Operative Geschäftsführung auf Zeit

Lebenshilfe Diepholz: Vorstand setzt auf PLSW und Annette Lüneburg

Annette Lüneburg ist Geschäftsführerin der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland. Die PLSW übernimmt mit sofortiger Wirkung die operative Geschäftsführung der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz gGmbH.
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Annette Lüneburg ist Geschäftsführerin der Paritätischen Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland. Die PLSW übernimmt mit sofortiger Wirkung die operative Geschäftsführung der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz gGmbH.

Wechsel in der Geschäftsführung der Lebenshilfe Diepholz: Bonke und Winalke scheiden aus. Die Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland übernimmt befristet.

Sulingen – Die Paritätische Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland GmbH (PLSW) übernimmt mit sofortiger Wirkung die operative Geschäftsführung der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz gGmbH; laut Beschluss des Vorstandes des Vereins Lebenshilfe bis Juni kommenden Jahres. Darüber wurden Mittwochmorgen die Mitarbeiter der als gemeinnützig anerkannten Gesellschaft informiert. Die Geschäftsführerin der PLSW ist in der Region nicht unbekannt: Von 2016 bis Ende des Jahres 2019 war Annette Lüneburg Geschäftsführerin der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz. Sie lebt in der Gemeinde Bahrenborstel.

„Karsten Bonke, der seit 35 Jahren Teil der Lebenshilfe und seit 2020 pädagogischer Geschäftsführer war, sowie Bastian Winalke als kaufmännischer Geschäftsführer werden der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz zukünftig nicht mehr zur Verfügung stehen“, hatte Anja Mundt, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit der gGmbH, Mittwochmittag per Pressemitteilung verlauten lassen.

Strategische Neuausrichtung

Am Nachmittag sprach Lüneburg auf Anfrage der Redaktion von einer „strategischen Neuausrichtung“, der der Vorstand mit dem Wechsel in der Geschäftsführung „mehr Nachdruck“ verleihen wolle. Schon 2016 hatten Vorstand des Vereins und die Geschäftsführung der Gesellschaft, unter Beteiligung der Einrichtungen, einen auf mehrere Jahre angelegten Strategieprozess in Gang gesetzt. Lüneburg, nicht zuletzt mit Blick auf das Bundesteilhabegesetz, das in vier zeitversetzten Reformstufen bis ins Jahr 2023 in Kraft tritt: „Wenn Klarheit herrscht, wohin die Reise geht, müssen Handlungen folgen.“

Die große Distanz zum Hauptsitz der PLSW in Stadthagen spiele laut Lüneburg bei der Erfüllung des Geschäftsbesorgungsvertrages keine Rolle. Im Rahmen der Corona-Pandemie habe man Maßnahmen entwickelt, die ein effektives und zielorientiertes Arbeiten auch über Distanzen gewährleisten.

Keine Übernahme durch die PLSW

Der Unterstützungsvertrag sieht vor, dass Annette Lüneburg die Lebenshilfe Grafschaft Diepholz bei jeglichen Fragestellungen und Entscheidungen auf Geschäftsführungsebene als Interimsmanagerin leiten wird. Auch der kaufmännische Geschäftsbereich der PLSW stehe bereit, um zu unterstützen. Die Geschäftsbereichsleitungen der PLSW sollen die kontinuierliche Führung der Einrichtungen der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz sicherstellen. „Die Erfahrungen aus dem Strategieprozess der PLSW werden in den Prozess der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz einfließen“, so Lüneburg.

Wohl von Mitarbeitern geäußerten Befürchtungen einer mittelfristigen Übernahme der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz durch die PLSW tritt Annette Lüneburg entschieden entgegen: „Es ist erklärte Absicht des Vorstandes, dass die Gesellschaft und ihre Einrichtungen autonom bleiben.“

„Hände an die Basis“

Annette Lüneburg hatte im Jahr 2016 bei der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz die Nachfolge von Michael Lensing angetreten. Sie war vom Hamburger Lebenshilfe-Werk in die Region umgesiedelt. Die 49-Jährige, die ursprünglich aus dem Landkreis Wolfenbüttel stammt und nach der Schulzeit zunächst eine Ausbildung zur Heilerziehungspflegerin absolvierte, war vor ihrem Engagement im Südkreis Diepholz unter anderem als Leiterin einer Wohngruppe tätig.

Sie engagierte sich selbst in der Ausbildung von Heilerziehungspflegern und stieg erst im Alter von 30 Jahren in das Studium der Wirtschaftswissenschaften ein. Ihr bei Amtsantritt in Sulingen verkündetes Motto „Hände an die Basis“ war bis zu ihrem Wechsel nach Stadthagen inoffizielles Leitbild in den unterschiedlichen Geschäftsbereichen der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz.

Lüneburg setzt auf Synergien

Die Lebenshilfe Schaumburg-Weserbergland betreibt 50 Einrichtungen mit ambulanten, teil- und vollstationären Dienstleistungsangeboten für Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen in den Landkreisen Schaumburg, Hameln-Pyrmont, Holzminden und in der Region Hannover. Zum Portfolio zählt auch eine Schule für heil- und sozialpädagogische Berufe. „Vielleicht lassen sich da Synergien nutzen“, so Lüneburg mit Blick auf den Fachkräftemangel, der auch längst bei der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz Einzug gehalten hat.

Karsten Bonke und Bastian Winalke hatten Anfang des Jahres 2020 als Doppelspitze die Geschäftsführung der Lebenshilfe Grafschaft Diepholz übernommen. „Der Vorstand bedankt sich bei den beiden scheidenden Geschäftsführen für das geleistete Engagement“, heißt es in der Pressemitteilung von Anja Mundt. Karsten Bonke wollte sich am Mittwoch nicht zu der Entscheidung des Vorstandes äußern. Bastian Winalke war für eine Stellungnahme nicht zu erreichen.

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