Lichtkonzept und Parkleitringsystem für die Innenstadt

Lange Straße in Sulingen wird zur Fahrradstraße

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Die Fahrradstraße in Lohne haben sich Fachbereichsleiterin Nicole Kossinna und Teamleiterin Wiebke Blohm noch vor der Ausschusssitzung am Dienstag angeschaut.

Sulingen – Licht ins Streitthema Lange Straße Sulingen mag das Konzept bringen, das die Diepholzer Firma OCL Lichtplanung erstellt hat: Gerade erst hat die Stadt, wie berichtet, Fördermittel durch das Amt für regionale Landesentwicklung (ArL) in Höhe von rund 190 000 Euro für die Umsetzung des Konzeptes erhalten, für das mit Gesamtkosten in Höhe von 316 000 Euro gerechnet wird. Der Ausschuss Bau, Ordnung und Verkehr empfahl das Lichtkonzept einstimmig.

Wie mehrfach berichtet, hatte Fachplaner Oliver Christen die Beleuchtung erfasst und festgestellt: Die Lange Straße ist unzureichend ausgeleuchtet. Zwar seien die vorhandenen Leuchtmittel hochwertig, aber etwa im westlichen Teil der Langen Straße seien „die Lichtpunkte zu gering“, sodass es im Straßenraum dunkle Bereiche gebe. Das Lichtkonzept sorge für eine optimale Ausleuchtung und verhindere jene dunklen Ecken, erklärte Wiebke Blohm. Die Maßnahmen sollen in den Jahren 2020 und 2021 umgesetzt werden.

Sulingen: Keine dunklen Ecken mehr

Streitpunkt ist der Verkehr auf der Langen Straße. Fußgänger, Radler und motorisierte Verkehrsteilnehmer finden suboptimale Bedingungen vor. Das Thema wird seit Jahrzehnten heiß und gerne diskutiert. Neue Erkenntnisse soll die Einrichtung einer Fahrradstraße bringen, die zwischen Hindenburgstraße und Hoher Straße – testweise – eingerichtet werden soll.

Blaue Markierung zeigt Fahrradstraße an

Dem Vorschlag aus dem Arbeitskreis Tapetenwechsel schloss sich auch die Arbeitsgruppe Verkehr an. Fachbereichsleiterin Nicole Kossinna erklärte dem Ausschuss, der am Dienstagabend unter Leitung von Sebastian Bönsch vor großer Zuschauerkulisse im Rathaus tagte, die Einzelheiten. Zusammen mit Wiebke Blohm, Teamleiterin Bauplanung und Bauordnung, hatte sie sich daher vor Ort die Fahrradstraße in Lohne angeschaut.

Mit einem großen Plakat werde deutlich auf die besondere Verkehrsführung hingewiesen, eine blaue Markierung auf der Fahrbahn mit Radsymbol markiere den Beginn der Strecke.

Für Autofahrer ist die Fahrradstraße verboten – es sei denn, ein Zusatzschild erlaubt ihnen die Benutzung. Angezeigt werde das durch ein Schild mit der Aufschrift „Kfz-Verkehr frei“, das auch die Lange Straße erhalten soll, zusätzlich ein weiteres mit „Lieferverkehr frei“. Es gelte weiterhin Tempo 20 – und ein Überholverbot (verdeutlicht durch die durchgezogene Linie). Grundsätzlich müssen sich die Autofahrer den Radlern unterordnen, die dürften auch nebeneinander auf der Straße fahren.

Die aktuell gültigen Vorfahrtsregeln sollen bestehen bleiben. Wie lange soll der Testbetrieb dauern, lautete die Nachfrage aus dem Ausschuss. „Wir starten. Wenn es läuft, dann bleibt es – bis sich der Rat anders entscheidet“, erklärte Nicole Kossinna.

Der Ausschuss votierte einstimmig für die Einrichtung der Fahrradstraße.

Kritisch angemerkt wurde, erneut, die Radwegeführung von der Kirchenkreuzung auf die Lange Straße: Radler werden zur Ampel geführt, sollen dann jedoch auf die Lange Straße einschwenken – was sich aber nicht erschließt.

Sulingen: Von Kirchenkreuzung in die Lange Straße

Vielmehr erfasst der Radler, dass sein Weg scheinbar auf dem Gehweg weiterführt. In diesem unteren Teil der Langen Straße besteht weiterhin Handlungsbedarf. Er ist allerdings nicht Teil des Testbereiches für die Fahrradstraße.

Eine weitere Neuerung für die Sulinger City, mehrheitlich vom Ausschuss empfohlen: Ein Parkleitringsystem für den ruhenden Verkehr. Es basiert auf der Empfehlung der Mitarbeiter der Firma SHP Ingenieure aus Hannover, die ein Verkehrsgutachten erstellt haben und die Kosten auf etwa 20.000 Euro beziffern. Laut Nicole Kossinna ermöglicht das Parkleitringsystem eine bessere Führung des Straßenverkehrs „um die Innenstadt umzu“, um die Lange Straße zu entlasten. Auf die vorhandenen innerstädtischen Parkflächen soll an vier Standorten hingewiesen werden.

Ausschussmitglieder sprachen sich für die Unterstützung der Gewerbetreibenden aus – und wollen daher die Lange Straße nicht als Fußgängerzone ausgewiesen haben. Einige Bürger harrten am Dienstagabend bis zur zweiten Einwohnerfragestunde aus (bei der ersten Nachfragechance winkten die Bürger ab, wollten „erst wissen, was los ist“), die nach 21 Uhr begann. „Können wir nicht Teilbereiche dauerhaft sperren, wie beim Wochenmarkt? Dann könnte man ohne Autoabgase Kaffee trinken.“ Alfred Brodrück, nach eigenen Angaben seit zehn Jahren gerne Sulinger Bürger, hat, wie berichtet, Unterschriften gesammelt „von ganz vielen Bürgern“, die sich für die Fußgängerzone aussprechen würden. Die Listen möchte er dem Bürgermeister überreichen. Dafür soll ein Termin gefunden werden. Kaufmann Heinz-Jürgen Röhe kritisierte indes die Einrichtung der Fahrradstraße: Das sei eine Entscheidung „zum Leidwesen der Geschäftstreibenden“. Zumal die Radler, seiner Prognose nach, weiterhin auf dem Gehweg fahren werden.

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