Sulingen: „Tempo 20“ gilt weiterhin / Banner, Flyer und Piktogramme folgen

Lange Straße ist jetzt Fahrradstraße

Motorisierte Verkehrsteilnehmer, auch Lieferverkehr, sind weiterhin erlaubt.
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Motorisierte Verkehrsteilnehmer, auch Lieferverkehr, sind weiterhin erlaubt.

Sulingen – Fast wäre es nicht aufgefallen in der Begeisterung vieler darüber, dass die Weihnachtsbeleuchtung demnächst die Lange Straße in ein warmes Lichtermeer taucht: Die Lange Straße ist, zwischen Kreisverkehr am Kaufhaus Ranck und Kreuzung am Hotel-Restaurant „Zur Börse“, jetzt eine Fahrradstraße.

Das bedeutet, kurz gefasst, für die motorisierten Verkehrsteilnehmer, dass sie noch mehr achtgeben müssen, als bisher. Immerhin: Auch die motorisierten Verkehrsteilnehmer dürfen weiterhin die Lange Straße nutzen. Eine Fahrradstraße schließt das gemeinhin nämlich aus, die Stadt Sulingen erlaubt aber weiterhin die Nutzung durch Krad- und Autofahrer.

Generell beträgt die Höchstgeschwindigkeit in einer Fahrradstraße 30 km/h. In Sulingen bleibt es bei den bisher bereits geltenden 20 km/h. Bürgermeister Dirk Rauschkolb und Nicole Kossinna, stellvertretende Fachbereichsleiterin Bauen, Planung und Ordnung, kündigen an, dass die Schilder (Fahrradstraße und 20-km/h-Zone) auf einer Höhe angebracht werden sollen. Noch stehen sie mehrere Meter auseinander, die Aufmerksamkeit der Verkehrsteilnehmer ist besonders bei der Einfahrt in den neu gekennzeichneten Bereich stark gefordert.

Und das ist auch ein Grund, warum die Lange Straße nicht vom Kreisel bis zur Kirchenkreuzung als Fahrradstraße ausgewiesen wurde. Im Rahmen einer Verkehrsschau, die aufgrund der Pandemie erst im Sommer stattfinden konnte, hätten die Beamten der Polizei eingefordert, auch den „Altstadtbereich“ als Fahrradstraße auszuweisen.

Laut Nicole Kossinna ist der andere Belag (Kopfsteinpflaster) einer der Gründe, warum die Stadt den Bereich zunächst ausklammert. Ein weiterer Grund sei, dass Verkehrsteilnehmer, die von der Landestraße 202 (Galtener Straße / Lindenstraße) in die Lange Straße einbiegen, eine unübersichtliche Wegeführung vorfänden. Die Radler müssten ab Kreuzung auf der Langen Straße fahren, diese Wegeführung sei „total unglücklich“ und „nicht ohne größere Baumaßnahmen“ zu entzerren, erklärt Kossinna. „Deshalb haben wir die Fahrradstraße jetzt für den oberen Abschnitt ausgewiesen“.

Wer Radler auf dem innerstädtischen Stück der Langen Straße überholen möchte, muss mindestens 1,50 Meter Abstand halten. Radler dürfen nebeneinander fahren. Die Ausweisung „Fahrradstraße“ hebt indes die Ausweisung als Tempo-20-Zone nicht auf.

„Tempo 20“ gilt auf der Langen Straße von Kreisel bis Kirchenkreuzung.

Eine Geschwindigkeitsbeschränkung, derer sich zahlreiche Verkehrsteilnehmer nicht bewusst sind. Schneller als erlaubt fahren Junge und Alte, Frauen und Männer. Der Bürgermeister nicht mehr, verspricht er. Er war im Zuge der Diskussion um die Einrichtung der Fahrradstraße (wie manch anderes Ratsmitglied auch) ganz überrascht gewesen, dass zwischen Kirchenkreuzung und Kreisel sowie in Teilen der abgehenden Nebenstraßen Tempo 20 gilt. „Seitdem ich das weiß, setze ich das auch um“, beteuert Rauschkolb.

Die Kontrolle des Verkehrs sei aufgeteilt, den fließenden behalte die Polizei im Blick und den ruhenden die Stadt. Polizeibeamte wie auch städtische Politessen sollen gemeinsam Bürger auf die Regeln hinweisen, die auf der Langen Straße gelten. Rauschkolb kritisiert das Verhalten mancher als „Wild-West-Manier“.

Es gebe Regeln, an die sich nur dann keiner hält, wenn niemand kontrolliert. „Da müssen wir aufklären“, sagt Dirk Rauschkolb. Der Verwaltungschef weist zeitgleich darauf hin, dass die Politessen derzeit verstärkt in der Schulwegsicherung eingesetzt seien.

Dem Aufstellen der Schilder sollen weitere Maßnahmen folgen: Zu Beginn und Ende der Fahrradstraße sollen Banner über die Lange Straße gespannt werden, die auf die neue Ausweisung aufmerksam machen.

Ein Flyer ist in Vorbereitung, der alle Informationen rund um die Fahrradstraße bündeln soll.

Nicole Kossinna und Kollege Christoph Nitsche haben die Lange Straße gemeinsam in Augenschein genommen, um abzusprechen, wo Ausbesserungsarbeiten durchgeführt werden müssen und wo dann noch Raum bleibt, um Piktogramme aufzubringen. Blau-weiß gehalten, sollen sie, wie die Schilder, auf die Fahrradstraßenregelung aufmerksam machen. Die Ausbesserungen – besonders negativ aufgefallen seien die Kreuzungsbereiche – sollen noch in diesem Jahr durchgeführt werden.

„Es wird kritische Stimmen geben“, weiß Bürgermeister Dirk Rauschkolb. „Aber ich finde, dass wir so die Radler stärken.“

Und wie steht es um eine gänzliche Umwandlung in eine Fußgängerzone? Rauschkolb verweist auf die generell ablehnende Haltung seitens der Politik: Die votiere dafür, die Fahrradfahrer zu stärken, wolle aber eine Durchgängigkeit für Kraftfahrzeuge weiterhin erlauben. Dazu zähle auch der Lieferverkehr.

Beim Vergleich mit anderen Städten falle auf, dass jene Innenstädte, die in reine Fußgängerzonen verwandelt wurden, weniger belebt seien. „Und bei uns ist die Innenstadt noch gut belebt. Ich hoffe, das ist auch nach der Pandemie der Fall und wir haben weiterhin eine Vielfalt.“

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