Neue Wege der Mitgliederbeteiligung

Online-Winterversammlungen des Landvolks: Fragen sind durchaus erwünscht

Getrennt durch eine Acrylglasscheibe sitzen sich Dr. Jochen Thiering (links) und Theo Runge vor der Webcam gegenüber.
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Getrennt durch eine Acrylglasscheibe sitzen sich Dr. Jochen Thiering (links) und Theo Runge vor der Webcam gegenüber.

Sulingen – Neue Wege geht der Landvolk-Kreisverband Grafschaft Diepholz in diesem Jahr bei seinen Winterversammlungen: Aufgrund der anhaltenden Pandemie lädt der Verband die Mitglieder nicht zu einem persönlichen Zusammentreffen ein, sondern bittet zu einer Online-Veranstaltung (wir berichteten). Gespannt darauf, wie das angenommen wird, sind der Vorsitzende Theo Runge und Geschäftsführer Dr. Jochen Thiering.

„Wir würden das lieber persönlich machen – es ist eine Alternative, die aus der Not geboren ist“, stellt Runge fest. Allerdings sei nur das Format anders – „die Themen sind die, die unseren Mitgliedern unter den Nägeln brennen, das ist hoch aktuell.“ Gar nichts zu machen sei keine Option gewesen, denn der Kreisverband wolle seine Arbeit präsentieren. Viele Möglichkeiten gebe es nicht, und das Mieten eines großen Saals für eine Versammlung mit wenigen Teilnehmern sei auch nicht optimal.

Bisher sei man „über die Gemeinden getingelt“ und habe vor den Mitgliedern einen Bericht abgegeben, sagt Thiering. Diesmal werde es so sein, dass er und Runge anfangs einen Kurzbericht geben, bevor ein Experte zum jeweiligen Thema der Veranstaltung ein Impulsreferat hält. Anschließend gebe es Gelegenheit, Fragen zu stellen – sowohl zum Thema der Veranstaltung als auch zu anderen Punkten. „Wir wollen das lebendig halten und Fragen sind ausdrücklich erwünscht.“ Und Runge ergänzt: „Das ist die Gelegenheit, Probleme zu benennen und kompetente Antworten auf Fragen zu bekommen.“

Teilnahme per Computer, Tablet oder Telefon möglich

An den technischen Voraussetzungen soll es nicht scheitern: Die Mitglieder benötigten zur Teilnahme nicht unbedingt Computer oder Tablet, sondern könnten sich auch per Festnetztelefon in die Veranstaltung einwählen; für Teilnehmer mit einer schwachen Internetverbindung werde das sogar empfohlen, erläutert Stefan Meyer, Pressereferent Agrarpolitik des Landvolks. Die Veranstaltungen würden moderiert, und das Landvolk sei technisch so aufgestellt, dass sich die Teilnehmer, die eine Frage stellen wollen, melden können. „Ein bisschen Disziplin ist dabei notwendig, dass man das Mikrofon nicht die ganze Zeit offenlässt, aber wir warten, dass alle auch die Chance haben, eine Frage zu stellen“, versichert Runge.

Im Verlauf des Jahres habe das Landvolk schon zwei Veranstaltungen als Videokonferenz durchgeführt, berichtet Meyer. Die Teilnehmerzahl sei ausbaufähig gewesen, aber: „Es wurde auch diskutiert.“ Das sei aber grundsätzlich nicht vom Format abhängig, sondern von der Stimmungslage und den Teilnehmern, und möglicherweise falle es manchem auch leichter, seine Frage online zu stellen, als in einer Versammlung vor zahlreichen anderen. Für die Winterversammlungen in diesem Jahr gingen schon laufend Anmeldungen ein; in den Vorjahren hätten insgesamt immer rund 700 Mitglieder teilgenommen. Nach den Veranstaltungen werde es jeweils eine kurze Zusammenfassung geben, die den Mitgliedern über die Landvolk-App zur Verfügung gestellt werde.

Auch künftig als Format für Veranstaltungen mit Experten möglich

Zwar fällt der persönliche Austausch untereinander vor Ort weg, aber dennoch kann Runge diesem Format auch Positives abgewinnen. Zum einen biete sich damit die Möglichkeit, auch relativ kurzfristig kompetente Gesprächspartner einzuladen, die sich rasch zuschalten können, zum anderen entfalle so die An- und Abreise zu den Veranstaltungen – „das spart eine Menge Zeit und Nerven.“

„Die Winterversammlung gehört für mich als Landwirt in den Jahreskalender“, betont der Vorsitzende, und man wolle auch wieder zu den gewohnten Veranstaltungen zurückkehren, wenn die Umstände das erlauben. Online-Veranstaltungen mit Experten seien aber eine gute Ergänzung auch für die Zukunft – „wir müssen beides im Auge behalten.“

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