Landkreis Diepholz: „Zurzeit noch Spekulation“

Flüchtlinge in BBZ-Halle?

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Die Sporthalle des Berufsbildungszentrums an der Bogenstraße.

Sulingen - Laut Kreisrat Markus Pragal gebe es seitens des Landkreises Diepholz aktuell keine konkreten Planungen, von der Landesaufnahmebehörde dem Landkreis zugewiesene Flüchtlinge am Standort Sulingen unterzubringen. Das sagte der Kreisrat am Dienstag auf Anfrage der Redaktion. Pragal mit Blick auf die 170 Asylbewerber, die am Mittwoch in Twistringen erwartet werden. „Wir gehen davon aus, dass das erst einmal ausreicht. Ansonsten prüfen wir verschiedene Möglichkeiten im Landkreis; allerdings auch in Sulingen. Alles andere ist derzeit Spekulation.“

Sulingens Bürgermeister Dirk Rauschkolb hatte am Montag während des Treffens der Paten und Helfer der Flüchtlingsinitiative Sulingen (wir berichteten) mitgeteilt, dass der Landkreis bei weiteren Zuweisungen plane, die Sporthalle am Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup (BBZ) in Sulingen mit Flüchtlingen zu belegen. Rauschkolb sprach von „an die 200 Personen“.

Markus Pragal: „Sollten wir weitere Zuweisungen bekommen und die Wahl tatsächlich auf Sulingen fallen, würden wir das rechtzeitig kommunizieren.“

Aktuell wird die Sporthalle am Berufsbildungszentrum Dr. Jürgen Ulderup außerschulisch durch Sportvereine und Sportverbände genutzt; dabei unter anderem auch durch Kinder und Jugendliche des TuS und des FC Sulingen sowie für Maßnahmen des Kreises Diepholz im Niedersächsischen Fußball-Verband sowie des Kreissportbundes.

Laut Angaben der Niedersächsischen Staatskanzlei vom Dienstag kommen aktuell etwa 1000 Flüchtlinge pro Tag nach Niedersachsen, um Asyl zu beantragen. Seit dem Stichtag 5. September hat das Land demnach deutlich mehr als 40000 Menschen aufgenommen.

Nach der Mitteilung des Niedersächsischen Innenministers Boris Pistorius, dass das Land die hohe Anzahl neuer Flüchtlinge nicht mehr allein unterbringen könne, und der Entscheidung, die Landkreise mit kurzfristig einzurichtenden Notunterkünften direkt mit einzubinden, hatte die Diepholzer Kreisverwaltung verschiedene Möglichkeiten geprüft, wobei unter anderem die Inanspruchnahme von Sporthallen in Erwägung gezogen wurde. „Um zu verhindern, dass Flüchtlinge in Zelten oder gar im Freien übernachten müssen“, melden die Mitarbeiter der Kreisverwaltung auf ihren Internetseiten.

Die Vertreter der Sportverbände sehen diese Handhabe durchaus kritisch. Die Konferenz der 16 Landessportbünde hatte schon Mitte Oktober bei einer Zusammenkunft in Hamburg in einem Positionspapier die Politik aufgefordert, Flüchtlinge nur noch im absoluten Notfall in Turnhallen unterzubringen. Die Vertreter des organisierten Sports in den Ländern sehen in der aktuellen Situation eine Herausforderung, die alle gesellschaftlichen Kräfte fordert. Sie weisen aber zugleich auf die Integrationskraft hin, über die der Sport in Gänze verfügt. „Unsere rund 90000 Sportvereine stehen seit Jahrzehnten für gelebte Integration“ und würden aktuell wesentlich die Willkommenskultur in Deutschland mitgestalten. Dazu wäre das Gros der Vereine aber nach wie vor auf öffentliche Sporthallen angewiesen.

oti

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