Sulinger Hospiz bietet acht Gästezimmer / In fünf Tagen Grundsteinlegung

Am Lebensende: „Zugvogel“ mit absolutem Wohlfühlfaktor

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Es geht voran auf der Hospiz-Baustelle. Davon überzeugen sich (v.l.) Praktikantin Katharina Kabbert, Hospizleiterin Petra Brackmann und Trägervereinsvorsitzende Claudia Kemper. 

Sulingen - Von Anke Seidel. Hochbetrieb herrscht auf der Baustelle, auf der in fünf Tagen der Grundstein für das stationäre Hospiz „Zugvogel“ gelegt werden soll: Eine Insel für sterbenskranke Menschen aus den Landkreisen Diepholz, Nienburg und Verden.

Ihren Tagen mehr Leben zu geben und ihnen einen würdigen letzten Lebensabschnitt zu ermöglichen – daran arbeiten die Mitarbeiter künftig rund um die Uhr. Am 1. Mai 2018 sollen die ersten Gäste einziehen, so Hospizleiterin Petra Brackmann.

Antrags- und Genehmigungsverfahren im Turbotempo

Architekt Lars Stürmer hat das Hospiz konzipiert. Im Modell steht es seit November. Doch schon jetzt ist ein Stück davon real: Die Bodenplatte für das Haus ist gegossen. Das Antrags- und Genehmigungsverfahren für den Bau verlief also im Turbotempo. Daran, so betont Petra Brackmann ausdrücklich, hätten die Stadt Sulingen und der Landkreis Diepholz großen Anteil.

Letzterer fördert das Hospiz mit einem einmaligen Zuschuss von 300.000 Euro. Weil es auch Gästen aus den Landkreisen Nienburg und Verden offen steht, hoffen die Hospizleiterin und die Vorsitzende des Vereins Palliativstützpunkt im Landkreis Diepholz, Claudia Kemper, auf Unterstützung auch aus diesen Bereichen: Jeweils 100.000 Euro wünschen sie sich von diesen beiden Landkreisen für das Projekt. Entschieden ist darüber noch nicht. Claudia Kemper: „Das geht im Herbst durch die politischen Gremien.“ Die Baukosten für das Hospiz „Zugvogel“ betragen insgesamt rund drei Millionen Euro.

Acht barrierefreie Gästezimmer

Wer einen Blick auf das Modell wirft und sich mit dem Konzept befasst, für den nimmt das Haus schon jetzt konkrete Formen an. Acht Gästezimmer umfasst das markante Gebäude, dessen „Herz“ die Versorgungs-, Funktions- und Gemeinschaftsräume bilden. Diesen Bereich umschließen – wie Perlen an einer Kette – die acht barrierefreien Gästezimmer. Alle verfügen über ein eigenes Bad und eine Terrasse. Angehörige können in den Gästezimmern mit übernachten – oder in einem separaten Angehörigen-Zimmer.

Das Gebäude ist nach Westen ausgerichtet und hat eine Nutzfläche von 900 Quadratmetern. Auf dem 3500 Quadratmeter großen Grundstück entsteht ein Garten mit Spielplatz, Grillplatz und Sitzmöglichkeiten.

Der Wohlfühlfaktor hat einen enormen Stellenwert im Hospiz. So soll den Bewohnern und ihren Angehörigen eine großzügige Wohnküche als Treffpunkt zur Verfügung stehen – ebenso ein Snoozelraum zur Entspannung sowie ein Mal- und Kreativraum, in dem die Gäste mit der Psycho-Onkologin Brigitte Meyer ihre eigene endliche Lebensperspektive künstlerisch reflektieren können. „So kann man Gefühle ausdrücken, wenn die Worte fehlen“, sagt Claudia Kemper. Der Verein Palliativstützpunkt im Landkreis Diepholz trägt das Hospiz über eine gemeinnützige Gesellschaft, die Hospiz- und Palliativkompetenzzentrum GmbH.

Unterstützung durch NDR-Sammlung „Hand in Hand für Norddeutschland“

Zum „Herzstück“ des Hauses gehört genauso der „Raum der Stille“ – gestaltet nach ganz besonderen Kriterien. Denn dort sollen sowohl die Mitarbeiter (insgesamt 13 Vollzeitstellen) als auch Gäste und Angehörige Kraft schöpfen und das Erlebte reflektieren können. Für diesen „Raum der Stille“ hat Petra Brackmann ein besonderes Konzept erstellt und sich damit um eine Zuwendung aus der NDR-Spendenaktion „Hand in Hand für Norddeutschland“ beworben – mit Erfolg: 18.200 Euro fließen daraus in die Gestaltung dieses besonderen Raums.

Spiritualität und die Frage nach dem „Warum?“ – das gehört zwingend zum Alltag in einem Hospiz. Das Haus „Zugvogel“ arbeitet mit den Seelsorgerinnen Dorothea Dolle-Gierse, Gesa Jungglas und Claudia Rolke zusammen – aber auch mit den zahlreichen Ehrenamtlichen in den Hospizgruppen im Landkreis Diepholz.

Petra Brackmann und ihrem Team ist es wichtig, das Haus mit Leben und Freude zu füllen. Deshalb sollen Ausstellungen, Lesungen und Musik den Alltag prägen.

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