Landvolk zufrieden mit Prozess-Ergebnissen

„Kündigungen bestätigt“

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Eckhart Pohl.

Gr. Lessen - Von Anke Seidel. Windige Geschäfte mit der Windkraft: Im Zuge seines Aufklärungs- und Ermittlungsverfahrens hatte der Landvolk-Kreisverband Grafschaft Diepholz drei Mitarbeitern gekündigt – und am Ende Recht bekommen, obwohl sich die Betroffenen vor Gericht gewehrt hatten: „Alle drei arbeitsrechtlichen Verfahren sind für unseren Verband erfolgreich abgeschlossen“, bilanziert Landvolk-Chef Theo Runge in einer Stellungnahme des Verbands.

Die letzte Entscheidung dazu hatte am 8. April das Landesarbeitsgericht in Hannover gefällt – und die fristlose Kündigung des ehemaligen Landvolk-Buchstellenleiters bestätigt.

Rückblende: Im Zusammenhang mit den Untreue-Vorwürfen gegen den ehemaligen Landvolk-Vorsitzenden Lothar Lampe hatte der Verband 2013 dem Geschäftsführer Wilhelm Bergmann und dem Buchstellenleiter Johann Lüken-Gerdes fristlos gekündigt (wir berichteten). Algrid Hagen-Gerdes hatte als Mitarbeiterin der Landvolk-Betriebs GmbH eine ordentliche Kündigung erhalten. Alle drei hatten dagegen geklagt.

Im nichtöffentlichen Teil der Landvolk-Kreisverbandsversammlung gestern im Gasthaus Husmann in Groß Lessen informierte Runge etwa 120 Verbandsmitglieder über die Ergebnisse der juristischen Auseinandersetzungen. Genau die fasste der Verband für die Öffentlichkeit in der Stellungnahme zusammen. Darin heißt es: „Mit dem ehemaligen Geschäftsführer wurde im arbeitsrechtlichen Verfahren ein Vergleich geschlossen. Dieser wandelte die fristlose Kündigung zu einer ordentlichen Kündigung, allerdings ohne Anspruch auf Abfindung.“ Unabhängig davon bestätigte das Arbeitsgericht, dass die Kündigung der Mitarbeiterin der Landvolk-Betriebs GmbH rechtmäßig war – „mit der Feststellung“, so heißt es in der Stellungnahme, „dass sie zusammen mit dem ehemaligen Vorsitzenden ihre Betreuungspflichten gegenüber einer Landvolk-Tochtergesellschaft verletzt und Beihilfe zur Untreue geleistet habe.“ Weiter stellt das Landvolk fest: „In seinem Urteil zur fristlosen Kündigung des ehemaligen Buchstellenleiters erkennt das Gericht gar ein bewusstes und unerlaubtes Zusammenwirken mit dem ehemaligen Vorsitzenden zum Nachteil des Landvolks Diepholz.“ Mit diesen Feststellungen des Landesarbeitsgerichtes habe sich der Verband insgesamt zufrieden gezeigt, hieß es gestern in Groß Lessen.

Urteile in den zivilrechtlichen Schadensersatzprozessen vor dem Landgericht Verden und dem Oberlandesgericht Celle stehen noch aus.

Immer wieder hatten die Prozesse Schlagzeilen gemacht. Einen, der sich im Medien-Metier auskennt, hatte das Landvolk als Referenten für den öffentlichen Verbandsteil geladen. Eckhart Pohl, Hörfunk-Chef des Senders NDR 1, erläuterte den Landwirten, wie Medien-Mechanismen funktionieren. Sein Thema: „Dauerstreit um Landwirtschaft – was läuft schief in der öffentlichen Debatte?“

Dass die Landwirtschaft früher für Kultur und Werte stand, „gegen die man keine Wahl gewinnen kann“, und heute als „Umweltverschmutzer“ und „Tierquäler“ verunglimpft werde, sei ein schmerzhafter Bruch. Schwarze Schafe gebe es immer mal, so Pohl, „aber es sind immer einzelne“. Medien würden sich allerdings nicht für das „Normale“ interessieren: „Es geht immer um die Abweichung vom Normalzustand.“ Hochglanzbroschüren über die Landwirtschaft würden nicht ausreichen. Pohl riet den Landwirten dazu, die vermeintliche Opferrolle abzustreifen, die eigene Meinung klar zu formulieren und zu vertreten. Denn: Wer offensiv handele, der könne Chancen und Sympathien ernten – vor allem angesichts der Tatsache, dass laut Umfrage 67 Prozent der Gesellschaft erklären: „Wir vertrauen der Landwirtschaft!“

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