Dürre ist unternehmerisches Risiko

Landwirte im Landkreis sind gegen Soforthilfen

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Vielen Pflanzen leiden unter der Trockenheit. Viele junge Landwirte sagen: „Das ist unternehmerisches Risiko.“ 

Sulingen/Syke - In den vergangenen Wochen brandete sie auf, die Diskussion, ob Landwirte staatliche Soforthilfen erhalten sollen. Unter der anhaltenden Trockenheit leiden auch die Beschäftigten im Landkreis Diepholz. Von staatlichen Hilfen, die der Deutsche Bauernverband gefordert hat, halten sie jedoch nur wenig.

Die Landwirte machen sich keine Illusionen, dass die Wetterextreme zunehmen werden, heißt es in einer Pressemitteilung des Landvolks. Daher brauche es langfristig wirksame Maßnahmen zur Unterstützung der Betriebe. „Steuerliche Entlastungen zur Gewinnglättung können zum Beispiel helfen, Risikopolster aufzubauen“, erklärt Theo Runge, Vorsitzender des Landvolkes Diepholz. 

„Zudem muss über ein Wassermanagement diskutiert werden, dass eine notwendige Zunahme der Beregnung ermöglicht“, meint Christoph Klomburg, Vorsitzender des Landvolkes Mittelweser.

Besonders unter den jüngeren Landwirten werde die Lage differenzierter betrachtet. „In einigen Regionen mag es anders aussehen, aber die jetzige Dürre läuft bei vielen Betrieben noch unter normalem unternehmerischen Risiko. Das ist nicht schön, aber damit muss man klarkommen“, so Hagen Koop, Junglandwirt aus Eydelstedt.

Der Staat soll besser an anderer Stelle Unterstützung anbieten

Mehrheitlich herrsche die Auffassung, dass staatliche Gelder eher anderweitig gebraucht würden. „Zum Beispiel für Förderung von Güllelagern in den Ackerbauregionen, um den Nährstoffkreislauf in der Landwirtschaft zu unterstützen“, erklärt Koop weiter. Das Landvolk sieht das laut Pressemitteilung ähnlich.

Mit größeren Erträgen sei in diesem Jahr nicht mehr zu rechnen, blickt das Landvolk in die Zukunft. „Je nach Boden und Sorte gibt es auf einigen Feldern Verluste bis hin zum totalen Ertragsausfall“, erläutert Runge. Zustimmung gibt es von Klomburg und dessen Mit-Vorsitzenden im Landvolk Mittelweser, Tobias Göckeritz.

Auch wenn sie die Forderungen nach Soforthilfen ablehnen, wehren die Landwirte sich gegen den Vorwurf, sie seien an der derzeitigen Lage selbst schuld, da sie den Klimawandel mit verursachen. „Es gibt eine Klimaschutzstrategie des Bauernverbandes und viele regionale Anstrengungen. Die Landwirte sind sich ihrer Verantwortung also bewusst. Jedes menschliche Handeln wie Autofahren und Flugreisen beeinflussen das Klima. Eben auch die Produktion von Nahrungsmitteln. Wir können uns gern überlegen, worauf wir am ehesten verzichten können“, betonen Göckeritz, Runge und Klomburg.

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