinger wissen, wer wir sind, was wir machen und was wir wollen.“

Damit sind auch schon die beiden großen Aufgabenfelder des Sozialraummanagements beschrieben: Unterstützung der Menschen bei der Teilhabe am gesellschaftlichen Leben und Verkörperung der Lebenshilfe nach außen. „Wir erhoffen uns gute Ideen und tolle Impulse für Inklusion und Vernetzung“, sagt Bonke.

Tore für die Teilhabe aufstoßen

Wichtig sei, den Menschen im Bereich Teilhabe Tore zu öffnen, denn Barrieren seien nicht nur Räumlichkeiten. Es gehe auch um Fragen von Infrastruktur und Mobilität, besonders die fehlende Bahnanbindung in Sulingen sei unter den Betreuten ein großes Thema, aber auch um Berührungsängste. In Diepholz sei vor einiger Zeit einmal versucht worden, für die Schüler Zugang zu sportlichen Angeboten zu schaffen, aber es habe von Vereinsseite große Vorbehalte gegeben, ob die Übungsleiter dazu bereit seien. Demgegenüber sei die inklusive Handballmannschaft des TuS Sulingen ein tolles Beispiel dafür, wie Menschen mit und ohne Behinderung zusammengebracht werden, lobt Bonke. Daher gehöre auch das „Klinkenputzen“zu den Aufgaben des Sozialraummanagements, damit sich Institutionen und Vereine dafür öffnen, dass die Menschen sich mit ihren Fähigkeiten einbringen können – „da muss noch viel Aufklärungsarbeit geleistet werden.“

Bei der Arbeit habe der Sozialraummanager „absolute Gestaltungsfreiheit“, betont Frese, „es gibt keine Begrenzungen.“ Die Stelle werde für zunächst fünf Jahre von der „Aktion Mensch“ gefördert, und beim Stellen des Antrags habe man bewusst Ideen eingebracht, die losgelöst seien von dem, was es in größeren Städten gebe. Der Begriff Quartiersmanager passe nicht, weil es nicht um ein auf einen Stadtteil beschränktes Quartier gehe, sondern „der ganze Sozialraum Sulingen ist unser Feld, auf dem wir arbeiten wollen.“ Dafür brauche es aber auch Interesse und Motivation von der Politik, den Behörden, Institutionen und Vereinen vor Ort.

Neue Stelle soll nur erster Schritt sein

„Wir müssen jeden mitnehmen, Hemmnisse abbauen und die Menschen selbst ermächtigen“, ergänzt Pressesprecherin Anja Mundt, „das ist eine sensible, aber auch tolle und motivierende Arbeit.“ Dafür stelle man sich eine in Sulingen gut vernetzte, kommunikative und flexible Person vor, die sich mit den Werten und Vorstellungen der Lebenshilfe identifiziere.

Die neue Stelle sei auch nur ein erster Schritt, betont Bonke: „In der Zukunftsvision gibt es noch weitere Schritte, und vielleicht gehen wir dann noch mehr in den Landkreis hinein.“

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